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29. Dezember 2009, 18:27 Uhr

Drahtzieher sollen in Guantànamo gesessen haben

Die Spur wird immer deutlicher: Der verhinderte Flugzeug-Anschlag von Detroit ist vom Terrornetzwerk al Kaida im Jemen vorbereitet worden. Offenbar waren zwei ehemalige Insassen des US-Gefangenenlagers auf Kuba beteiligt.

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Abdulmutallab soll Hilfe von ehemaligen Guantànamo-Insassen gehabt haben© Reuters

Nach dem vereitelten Flugzeug-Attentat von Detroit mehren sich Hinweise auf ein von langer Hand im Jemen vorbereitetes Terrorkomplott unter Beteiligung ehemaliger Guantànamo-Häftlinge. Zwei von insgesamt vermutlich vier Drahtziehern des Anschlages sollen einem US-Fernsehbericht zufolge Ex-Insassen des Gefangenenlagers auf Kuba sein.

Die aus Saudi-Arabien stammenden Häftlinge Muhamad Attik al Harbi und Said Ali Shari seien Anfang November 2007 an ihr Heimatland überstellt worden, berichtete der Fernsehsender ABC am Dienstag unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte und Dokumente des US-Verteidigungsministeriums. Dort hätten sie dann zunächst an einer "Kunsttherapie zur Rehabilitierung" teilgenommen, bevor sie auf freien Fuß gesetzt worden seien, meldete der Fernsehsender weiter.

Später sollen beide Führungsrollen im Terrornetz al Kaida im Jemen übernommen haben. In einem im Januar 2009 veröffentlichten Propagandavideo der Organisation seien sie mit dem mutmaßlichen Ex-Privatsekretär von Osama bin Laden, Abu Basir Naser al Wahishi, erschienen.

"Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet"

In dem Bekennerschreiben al Kaidas zu den Anschlagsplänen von Detroit kündigte die Organisation weitere Anschläge an. "Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet", heißt es in der Internet-Botschaft, die amerikanische Anti-Terror-Ermittler nach US-Medienberichten vom Dienstag für glaubwürdig halten.

"Wir werden Euch mit Dingen treffen, von denen ihr nichts wisst, weil ihr tötet und deshalb getötet werdet. Unsere Rache ist nahe", zitierte das auf Terrorismus spezialisierte Intelcenter in Alexandria bei Washington aus der am Montag veröffentlichten Mitteilung. Selbstmordattentäter stünden bereit. Der Botschaft des im Jemen ansässigen Regionalzweiges der Organisation "Al Kaida auf der arabischen Halbinsel" war ein Foto des 23 Jahre alten, aus Nigeria stammenden Attentäters Umar Farouk Abdulmutallab beigefügt.

Obama in der Guantànamo-Zwickmühle

Die neuen Spuren machen derweil für US-Präsident Barack Obama ein vertracktes Problem noch einmal komplizierter: Die geplante Schließung des Gefangenenlagers Guantànamo Bay auf Kuba, bei der Obama seine selbst gesetzte Frist bereits hatte aufgeben müssen. Etwa die Hälfte der noch verbliebenen etwas über 200 Insassen stammen aus dem arabischen Land, 60 davon stuft die US-Regierung als Bedrohung der nationalen Sicherheit ein. Sechs jemenitische Gefangene waren erst vorige Woche in ihre Heimat überstellt worden.

Unterdessen räumte Obama in einer Audio-Botschaft von seinem Urlaubsort in Hawaii am Dienstagabend ein, dass bei dem vereitelten Flugzeug-Attentat vor Detroit "katastrophale" Sicherheitsmängel gemacht worden seien. Die schweren Fehler, die die Sicherheitsbehörden begangen hätten, seien unter keinen Umständen hinzunehmen. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte er. Er korrigierte damit die Aussagen von Regierungsmitgliedern, "das System habe funktioniert".

DPA/AP/AFP/Reuters
 
 
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