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13. Dezember 2007, 09:13 Uhr
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Klima-Abkommen droht zu scheitern

In der heißen Phase der Klimakonferenz wird erbittert um eine Reduktion der Treibhausgase gestritten: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will klare Ziele, die USA lehnen dies ab. Der UN-Klimasekretär Yvo de Boer warnt: "Wir könnten vor einer Situation stehen, in der es heißt: alles oder nichts."

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel plädierte bei der Weltklimakonferenz für klare Ziele© Mast Irham/DPA

Bei der Weltklimakonferenz auf Bali ist einen Tag vor dem Ende der Konferenz noch keine Einigung auf ein Verhandlungsergebnis in Sicht. Offenbar haben sich die USA erfolgreich gegen Bemühungen zur Wehr gesetzt, verbindlichen Zielen für die Eindämmung schädlicher Treibhausgase unterworfen zu werden. Deutschland und die EU setzen sich entschieden dafür ein. Zum Auftakt der dreitägigen Ministerverhandlungen für ein neues Klimaschutzabkommen rief Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Industrieländer und insbesondere die USA auf, sich mittelfristige Ziele zu setzen. Dieses lehnte die USA aber kategorisch ab.

Umweltgruppen bezeichnen USA als "Abrisstruppe"

Umweltschutzgruppen griffen die USA für ihre Haltung scharf an. Die überwältigende Mehrheit der Delegationen sei konstruktiv und flexibel, doch die Regierung der USA agiere als "Abrisstruppe" auf Bali, sagte Jennifer Morgen vom Climate Action Network. "Es geht nun darum, ob die Mehrheit der Welt sich gegen die Abrisstruppe durchsetzt." Die US-Delegation gebe sich nur nach außen konziliant, hinter verschlossenen Türen versuche sie aber, unannehmbare Positionen in die Abschlusstexte hineinzuverhandeln, sagte Morgan. Ziel sei, den ganzen Prozess zu blockieren. Mitstreiter der USA seien vor allem Kanada, Japan und Saudi Arabien.

WWF-Unterhändler Hans Verolme sagte, noch hätten die Minister, die am Mittwoch die Verhandlungen übernommen hatten, keinerlei Fortschritt erreicht. Sie verlören sich im Kleinklein und sähen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ein Misserfolg der Konferenz wäre eine Katastrophe, meinte Verolme.

UN-Klimasekretär besorgt über Status quo

Auch die Vereinten Nationen sehen den Erfolg der Weltklimakonferenz in Gefahr. "Ich bin sehr besorgt darüber, wie die Dinge hier stehen", sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer. Binnen 24 Stunden müssten wichtige Streitfragen entschieden werden, um die Konferenz noch rechtzeitig zu Ende zu bringen. "Wir könnten hier vor einer Situation stehen, wo es heißt: alles oder nichts." Unmittelbar zuvor war ein neuer Entwurf der "Bali Roadmap" bekannt geworden, der aber aus de Boers Sicht keine Klarheit bringt. Er enthält eine Formulierung, die ein Bekenntnis zu einer Minderung der Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent bis 2020 nur auf die Unterzeichner des Kyoto-Protokolls beschränkt. Dies könnte den Schluss zulassen, dass die USA davon ausgenommen sind, da sie das Protokoll nicht ratifiziert haben. De Boer wies aber darauf hin, dass auch die USA in Kyoto Minderungsverpflichtungen übernommen haben. Aus seiner Sicht fielen deshalb auch die Vereinigten Staaten unter die genannten Minderungen für Industrieländer. "Das ist nicht klar formuliert", sagte de Boer. Um diese Frage wird auf Bali seit Tagen erbittert gestritten. Die USA wollen "keine Zahlen" zu künftigen Minderungen im Schlusstext der Bali-Konferenz.

Deutschland, die EU und auch die Entwicklungsländer in der Gruppe der G77 wollen das Minderungsziel in die Erklärung aufnehmen, um einen Anhaltspunkt für künftige Verpflichtungen der Industrieländer zu geben. Seit Mittwoch verhandeln auf der Konferenz die Minister und andere hochrangige Regierungsvertreter. Arbeitsgruppen feilten hinter verschlossenen Türen an Lösungen für Detailfragen. Dabei geht es um den Zugang für arme Länder zu klimafreundlicher Technik aus den reichen Ländern, um die Finanzierung dieses Technologietransfers sowie um zusätzliche Mittel für die Anpassung an den Klimawandel in armen Regionen der Welt.

