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16. Juni 2010, 09:00 Uhr

Rösler kritisiert Westerwelle

In einer aktuellen stern-Umfrage gibt fast die Hälfte der Deutschen der FDP die Schuld am Dauerstreit der schwarz-gelben Koalition. Gesundheitsminister Philipp Rösler zeigt sich zerknirscht und äußert auch Kritik an der Parteispitze.

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"Blockieren ist einfacher als regieren": Gesundheitsminister Philipp Rösler, FDP© Tim Brakemeier/DPA

In der FDP-Spitze mehrt sich die Kritik an Parteichef Guido Westerwelle und dessen zu langem Festhalten an Forderungen nach Steuersenkungen. FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler sagte dem stern: "Man kann auch Vertrauen verlieren, wenn man sein Handeln nicht ausreichend an den Realitäten orientiert." Bei den Liberalen wächst mittlerweile die Angst, durch zu großes Beharren auf ihren Wahlkampfversprechungen für das miserable Erscheinungsbild der schwarz-gelben Koalition verantwortlich gemacht zu werden. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage für den stern, gaben 47 Prozent der Befragten an, die FDP sei Schuld am Dauerstreit der Koalition. CDU (sechs Prozent) und CSU (zehn Prozent) folgen mit deutlichem Abstand.

Auch Röslers Staatssekretär Daniel Bahr macht der FDP-Spitze Vorwürfe, die eigenen politischen Vorstellungen nicht zeitig genug an die Finanzkrise angepasst zu haben. Bahr sagte dem stern: "Wir hätten viel früher darauf reagieren müssen."

Gesundheitsminister Rösler, der mit seinen Vorschlägen zur Reformierung des Gesundheitswesens in permanentem Clinch mit dem Koalitionspartner CSU liegt, zeigte sich verärgert über den Partner aus Bayern: "Blockieren ist einfacher als regieren." Rösler führt das schlechte Erscheinungsbild der schwarz-gelben Koalition auf unterschiedliche politische Grundauffassungen zurück: "Wir haben übersehen, dass sich die Parteien verändert haben."

Wie tief die Gräben auch im schwarz-gelben Wählerlager sind, zeigen die Antworten der jeweiligen Anhänger in der stern-Umfrage. So machen sogar 55 Prozent der Unionswähler die FDP für den Koalitionsstreit verantwortlich. Dagegen sehen die Unterstützer der Liberalen zu 29 Prozent die CSU und zu 22 Prozent die CDU als Hauptunruhestifter - immerhin 19 Prozent jedoch sprechen die eigene Partei schuldig.

Gefragt, wie CDU-Chefin Angela Merkel auf die Krise reagieren solle, plädiert ein Fünftel der Deutschen (20 Prozent) für einen Rücktritt der Kanzlerin und Neuwahlen. 22 Prozent sind für eine Wiederauflage der Großen Koalition. 6 Prozent raten Merkel zu einer Kabinettsumbildung. 35 Prozent empfehlen ihr, die Regierungspolitiker klar in die Schranken zu weisen. Lediglich 8 Prozent glauben, die Kanzlerin könne weiter so regieren wie bisher.

Den kompletten Bericht

Den kompletten Bericht ... über die Identitätskrise der FDP und die Forsa-Umfrage lesen Sie in der neuen Ausgabe des stern.

 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
Kippi (16.06.2010, 19:23 Uhr)
Guido ade....
scheiden tut weh, aber dein Scheiden macht, dass Deutschland wieder lacht, Guido ade....
hotharissa (16.06.2010, 18:38 Uhr)
Trümmerfrau und Wellpappe
Der aktuelle Spiegel hat einen Titel, der sagt und zeigt alles: Zwei Versager und dazu der Titel "AUFHÖREN!" Mehr ist doch derzeit nicht zu kommentieren. Wer ihn nicht gelesen hat: LESEN! ---- Gut, dann hätten wir Neuwahlen ... und dann ... die SPD sagt dazu nichts. Nur meckern gilt nicht. Vorschläge machen, rauskommen aus der Deckung.
Johann58 (16.06.2010, 14:45 Uhr)
@aretana (16.06.2010, 13:40 Uhr)
Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die andere Parteien Gesetzte verabschieden, die das Volk will?

