11. Oktober 2012, 11:03 Uhr

Deutsche verdienen im Schnitt 3385 Euro

Die deutschen Arbeitnehmer hatten im zweiten Quartal unterm Strich wieder etwas mehr Geld in der Tasche. Dabei gibt es deutliche Branchenunterschiede.

Reallöhne, Lohngefälle, Arbeitsmarkt, Aufschwung, Deutschland

Den niedrigsten Bruttomonatsverdienst hatten die Beschäftigten im Gastgewerbe. In der Energiebranche wurde mit 4507 Euro mehr als das Doppelte gezahlt.©

Nach einer sechsmonatigen Pause sind im zweiten Quartal 2012 die Reallöhne der Arbeitnehmer in Deutschland erstmals wieder gestiegen. Die Löhne lagen mit einem Plus von 2,5 Prozent um 0,6 Punkte über der allgemeinen Preissteigerung von 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. In den beiden Quartalen zuvor waren die Lohnsteigerungen sofort wieder von der Inflation aufgefressen worden.

Die Reallöhne wurden erstmals nicht nur für Vollzeitbeschäftigte berechnet, sondern auch für Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte. In der bis 2007 zurückgerechneten Einzelauswertung zeigte sich unter anderem, dass Frauen etwas höhere Gehaltssteigerungen realisieren konnten als Männer. Für die vier Jahre bis 2011 erzielten die im Schnitt schlechter bezahlten Frauen ein Plus von 9,6 Prozent, während die Männer 9,3 Prozent nominal mehr in der Tasche hatten.

Verdienstschere hat sich weiter geöffnet

Ein weiteres Ergebnis der detaillierten Untersuchung ist, dass sich die Verdienstschere weiter geöffnet hat. So realisierten Arbeitnehmer in leitenden Stellungen in dem Zeitraum ein Plus von 12,4 Prozent, Angelernte hatten hingegen nur 8,0 Prozent mehr Geld. Im Schnitt aller Beschäftigten waren es 9,4 Prozent. Die östlichen Bundesländer lagen mit 10,7 Prozent Lohnplus vor dem früheren Bundesgebiet mit 9,2 Prozent.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Deutschland verdiente im zweiten Quartal ohne Sonderzahlungen im Schnitt 3385 Euro brutto im Monat, wie die Statistiker weiter mitteilten. Die beste Bezahlung erhielten demnach Beschäftigte in der Energieversorgung mit durchschnittlich 4507 Euro brutto monatlich, gefolgt von den Angestellten bei Banken und Versicherungen (4433 Euro) und den Arbeitnehmern im Bereich Information und Kommunikation (4415 Euro). Den niedrigsten Bruttomonatsverdienst hatten demnach die Beschäftigten im Gastgewerbe (2002 Euro).

vale/DPA/AFP
 
 
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