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30. November 2009, 11:11 Uhr

"Studium ist harte Arbeit"

40 Stunden pro Woche studieren und dazu noch arbeiten gehen? Für den Politologen Ulrich von Alemann ganz normal. stern.de sprach mit ihm über die Studentenproteste und die Bologna-Reform.

Ulrich von Alemann, 65 ... ist Politologe und Prorektor für Lehre und Studienqualität an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zu seinen Kernaufgaben gehören die Entwicklung der Studiengänge, Evaluation der Lehrqualität und die Verwendung der Studienbeiträge. Alemann ist ein Befürworter der Umstellung des Studiensystems auf die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse, auch als "Bologna-Prozess" bekannt.

Herr Alemann, Sie haben sich in der Vergangenheit wohlwollend über den Bologna-Prozess geäußert, jetzt protestieren die Studenten …

Es ist in der Kommunikation vieles falsch gelaufen. Es ist nicht deutlich genug gemacht worden, dass im Bologna-Prozess echte Chancen stecken.

Was war früher schlechter?

Unsere Studierenden waren früher in der Regel in den ersten ein bis zwei Semestern völlig überfordert, das Studium wirklich zu planen und zu überschauen - gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Ihnen wird mit der etwas stärkeren Verschulung viel mehr Klarheit an die Hand gegeben, das Studium effizient und dabei durchaus befriedigend zu organisieren.

Was ist heute gut?

Die neuen Bachelor-Master-Studiengänge bieten - neben vielem anderen wie etwa der internationalen Vergleichbarkeit - auch mehr sozialen Zusammenhalt. Die Studenten studieren im Jahrgang, lernen sich persönlich viel mehr kennen. Die arbeiten mehr zusammen, die feiern mehr zusammen, da ist sehr viel Positives.

Der Eindruck ist ein anderer - die Studenten fühlen sich gehetzt. Was ist da schief gelaufen?

Vor allem wurden die Gestaltungsmöglichkeiten der Hochschulen nicht ausgenutzt. Bologna ist kein Eintopf, der für alle verordnet wird. Bologna ist der Topf, in dem wir unser Gericht selber kochen können. Deswegen gibt es auch sehr unterschiedliche Bachelor-Master-Modelle. Manche sind widerwillig von Hochschullehrern und Gremien beschlossen worden, denen die ganze Richtung nicht gepasst hat. Die müssen sich nicht wundern, wenn es jetzt zu Unverträglichkeiten kommt.

Das heißt, die Verantwortung liegt bei den Hochschulen.

Genau so ist es. Wie viel man in einen Bachelor hineinpackt, ist allein Sache der Fakultäten, Fachbereiche und der Hochschulgremien. Wenn jetzt viele Bachelor-Studiengänge als überlastet gelten, hat das nichts mit Bund, Ländern oder dem Bachelor-Master-System an sich zu tun.

Warum haben denn einige den Bachelor so überlastet?

Die, die das widerwillig umgesetzt haben, hängen an den alten Magister- oder Diplom-Studiengängen und wollen am liebsten nur einen Etikettenwechsel. Die packen dann den Stoff, den sie früher in acht Semestern vermittelt haben, in einen sechssemestrigen Bachelor.

Wie löst man dieses Problem?

Dafür sind neben den Hochschulen auch die deutschlandweit vom Akkreditierungsrat eingesetzten Akkreditierungsagenturen verantwortlich. Die könnten - und das ist in der Vergangenheit vielleicht zu selten geschehen - einen Studiengang auch mal völlig überlastet finden und sagen: "Bitte, liebe Leute, entschlackt diesen Studiengang! Der ist so nicht studierbar."

Von einer Verlängerung des Bachelors, wie Sie jetzt an einigen Stellen gefordert wird, halten Sie nichts?

Bachelor und Master sind feste Größen. Da ist es fahrlässig, von Bildungspolitikern zu sagen, man könne den Bachelor "ein bisschen" verlängern. Hier wird unterschlagen, dass eine Verlängerung des Bachelors automatisch zu einer Verkürzung des Masterstudiums führen würde.

Warum wäre das so schlimm?

Ein einjähriger Master wäre mir persönlich zu kurz für jene vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung, wie sie da eigentlich vorgesehen ist. Hier ist ausnahmsweise der Staat verantwortlich: Die Panik, alles schon in den Bachelor packen zu müssen, rührt von der angesetzten Quote zum Übergang in den Master her. Dafür, dass der Master das Äquivalent zu den alten Studienabschlüssen ist, ist der Flaschenhals zu eng.