AP/DPA
KOMMENTARE (10 von 17)
 
nightmare_online (14.12.2007, 08:51 Uhr)
@Huxley
Ah wollen Sie nun sagen das die Zeit vor -600.000 in diesem Zusammenhang in irgend einer Weise relevant ist, nur weil ihnen die Zahlen nicht passen? Was ist das denn für eine kindliche Argumentation?
Und Grönland war grün? Quatsch! Grönland hat seinen Namen daher das Erik der Rote mehr Siedler nach Grönland locken wollte. Grönlands Inlandeis ist mehrere hunterttausend Jahre alt, wie das Greenland Ice Core Project schon vor Jahrzehnten bewiesen hat, Siedlungen gab und gibt es ausschliesslich an der Küste.
Im Übrigen sagen Sie ja selbst genau worum es Ihnen geht: Um Glauben. Die wissenschafltichen Fakten interssieren Sie offensichtlich wenig. Denn diese sind eindeutig.
mojo.man (13.12.2007, 17:23 Uhr)
Natürliche Entwicklung?
Wie der Gehalt an Klimagasen vor ein paar Milliarden Jahren war ist doch irrelevant. Es geht darum zu zeigen wer für den Anstieg in den letzten paar Jahrzehnten verantwortlich ist.
Und es geht hier doch auch nicht um Klimaschwankungen auf lokaler Ebene wie am Beispiel Grönlands. In diesem kleinen Maßstab kamen Schwankungen immer vor, innerhalb kurzer Zeitspannen und daran wird sich auch nichts ändern. Im globalen Maßstab verlaufen Klimaänderungen jedoch selten innerhalb von 100 Jahren ab, sondern eher innerhalb von 1.000 Jahren und mehr. Das eigentliche Problem liegt doch darin, dass den Spezies somit 10mal mehr Zeit bleibt sich an die Veränderung anzupassen. Die Menschen, je nachdem wo sie leben, haben die Mittel und Wege sich an eine schnell Klimaänderung anzupassen. Tier- und Pflanzenwelt haben diese Möglichkeiten nicht. Verändern sich diese hat das auch wieder direkte Auswirkungen auf den Menschen.
Der Mensch beeinflusst die Klimaentwicklung der Erde und das hat nichts mit dem Lauf der Natur zu tun.
Huxley_82 (13.12.2007, 16:44 Uhr)
Ja, 600.000
Jahre lang gab es keine werte über 280ppm... aber was war in den anderen 4 Milliarden Jahren davor?
Wissenschaftler behalten meistens recht, klar, sie wissen ja im Normalfall auch wovon sie Reden. Aber sämtliche Weltuntergangs-Vorhersagen haben sich bisher als falsch erwiesen, deshalb glaube ich nicht alles was mir erzählt wird.
Und wenn sich das Klima ändert, dann tut es das eben. dann müssen wir eben unser Leben an das Klima anpassen! Die Natur macht was sie will, nicht was wir wollen! Es geht selten gut, wenn der Mensch versuche eine Situation zu schaffen die ihm am Besten passt. Wer will schon überschwemmungen wegen Steigender Meeresspiegel? Klar keiner, aber das ist der Lauf der Natur! Grönlang war im Mittelalter komplett Grün (daher der Name). Und da ist die Welt auch nicht untergegangen und in relativ kurzer Zeit hat sich das Klima dann auch wieder geändert... wer weiß wie es hier bei uns in 100 Jahren aussieht?
Vielleicht wird es wärmer, vielleicht kälter. Nur eins ist klar: Es wird nicht so bleiben wie es ist. Das war schon immer so und wird immer so sein!
ramteid (13.12.2007, 15:59 Uhr)
Schön
Es ist beruhigend, dass der Klimagipfel möglicherweise scheitert. Außer Spesen u. Umweltverschmutzung nichts gewesen. Es gibt natürlich eine Menge Fachleute mit gegenteiligen Meinungen, aber eins ich sicher, was man, wenn man manchen Hirn - bzw. Geschäftsgespinsten Glauben schenkt kann, irrsinnig ist, dass man in ein paar Jahren alles wieder hinbekommt, was man jahrzehntelang versäumt hat. Das galaubt doch nur Gabriel und nicht ohne Grund.
nightmare_online (13.12.2007, 15:22 Uhr)
CO2-Konzentration
Hier mal die Entwicklung der CO2-Konzentration zwischen 1959 und 2000
http://www.grida.no/climate/vital/06.htm
1959 warens noch 316ppm
In den 600.000 Jahren vor Beginn der Industrialisierung gab es übrigens niemals Konzentrationen oberhalb von 280 ppm.
http://www.pnas.org/cgi/reprint/0702737104v1.pdf
@Huxley: Wissenschaftler Haben sich schon mal geirrt. So What? Denn - auch wenn Sie's vermutlich nicht glauben werden - Wissenschaftler haben auch schon mal recht behalten. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten das Wissenschaftler in aller Regel recht behalten.
Im übrigen haben Wissenschaftler nichts von dem "bewiesen" was Sie behaupten. Beweise sind was für Mathematiker, nicht für Naturwissenschaftler. Weder die Evolutionstheorie, noch die Relativitätstheorie noch wegeners Kontinentaldrift ist "bewiesen".
Aber für die Korrektheit all dieser Theorien gibts genügend Indizien. Ebenso wie für den anthropogen mitverursachten Klimawandel.
