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18. Januar 2007, 09:31 Uhr

Henrico wird Punkrock-Experte

Henrico Frank ist nicht länger Deutschlands bekanntester Arbeitsloser. Der Grund ist ein erfreulicher: Der wegen seines Disputs mit SPD-Chef Kurt Beck bekannt gewordene Wiesbadener wird seinen Traumjob antreten.

Henrico Frank arbeitet nun als Punkrock-Experte bei einem Sender© Thomas Lohnes/DDP

Der durch seine Auseinandersetzung mit SPD-Chef Kurt Beck bekannt gewordene Wiesbadener Arbeitslose Henrico Frank zählt sich laut Zeitungsberichten künftig wieder zur erwerbstätigen Bevölkerung. Frank soll einen Arbeitsvertrag beim Frankfurter Musiksender iMusic TV unterschreiben. Die Firma stelle den 37-Jährigen als Experten für Punkrock ein.

Frank war in die Schlagzeilen geraten, nachdem er den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Beck bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wiesbaden für seine Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht hatte. Beck hatte Frank daraufhin gesagt: "Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job." Bei seinem neuen Arbeitsplatz störe weder Bart noch Nasenring, sagte Frank: "Ich kann mich wo einbringen, wo ich auch Ahnung von hab', es ist schon eine Art Traumjob."

Der Langzeitarbeitslose war Becks Ratschlag gefolgt und hatte von der Mainzer Staatskanzlei acht Jobangebote übermittelt bekommen, die er jedoch ausschlug. Die Stadt Wiesbaden hatte daher Anfang der Woche angekündigt, Frank ab Februar für drei Monate das Arbeitslosengeld um 30 Prozent zu kürzen. Die Behörde warf Frank vor, dass er sich nicht mit der gebotenen Sorgfalt um die ihm angebotenen Stellen gekümmert habe.

Nur etwa jedem 100. Hartz-IV-Bezieher wird laut einem Zeitungsbericht das Arbeitslosengeld II gekürzt, weil er einen Job ablehnt. Das geht aus bisher unveröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach wurden im November 2006 insgesamt 2,5 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Bezieher sanktioniert. Die meisten Kürzungen würden wegen "Meldeversäumnissen" verhängt, etwa bei unentschuldigt versäumten Terminen. Nach den Erfahrungen der Behörden ist bei etwa jedem Dritten der "Bestraften" der abgelehnte Job Grund für die Kürzungen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
rockdino (18.01.2007, 16:45 Uhr)
SO geht das also!!
Da muss man nur eine PR-Beraterin haben, sich aufführen wie offene Hose und schon bekommt man einen Job bei den Medien.
Ich (Experte für Rockmusik und Musiker) habe mich jahrelang vergeblich bei verschiedenen Musikzeitschriften und anderen Medien beworben.
Aber ich kann mir ja auch keine Beraterin leisten!
Malt (18.01.2007, 11:56 Uhr)
Eigentlich erschreckend...
finde ich, dass nur jeder 100ste mit Sanktionen zu rechnen hat, wenn er nen Job ausschlägt.
Pixelschubser (18.01.2007, 11:26 Uhr)
Au Mann...
...ich lach' mich tot... und jetzt fehlt eigentlich nur noch die Meldung, dass die ganze Aktion ein geheimer Test von RTL war...
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