Sollte der Master in Zukunft der Normabschluss sein?

Der Master ist der vollqualifizierende akademische Abschluss, der Bachelor ist ein qualifizierender Abschluss für einen Teilarbeitsmarkt - wichtig für die, die früh in den Beruf gehen wollen. Das können sehr erfolgreiche Karrieren werden. Aber die, die den Master machen wollen, sollen dafür bessere Möglichkeiten bekommen als bisher.

Wenn Sie sich die derzeitigen Realitäten angucken - haben Sie dann Verständnis für die Studentenproteste?

Ich habe schon Verständnis für die Studierenden. Die Ausstattungsstandards sind an den deutschen Hochschulen zu niedrig, wir sind unterfinanziert im Gegensatz zu vielen Hochschulen in den umliegenden Nachbarländern …

Die Wut der Studenten richtet sich aber auch ganz konkret gegen das Bologna-System. Sie fühlen sich gegängelt durch Leistungsnachweise und Anwesenheitspflicht.

Gerade diese Aspekte halte ich für wichtig. Die Studierenden können nicht kommen und gehen, wann sie wollen, das Studium ist kein Zuckerschlecken! Das ist man schuldig gegenüber denjenigen in unserer Gesellschaft, die das Studium finanzieren, nämlich die Steuerzahler und Arbeitnehmer. Studium ist harte Arbeit! Wer da glaubt, er könne nach Befindlichkeit kommen und gehen, wann er will, ist in der Tat im Irrtum. Hier kann ich den Studierenden überhaupt nicht folgen.

Was sollte Ihrer Meinung nach die Arbeitsleistung eines Studenten pro Woche sein?

Ich halte eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche als Student für total normal. Dass man daneben noch Nebenjobs hat, halte ich für denkbar und durchaus vereinbar. Ich arbeite 60 Stunden die Woche, aber das ist mein eigenes Problem.

Bologna war richtig?

Für mich ist es richtig, wenn man es richtig macht. Aber man kann es viel besser machen, als es an vielen Universitäten derzeit getan wird.

Interview: Johannes Schneider
KOMMENTARE (10 von 36)
 
horst.pachulke (25.11.2009, 22:00 Uhr)
@ Rostlaube II:
Man muss erst mal Entscheidungsträger werden. Ihre Tochter hat großes Glück, dass sie begüterte Eltern hat, die sie unterstützen können.
Andere haben dieses Glück nicht. Sie sind darauf angewiesen, Tranferleistugen in Anspruch zu nehmen. Die Sie dann z.B. beim Weihnachtsgeld spüren. Ich habe meine Steuern für derartiges immer gerne bezahlt: Wir leben im relativen sozialen Frieden und auch wirklich arme Menschen haben eine Chance, etwas zu werden.

Ich habe sogar noch größeres Glück als Ihre Tochter: Meine Eltern statten mich finanziell sehr gut aus. Not brauche ich nicht zu leiden. Dennoch weiß ich, wie es ist, mit sehr, sehr wenig über die Runden zu kommen.
Deshalb gebe ich gerne etwas ab, wenn ich etwas habe. Es ist gut für meine Seele. Denn: Wer mit 40 meint, er müsse sein Ego sein Herz regieren lassen, dessen Seele brennt schon. Er hört sie nur leider noch nicht schreien. Das wird er irgendwann tun.
horst.pachulke (25.11.2009, 21:54 Uhr)
@ Rostlaube:
Sie haben vollkommen Recht. Einen Hörsaal mit sinnentleerten Symbolen vollkleistern dient nicht der Artikulation des Unmutes der Studierenden.
Andererseits steht es Ihrer Tochter frei, sich Menschen zu suchen, mit denen sie sich Räumlichkeiten besetzt, um ihre eigenen (Gegen?)-Forderungen auszuarbeiten und einzubringen.
Nur motzen und selbst nix machen ist ein wenig billig. Denn die Kommilitonen werden nicht aus purem Übermut die Hörsäle besetzen. Dafür sind es zu viele. Hinzu kommt, dass zu viel gearbeitet wird für reines Spaßvergnügen. Wenigstens ist das hier in Gießen so: Die Forderungen sind sehr konkret, die Ausarbeitung sehr fortgeschritten. Nach einer Woche.