Und darüber herrscht bei den Klimaforschern - ungeachtet der Desinformationskampgnen der Erdöl-Lobby - Konsens. Das es irgendwelche Weirdos gibt die das Gegenteil behaupten liegt in der Natur der Wissenschaft. Schliesslich gibts auch Leute die behaupten es gäbe keine Evolution oder die Erde sei flach. So what?
mojo.man (13.12.2007, 13:08 Uhr)
Deswegen ...
... hatte ich ja auch geschrieben "Die anderen klimawirksamen Bestandteile der Atmosphäre mal außenvor gelassen".
Der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist mit 0,038% natürlich sehr gering. Die Wirkung umso größer. Was passiert wenn der Gehalt steigt ist also klar.
2ppm Anstieg im letzten Jahr erscheinen zwar nicht sonderlich viel, das Zeug hält sich aber rund 100 Jahre in der Atmosphäre. Es ist also davon auszugehen, dass allein der CO2 Anstieg (seit 100-150 Jahren) die Erde aufheizt. Wie gesagt, die anderen Bestandteile nicht berücksichtig!
Zu glauben der Mensch hätte nichts mit einer Klimaveränderung zu tun ist meiner Meinung nach eher Wunschdenken oder Ignoranz als Realität.
Huxley_82 (13.12.2007, 12:40 Uhr)
CO2?
2006 stieg die CO2-Konzentration von 379 auf 381ppm. PPM? parts per million!
2 Teile mehr pro Million anderer Teile!
Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre beträgt 0,038 %! Nur um mal zu zeigen in welchen Größenordnungen wir uns da bewegen!
Ach ja, Methan wird irgendwie immer vollkommen ignoriert, aber:
"Methan ist ein wichtiges Treibhausgas. Das Erwärmungspotential von Methan ist 25 mal höher als das von Kohlenstoffdioxid. Die zunehmende Haltung von Rindern und der häufige Nassreisanbau führen zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes.
Die Methanbildner sind für die ständige Neubildung von Methan hauptverantwortlich. Ein Hausrind stößt täglich etwa 150–250 l Methan aus"
Soviel zu einseitiger Argumentation. CO2 ist eben nicht so böse wie manche Menschen es gerne hätten. Dann Kühen das Furzen zu verbieten ist eben schwerer als uns Deutschen vorschriften zu machen... während die großen Industrienationen wie China oder USA weiterstänkern.
mojo.man (13.12.2007, 12:26 Uhr)
Naja
Ich kenn besagt Dokumentation zwar nicht aber allein diese Aussage des Wissenschaftler sollte einen ins Grüblen bringen. Mir stellt sich sogar die Frage was das Fachgebiet dieses Wissenschaftlers sein soll?
Wenn man bedenkt, dass ein Ansteig des CO2-Gehalts in der Atmosphäre um 0,001% die globale Temperatur langfristig um bis zu 1°C steigen lässt frage ich mich ernsthaft wie dieser Wissenschaftler zu seiner Aussage kommt!? Die anderen klimawirksamen Bestandteile der Atmosphäre mal außenvor gelassen.
Und wenn man dann noch bedenkt, dass CO2 recht lange braucht um wieder abgebaut zu werden frag ich mich wie man die Wirkung von CO2 verharmlosen kann?
Natürlich kann kein Wissenschaftler in die Zukunft blicken und sagen was genau passieren wird, aber sie können Fakten interpretieren und veruschen Vorhersagen zu machen. Irgendwo zwischen all diesen Prognosen liegt dann die Realität die uns erwartet.
Huxley_82 (13.12.2007, 12:02 Uhr)
Ganz genau
diese Doku meine ich.
Klar, soetwas erzeugt eine Kontroverse, aber ich bin mir sicher, dass auch die Klimamodelle der "renommierten" Klimaforscher Fehler aufweisen! Vertraue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.
Da wird mit Sicherheit auf beiden Seiten viel Schwachsinn erzählt. Haben nicht vor ca. 30 Jahren renommierte Wissenschaftler behauptet es würde eine neue Eiszeit geben?
Haben sie nicht bewiesen, dass alle Wälder absterben werden? Über's Ozonloch redet auch niemand mehr...
Früher hatten die Menschen angst vor dem Teufel, aber das glaubt heut halt keiner mehr... dann braucht man eben was anderes ;-)
nightmare_online (13.12.2007, 11:38 Uhr)
@ Huxley_82
Sollten Sie mit der "Dokumentation" den film "The Great Global Warming Swindle" meinen, dieser Film ist selbst ein ausgemachter Schwindel, in dem Film wird gelogen, verdreht, etc.
Dazu findet sich auf Wiki so einiges
http://en.wikipedia.org/wiki/Global_Warming_Swindle.
In der Realität hat es seit 1993 (!)nicht ein einziger Artikel der den menschlichen Einfluss (via CO2-Erhöhung) auf das Klima bezweifelt in ein seriöses (-> Peer Review) wissenschaftliches MAgazin geschafft.
http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/306/5702/1686
Der Klimawandel ist real, der Mensch trägt dazu bei. So siehts aus.
Aber machen Sie sich mal keine Sorgen. Auf Bali werden - wie immer - nette Papiere unterschrieben werden in denen sich alle zu nichts verpflichten.
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