Fuer mich hat die FDP ein 15% Problem! Da gibt es naemlich immer noch FDPler, die glauben dass man ein Stammwaehlerpotential von 15% hat und in Wirklichkeit sind das nur 5%, der Rest sind frustrierte CDU/CSU und SPD Waehler. Es gab wohl zu viele, die geglaubt haben, dass man mit Spruechen alla Westerwelle nicht nur Opposition sondern auch Regierungspolitik machen kann.
nightmare_online (16.06.2010, 14:26 Uhr)
@aretana
Nur mal so gefragt: Die FDP regiert doch ZUSAMMEN mit der CDU, nicht? Und die beiden Parteien machen ZUSAMMEN die Gesetze, nicht?
Und die CDU hat gerade wieder einen Prozentpunkt zugelegt. Mir scheint also, an Ihrer These kannwas nicht stimmen.
Johann58 (16.06.2010, 14:25 Uhr)
Nun hat Roesler ja erst mal recht;
Dass er natuerlich den gleichen Fehler macht steht sicher fuer ihn auf einem anderen Blatt. Was Roesler allerdings verschweigt ist, dass die Realitaet an der sich seine FDP bei den Wahlversprechen ja eine ganz andere war und die Steuersenkungsversprechen sich an Traeumen und nicht an der Realitaet orientiert haben. Nach wie vor bleibt dann die Frage warum ein paar Hoteliers eine Milliardensteuersenkung erhalten haben und der von Westerwelle beschworden Mittelstand leer ausgeht.

Mit einfachen Worten gesagt; Die FDP luegt! Die FDP hat vor der Wahl gelogen weil sie wieder besseren Wissens etwas versprochen hat was nie einzuhalten war und sie luegt heute indem sie die Verantwortung fuer das eigene Fehlverhalten bei anderen sucht.

Wer immer noch FDP waehlt oder ihren Luegen glaubt ist auch nicht besser.
Prologo (16.06.2010, 14:00 Uhr)
In der FDP geht die blanke Angst um, dass....

....sie jetzt ihre eigenen Pfründe verlieren, und sonst gar nichts.

Das Volk ist denen doch total egal, wie man ja ständig lesen konnte. Die ändern solange ihr Programm, bis sie wieder 15% dämliche Wähler eingefangen haben, denn das Hirn der Wähler ist ja sehr vergesslich, was wir aus der Vergangenheit ja schon oft genug erlebt haben, oder...?

MfG,
T.
aretana (16.06.2010, 13:40 Uhr)
Wahrscheinlich hat sich das Thema FDP
für die nächsten Jahre erledigt.
Aber wenn eine Partei so gegen das Volk regiert und Gesetze durchbringen will, die von der Mehrheit abgelehnt werden, muss man sich nicht wundern, wenn die Umfragewerte in den Keller rauschen.
Compaktor (16.06.2010, 12:52 Uhr)
Gerade Rösler
muss hier dicke Lippe reskieren - das was er Reform nennt - ausuferde Gesundheitskosten in bar bei den Versicherten eintreiben - erinnert eher an Schutzgelderpressung !
Allein das in Verbindung mit dem "erspendeten" Hoteliergeschenk schmeckt doch nach Rechtsbruch !
Administrator (16.06.2010, 12:50 Uhr)
Liebe User,
wir habe an dieser Stelle einige beleidigende Kommentare gelöscht.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
VaSi90 (16.06.2010, 11:39 Uhr)
FDP - Realitätsfern EXTREM!
Mir geht die FDP mittlerweile SEHR auf die Nerven.
Deren Argumentation zu den verschiedensten Themen gleicht schon fast einer verbalen Diarrhö!
Offenbar ist jetzt erste den meisten deutschen klar geworden, dass diese Partei nur Ihren eigenen Profil genügen muss. Oder anders gesagt nur denen der oberen Zehntausend! Gestern lief "SICKO" von Michael Moore. Da wurde es mir ganz murmelig im Bezug auf das US-Gesundheitswesen. Ich hoffe, dass sich die FDP NICHT durchsetzt!!!
Bitte ein System wie in KANADA!
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