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4. Juli 2009, 19:59 Uhr

Pannen-Reaktor nach Störfall vom Netz

Das Kernkraftwerk Krümmel in Schleswig- Holstein hat sich nach einem Störfall abgeschaltet. Das als Aufsichtsbehörde zuständige Kieler Sozialministerium sprach von einem gravierenden Vorfall. Das umstrittene Kraftwerk war nach einer Zwangspause von fast zwei Jahren erst seit zwei Wochen wieder in Betrieb.

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Das Kernkraftwerk Krümmel ist seit Samstagmittag erneut vom Netz© Hero Lang/DDP

Ein neuerlicher Störfall im Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein hat am Samstag zu erheblichen Störungen im Stromnetz von Hamburg geführt. Der zweite Zwischenfall innerhalb weniger Tage wurde nach Angaben der Betreibergesellschaft Vattenfall wahrscheinlich durch eine Störung in einem der beiden Maschinentransformatoren ausgelöst. Demnach schaltete sich der Meiler nach der Störung um 12.02 Uhr am Samstag selber ab und ging vom Netz. Erhöhte Mengen an Radioaktivität wurden nach Angaben des Landes-Sozialministeriums nicht freigesetzt. Dies hätten betreiberunabhängige Messungen ergeben.

1500 Ampeln fielen aus

Der Störfall führte unter anderem zum Ausfall eines Großteils der Straßenampeln in Hamburg. Vattenfall zufolge waren 1500 der 1800 Ampelanlagen im Stadtgebiet betroffen. Von dem Spannungseinbruch betroffen waren auch mehrere Einkaufszentren sowie Stahl- und Aluminiumwerke.

Ein Sprecher des Sozialministeriums bewertete den Störfall als gravierend. Er werfe viele Fragen auf, sagte er. Auch die Informationspolitik des Betreibers über den Zwischenfall sei nicht so gelaufen, wie dies wünschenswert gewesen wäre. Die zuständige Behörde sei vom Lagedienst des Innenministeriums informiert worden, der wiederum durch Polizisten vor Ort in Kenntnis gesetzt worden sei. Die Polizei war wegen einer Mahnwache von Atomkraftgegnern mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Die Atomaufsicht leitete umgehend Untersuchungen zur Ursache ein.

Nach der Abschaltung einer Turbine am Mittwoch war die Anlage bereits nur mit verminderter Leistung weiter betrieben worden. Das Atomkraftwerk südöstlich von Hamburg war erst vor etwa zwei Wochen wieder in Betrieb gegangen, nachdem es nach einem Transformatorenbrand im Juni 2007 knapp zwei Jahre lang stillgestanden hatte.

Reuters

 
 
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