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13. Oktober 2010, 09:45 Uhr

SPD steht Grünen als Junior-Partner bereit

Die SPD reagiert auf die Umfrage-Realität und würde sich in die Rolle des Juniorpartners für die Grünen herablassen - zumindest bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Laut Parteikreisen stünde man dort für Grün-Rot zur Verfügung.

SPD, Grüne, Baden-Württemberg

Erhard Eppler war in den 70er Jahren Landesvorsitzender der SPD und weiß, dass "man als Partei immer mal wieder" über seinen Schatten springen muss© Fabrizio Bensch/Reuters

Die SPD wird sich erstmals in ihrer Geschichte auf ein grün-rotes Bündnis einlassen, sollten bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg im kommenden März die Grünen besser abschneiden als die Sozialdemokraten. Das erfuhr der stern aus Parteikreisen in Berlin und Stuttgart. Wie in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe beschrieben, werden die Sozialdemokraten in diesem Fall einen grünen Ministerpräsidenten und die Rolle als Juniorpartner in einer grün-roten Koalition akzeptieren. Diese Haltung des Landesverbandes findet auch die Unterstützung der Bundes-SPD.

Für die SPD ist eine Koalition mit den Grünen nach den heftigen Auseinandersetzungen um das Bahnprojekt Stuttgart 21 die einzige realistische Machtoption. Ein Bündnis mit der CDU schloss der baden-württembergische SPD-Chef Nils Schmid so gut wie aus: "Die Leidenschaft für eine große Koalition ist bei uns in der SPD schon lange erkaltet", sagte Schmid dem stern.

Auch SPD-Vordenker Erhard Eppler, in den 70er Jahren selbst SPD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, unterstützt den Kurs. "Natürlich müssen wir im Fall der Fälle in eine grün-rote Koalition gehen", sagte Eppler dem stern. "Aber selbstbewusst. Wenn die Grünen den Ministerpräsidenten stellen, sollten wir zwei, drei Schlüsselressorts fordern, etwa das Finanzministerium. Wir müssen über unseren Schatten springen, keine Frage, aber das muss man als Partei immer mal wieder."

Sollten die Grünen in Baden-Württemberg besser abschneiden als die SPD und sollte es für ein grün-rotes Bündnis reichen, würde die Ökopartei das erste Mal in der bundesdeutschen Geschichte einen Ministerpräsidenten stellen. Umfragen sehen die Grünen in dem Bundesland derzeit in bislang nie erreichten Höhen jenseits der 30-Prozent-Marke.

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