Es gärt an deutsch Hochschulen schon länger. Die Liste der Frechheiten ist lang. Nun hat man erwachsene Menschen auf das Niveau von Obersturenschülern degradiert. Wenn das die Liste noch nicht lang genug macht: Viel fehlt nicht mehr. Das, was noch fehlt, wird allein die Zeit bringen. Motivierend ist es nicht, zum Deppen erklärt zu werden. Wenigstens nicht für Menschen, die sich engagieren wollen. Und die können sich auch für ihre Belange engagieren. Notfalls mit Besetzungen.
Rostlaube (25.11.2009, 16:17 Uhr)
Rechtschreibung und Gramatik
@malt: Vielen Dank für den Hinweis auf den falsch gesetzten Artikel; ich bitte vielmals um Entschuldigung. Allerdings bei der Rechtschreibung und Gramatik, die man hier so manches Mal lesen kann, war das doch wohl ein verzeihlicher Tippfehler - oder?
Und nun zur Sache:
Wenn eine Diskussion angeregt wird, dann muss man damit rechnen, dass es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben. Und das Audimax mit Fahnen der Linken und Che Guevara zuzupflastern hat in meinen Augen erstmal gar nichts mit den Forderungen der Studentenbewegung zu tun. Ich empfehle zum Lebenslauf des Che Guerara einfach mal die Lektüre von Wikipedia. Man kann über die Forderungen der Studenten unterschiedliche Auffassungen haben. Allerdings würde mich interessieren, wer nach Meinung der Studenten all diese Forderungen (z.B. nach Studentengehalt) bezahlen soll. Daher auch meine Intension: man kann nicht einfach zerstören (z.B. das Gestühl im Audimax) und gleichzeitig Forderungen nach mehr Geld stellen. Das ist äußerst kontraproduktiv. Ich schreibe es Ihrer Jugend gut, dass Sie den Widerspruch in sich selbst nicht sehen. Wie raptor-xl schon schreibt: : wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz, wer es mit 40 immer noch ist, hat keinen Verstand. Und wenn Sie Ihre erste Gehaltsabrechnung erhalten haben, bei der von Ihrem Brutto- Weihnachtsgeld nur noch 45 % netto übrig bleiben, dann werden sich Ihre Ansichten zu den Forderungen sicher auch Ihren veränderten Lebensumständen anpassen. Und um es mit den Kommunisten zu sagen: Es kann nur soviel vom Kuchen verteilt werden, wie vorhanden ist. Außerdem hat es noch keinem Studenten geschadet, wenn er auch das Leben mit engen finanziellen Möglichkeiten kennen gelernt hat. Auch das ist eine Schule fürs Leben als künftiger Entscheidungsträger.
horst.pachulke (25.11.2009, 15:47 Uhr)
"Die Studierenden können nicht kommen und gehen, wann sie wollen, das
Studium ist kein Zuckerschlecken! Das ist man schuldig gegenüber
denjenigen in unserer Gesellschaft, die das Studium finanzieren,
nämlich die Steuerzahler und Arbeitnehmer. Studium ist harte Arbeit!
Wer da glaubt, er könne nach Befindlichkeit kommen und gehen, wann er
will, ist in der Tat im Irrtum. Hier kann ich den Studierenden
überhaupt nicht folgen."

"Ich halte eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche als Student für
total normal. Dass man daneben noch Nebenjobs hat, halte ich für
denkbar und durchaus vereinbar. Ich arbeite 60 Stunden die Woche, aber
das ist mein eigenes Problem."

Wir sind es also der Gesellschaft schuldig, dass es uns dreckig geht... keine Patte auf Tasche, aber malochen wie ein Brunnenputzer. Zum Dank wird man als "faul" beschimpft.
Andere hingegen arbeiten gerade mal 40 bis 60 Stunden die Woche - und das selbstbestimmt. Wäsche waschen und Wohnung putzen, das macht die Frau, das Essen auch und wenn die mal keine Lust hat, dann geht man halt schick aus. Man hat es ja.

Aber für die Anderen werden Sch***hausparolen ausgegeben:

Jawoll!!! Knüppeln bis das Arschwasser kocht!!! Die Gesellschaft ist in Gefahr!!! Arrrrggghhhh!!! Notfall!!! Hilfä!!! Wir müssen... <ängsltich zitter, vor Erregung schäum>

Völlig weggetreten, der Mann.
Jannus (25.11.2009, 15:37 Uhr)
Das Problem ist der Masterzugang
Ich als Student in einem Masterstudiengang kann nur sagen das der Bachelor als solches kaum berufsqualifizierend ist. Es ist sicherlich "nett", solch einen Zwischenabschluss ein zu führen, um Flexibilität und einfachere Hochschulwechsel zu ermöglichen.

