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21. Oktober 2011, 20:30 Uhr

Griechenland wird zum Fass ohne Boden

Wo soll das enden? Die Euro-Finanzminister haben die nächste Kreditzahlung für Griechenland freigegeben - und gleich noch eine Hiobsbotschaft mitgeschickt: Das Geld reicht nicht.

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Eine gute und eine schlechte Nachricht: Griechenlands Ministerpräsident George Papandreou© Thierry Roge/Reuters

Griechenland atmet auf und die restliche Eurozone stöhnt: Das akut von der Pleite bedrohte Land erhält die nächste Hilfszahlung von acht Milliarden Euro. Nach einer langen Hängepartie gaben die Euro-Finanzminister am Freitag in Brüssel die sechste Kredittranche an Athen frei, wie Diplomaten sagten. Die Vertreter der Euroländer schickten aber noch eine schlechte Nachricht hinterher: Die Regierung in Athen braucht weit mehr Finanzhilfe der Partner und Banken als bisher berechnet, wie aus einer Erklärung der Finanzminister hervorgeht. Konkrete Zahlen werden nicht genannt.

Noch im Juli waren die internationalen Geldgeber davon ausgegangen, dass ein zweites Paket von 109 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln ausreicht. Zusätzlich sollten Banken und Versicherer mit bis zu 50 Milliarden Euro zur Rettung beitragen.

Die jetzt genehmigte Finanzspritze stammt aus dem ersten Hilfsprogramm von 110 Milliarden Euro. Ohne das Geld hätte Athen im November die Pleite gedroht. Die Entscheidung sollte eigentlich schon Anfang Oktober fallen, war aber verschoben worden, weil Griechenland seine Sparziele verfehlt hatte. Zwischenzeitlich legte die griechische Regierung mit neuen Sparmaßnahmen nach.

Fortschritte beim Spar- und Reformprogramm

Mit der Entscheidung folgten die Minister einer Empfehlung der sogenannten Troika, der Sonderprüfer von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Nach Einschätzung der Finanzkontrolleure hat das Land bei seinem Spar- und Reformprogramm Fortschritte gemacht.

Die Euro-Partner haben immer wieder betont, dass sie Griechenland auf keinen Fall pleitegehen lassen wollen. Bereits im Juli hatten die Eurostaaten daher ein zweites Notpaket für Athen von weiteren 109 Milliarden Euro beschlossen. Da sich die Lage Griechenlands aber zwischenzeitlich verschlechtert hat, reicht auch dieses Paket nicht mehr aus. Die Politik will daher Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen bei der Rettung stärker als geplant ins Boot holen. Eine Entscheidung dazu ist noch nicht getroffen.

mad/DPA/Reuters
 
 
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