23. Februar 2013, 13:17 Uhr

Linke wählt Gysi zum Spitzenkandidaten

Die Berliner Linke zieht mit Gregor Gysi an der Spitze in den Bundestagswahlkampf. Die gegen ihn erhobenen Stasi-Vorwürfe hat er auf dem Parteitag der Linkspartei erneut zurückgewiesen.

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Der Berliner Landesverband der Linkspartei hat seinen Spitzenkandidaten gekürt: den 65-jährigen Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi.©

Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag wurde am Samstag auf dem Parteitag der Berliner Linkspartei mit 94 Prozent Zustimmung auf Platz 1 der Landesliste gewählt. Zuvor hatte Parteichefin Katja Kipping die Delegierten aufgefordert, Gysi "in Zeiten wie diesen" ganz besonders deutlich ihre Rückendeckung zu zeigen.

Der 65-Jährige hatte in einer kämpferischen Rede die gegen ihn gerichteten Stasi-Vorwürfe erneut zurückgewiesen und als Kampagne gegen die Linkspartei gewertet. "Ohne die Linke fehlt dem demokratischen Spektrum im Bundestag ein ganz wichtiges Glied", sagte er und erntete minutenlangen Applaus.

Gysi wittert eine Kampagne

Gregor Gysi wertet die gegen ihn gerichteten Stasi-Vorwürfe als Kampagne gegen seine Partei. Er habe jetzt keine Illusionen mehr über seine politischen Gegner, sagte Gysi auf dem Parteitag der Berliner Linken. "Ich weiß, dass sie daran arbeiten, uns unter die Fünf-Prozent-Hürde zu drücken. Sie werden es nicht schaffen."

Die Vorwürfe selbst wies Gysi erneut zurück: "Abgesehen von ein paar dienstlichen Kontakten hat es nie eine inoffizielle Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit gegeben", sagte er.

Bisher nur ein Vorermittlungsverfahren.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen den 65-Jährigen wegen des Vorwurfs einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu seinen Stasi-Kontakten. Gysis Gegner werfen ihm vor, als Anwalt in der DDR mit der Stasi zusammengearbeitet und Mandanten verraten zu haben.

Eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft bestätigte unterdessen, dass derselbe pensionierte Jurist, der im Mai 2012 Gysi anzeigte, auch gegen einen früheren Stasi-Major Anzeige erstattet habe. Die eidesstattliche Versicherung, um die es in dem Fall gehe, liege aber noch nicht vor - deshalb sei dies bislang nur ein Vorermittlungsverfahren. Zunächst hatte das Magazin "Focus" berichtet, es gehe um den Verdacht, der Ex-Stasi-Mann könnte in einem früheren Gerichtsverfahren eine falsche eidesstattliche Erklärung zugunsten von Gysi abgegeben haben.

tib/DPA
 
 
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