5. Dezember 2012, 12:05 Uhr

Steinbrück gibt Schweizer Sarasin-Bank einen Korb

Peer Steinbrück wird seinen letzten geplanten Vortrag vor einer Schweizer Privatbank nicht halten. Zuvor hatte die Union den SPD-Kanzlerkandidaten wegen des Termins scharf kritisiert.

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Hat seinen letzten geplanten Vortag abgesagt: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück©

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat einen für Donnerstag geplanten Vortrag bei der Schweizer Privatbank Sarasin abgesagt. Das teilte sein Sprecher Michael Donnermeyer am Mittwoch in Berlin mit. Grund seien Berichte über staatsanwaltliche Ermittlungen bei der Bank. Daher werde Steinbrück seine im Frühjahr getroffene vertragliche Zusage nicht einhalten.

Bei dem Institut in Frankfurt war kürzlich eine Razzia durchgeführt worden. Laut Medienberichten beziehen sich die Vorwürfe auf mehrere Aktiendeals, bei denen Steuern in dreistelliger Millionenhöhe hinterzogen worden sein sollen. Die Bank hat ein Fehlverhalten zurückgewiesen.

In ihrer Mittwochsausgabe hatte die "Bild"-Zeitung noch berichtet, Steinbrück werde seinen Vertrag mit dem Geldinstitut einhalten. "Dieser Vortrag wird er letzte sein", hatte ein SPD-Sprecher der Zeitung versichert.

Kauder wirft Steinbrück Instinktlosigkeit vor

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte dem SPD-Politiker vor der Absage instinktloses Verhalten vorgeworfen. Steinbrück habe erkannt, dass er keinen Stich gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekomme, sagte Kauder am Mittwoch auf dem CDU-Bundesparteitag in Hannover. Deshalb wolle er offenbar seinen Marktwert für die Zeit nach seiner Kandidatur steigern.

Steinbrück hatte bereits Ende Oktober im Zusammenhang mit der Offenlegung seiner Vortragstätigkeiten angekündigt, seine eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen noch erfüllen zu wollen und die Honorare zu spenden. Am Donnerstag wollte Steinbrück in Frankfurt am Main ursprünglich einen Vortrag zum Thema "Sicherheit und Stabilität für Europas Finanzmärkte" halten.

Nach einer Umfrage des stern hält die Mehrheit der Deutschen den 65-Jährigen für den richtigen Kanzlerkandidaten seiner Partei. Allerdings würden sich nur 26 Prozent der Befragten für den SPD-Politiker entscheiden.

mlr/AFP/DPA
 
 
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