Das Problem ist doch das der Bachelor als Regelabschluss angesetzt ist. Ergo das ein akademischer Regelabschluss, der 3 Jahre dauert. Das ist mMN. nicht machbar, bzw. nicht anständig umsetzbar.

Gerade die Spezialisierung in einem Studiengang erfolgt oft erst im Master. Doch wer eine Spezialisierung will, brauch Grundlagen. Der Bachelor schafft zwar die Grundlagen, bietet aber zu wenig/kaum Möglichkeiten um sich zu spezialisiern.

Die Masterstudiengänge sind "rar"(das wird noch zunehmen), an meiner Hochschule kamen auf 15 Plätze knapp 100 Bewerber. Die Hochschulen richten Hürden ein(Notenschnitte wie: 1,2, 2,0 oder meist 2,5, Berufserfahrung, Toefl Tests, Auswahlgespräche, bestimme Vorleistungen, CP/ECTS in jenem Fach, bestimmte ECTS Grade, Studiendauer und und und), doch gerade am Anfang des Studiums brauch man doch Zeit, um sich an der Hochschule zu recht zu finden. Das kann auf die Note gehen.

Das Vordiplom(als Möglichkeit schlechte Noten zu "löschen") fällt ja auch weg(gerade hier schreibt man doch oft die schlechteren Noten). Der Stoff den man dann "selber gestalten" kann erfolgt dann im Master.

Problem ist das der Master Abschluss nicht jeder mach soll/darf um Gelder zu sparen. Ergo hat man halbfertige Akademiker die in Konkurrenz mit Azubis, Meistern etc. treten(Bachelor genannt).

Der Bachelor wurde genutzt um Gelder an den Hochschulen zu sparen, hier werden halbfertige Studenten nach meist 6 Semestern aus der Hochschule entlassen, weil nur die Besten X-Prozent weiterkommen dürfen(man redet aktuell von 37,5%, ca. 1/3).

Bildung gibt es dann nur für die "Elite" oder Leute mit Geld(die sich in konsekutive Studiengänge einkaufen können).

Kaum ein AG will doch 3 jährige Hochschulabsolventen, die keine Zeit für Praktika, Nebenjobs, Softskills etc. hatten.

Da stellt man doch einen Master bzw. einen Diplom Absolventen ein.

Wer einen Master machen will, sollte ihn auch machen dürfen. Wenn ein Student zu schlecht für den Masterstudiengang ist, gehört er rausgeprüft(wie im Bachelor).

Ein Master ist schließlich keine Promotion!

Das Problem ist der Regelabschluss Bachelor.
knilch_59 (25.11.2009, 13:55 Uhr)
Tja, @raptor-xl
Lernen macht Spaß, wenn es freiwillig erfolgt. Genauso, wie Sie Ihre Arbeit beschreiben, beschreiben andere ihre Freizeit. Arbeit wird umso belastender, je fremdbestimmter sie ist. Und in dem Maß, in dem eine rigide Studienordnung Zeittakt und Lerninhalt aufgibt, wird das Studium dem Malochen am Band ähnlicher.
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Die Arbeitswissenschaft unterscheidet kaum noch zwischen körperlicher und psychischer Belastung durch Arbeit, der Fahrradkurier arbeitet weniger hart als die Kassiererin im Supermarkt, einfach, weil seine Freiräume größer sind.
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Früher hatte Studium auch mal etwas mit Selbstfindung zu tun: sich selbst ausprobieren und an die Grenze gehen gehörten dazu. Über miese Studienbedingungen wird schon seit 40 Jahren geklagt, aber ist es nicht gerade ihre Fähigkeit Probleme zu lösen, die Akademiker auszeichnen müsste?
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Die Verschulung des Studiums im Bachelor/Master-System bewirkt an dieser Stelle auch eine Veränderung des Typus bei Akademikern. Menschliche Kompetenzen spielen keine Rolle mehr, nur noch Fachwissen. Dieser Prozess hat schon vorher begonnen, ist aber durch die Abkehr vom Magister/Diplom beschleunigt worden. Jetzt bekommen wir eben affektierte Fachidioten, und die, die das nicht mit sich machen lassen möchten, werden als linke Spinner verunglimpft. Mit Leistungsprinzip hat das nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit Pawlowschen Reflexen: Nicht mehr, was möchte ich wissen, sondern nur noch was muss ich tun, um auf die Credits zu kommen, die konsequente Fortsetzung der gymnasialen Oberstufe. Schnapp die Wurst, hol die Belohnung.
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Diese Ökonomisierung des Studiums macht mir Sorgen, weil die, die da gut rauskommen, nicht die sind, die wir wirklich brauchen. Wo bleibt Zeit für Querdenker, Kreative? Bachelor/Master droht den Sieg der Lern-Zombies über die Begabten zu zementieren.
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Aber letztlich passt das schon. Sollte früher das Studium auf eine Spitzenposition vorbereiten, werden es die meisten der derzeitigen Absolventen wohl nicht über die erste Führungsebene hinaus schaffen. Die höheren Positionen bleiben denen überlassen, deren Elternhaus ihnen die Mittel gibt, sich darüber hinwegzusetzen. Ich kann die Studenten verstehen, die das nicht wollen. Das hat nichts mit politischer Grundausrichtung im Sinne von links / rechts / grün / national zu tun, aber es ist natürlich leicht in einer kapitalistischen Welt jeden Veränderungswunsch als linke Spinnerei herabzuqualifizieren.
raptor-xl (25.11.2009, 13:23 Uhr)
@pufferloesung
aber selbstverständlich hilft es durchaus, wenn man abends noch etwas lernt oder sich vorbereitet. keine ahnung, wie sie lernen, aber scheinbar brauchen sie für gewissen stoff eben länger. vielleicht aber auch nur, weil es ihnen nicht so leicht gefallen ist...
viele haben bei uns auch in kleinen gruppen gelernt. man traf sich zu hause und fragte sich gegenseitig ab. aber auch diese form, bei gebäck und tee/kaffee erachte ich als eher lockerer umgang als dieses mit arbeit zu vergleichen. es ging halt etwas freizeit drauf. aber die hatte man man -trotz aller jammerei- mehr als genug. wie gut es einem im studium ging, begreift man ja erst später. nämlich wenn sie vorbei ist...

und bevor sie sich nassmachen, suchen sie besser einen arzt auf. der hilft vielleicht.
pufferloesung (25.11.2009, 10:58 Uhr)
@raptor-xl
So So,
Büroarbeit mit Studiums-Lernen vergleichen.
Mal so entspannt abends !eine! Stunde lernen.
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Noch´n paar so Schenkelklopfer mehr und ich mach mich nass...
Also das hau mit meinem damaligen Studienalltag grad mal nix aber auch gar nix zu tun. Wenn Mit der Haltung gäbs glatt Null Punkte bei ner Thermodynamik oder sonst irgend ner techn. Klausur.
Mal davon abgesehen das wenn sie "Rostkloppfer" hier mit ins spiel bringen, die sind nich´grad das wissenschaftliche Fundament einer High-Tech Wirtschaft.
raptor-xl (25.11.2009, 10:43 Uhr)
40 stunden arbeit???
also bitte..... nun mal die kirche im dorf lassen. lernen ist sicher anstrengend, aber doch nun auch nicht mit körperlich schwerer arbeit zu vergleichen.

ich habe oft einen 12-14 stunden tag im büro. manchmal kann ich hier nie was reinschrieben, andere tage habe ich dazu mehr zeit. aber auch wenn ich lange und bis spät arbeite, so unterscheidet sich meine tätigkeit doch wahrlich zu einem rostkopfer in der werft blohm & voss, was permanent schwere arbeit bedeutet. bei mir ist es abndes auch mal eine einladung, ein essen, eine eröffnung von irgendwas, der rotary oder, oder, oder...

sich abends mal mit einem glas wein an den schreibtisch setzen, den fernseher, pc und i-pod mal zu ignoriere und eine stunde lernen - das ist doch keine arbeit! das ist die kür des studiums und nicht die pflicht. wer das nicht kapiert, hat etwas völlig falsch verstanden...

Nemesis666 (25.11.2009, 10:41 Uhr)
Was soll das Gejammere?
Nehmt euch ein Beispiel an Ardrea Nahles!
20 Sem. studiert, 10 Sem. Doktorantin und immer noch nicht fertig.
Das Leben ist schön!!!!!!!
Ad multos annos
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