12. Januar 2011, 09:45 Uhr

"Es macht mir Spaß, Porsche zu fahren"

"Luxus-Linker" nennen ihn seine Kritiker, doch Linken-Chef Klaus Ernst ficht das nicht. Im stern verteidigt er mit praller Wortwahl seinen Lebensstil.

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Ein Mann, der das Leben liebt - und sich das auch von seinen Genossen wünscht: Linken-Chef Klaus Ernst©

Klaus Ernst, Vorsitzender der Linken, hat innerparteiliche Kritik an seinem Lebensstil zurückgewiesen. "Man kann als Linker nicht nur rumlaufen, als hätte man drei Tage lang nicht geschlafen, nichts gegessen und auch noch schlecht gesoffen", sagte Ernst in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. "Wenn wir immer so tun, als tragen wir das ganze Leid der Welt auf unseren Schultern, interessiert sich doch kein Schwein für uns."

Ernst fährt einen Porsche und besitzt eine Almhütte in den Tiroler Alpen. Das hat ihm den Vorwurf eingebracht, ein "Luxus-Linker" zu sein. "Ein Entbehrungssozialismus ist mit mir nicht zu machen", so Ernst. "Auch als Linker darf man Lebensfreude zeigen." Er sei dafür, dass es möglichst vielen Menschen so gut gehe wie ihm. Ernst bekennt sich in dem stern-Interview zu seinem Lebensstil: "Es macht mir Spaß, Porsche zu fahren." Er habe ein Leben lang gearbeitet und sich erlaubt, mit dem Geld das zu tun, wozu er Lust habe. Da wolle er sich von niemandem reinreden lassen. Ernst kritisierte zugleich die innerparteiliche Kultur in dieser Frage. "Wissen Sie, was mir Angst macht?", so Ernst. "Diese Hundertprozentigen, die festlegen, wie ein Linker zu sein hat: Er kommt mit dreckigen Fingernägeln zehn Minuten zu spät ins Theater, wo er nichts versteht." Eine Linke, die ihren führenden Leuten vorschreibe, wie sie zu leben haben, sei "so attraktiv wie ein Kuhfladen".

Der Parteivorsitzende zeigte Verständnis für die Klage ostdeutscher Landesverbände, ihre Interessen würden in der gesamtdeutschen Linken zu wenig berücksichtigt. "Trotzdem ist der beleidigte Tonfall falsch", fügte Ernst hinzu. Scharf kritisierte er die Überlegung einiger Realpolitiker, eine eigenständige Ost-Landesgruppe innerhalb der Partei zu gründen. "Zurück zur alten PDS? Das wäre absolut hirnrissig", sagte Ernst. "Ein Zurück zur alten WASG wäre übrigens genauso hirnrissig. Die Partei muss weiter zusammenwachsen, der Weg zurück führt nur in die Bedeutungslosigkeit."

Der Parteichef distanzierte sich zugleich von seiner Co-Vorsitzenden Gesine Lötzsch, die mit ihren Kommunismus-Äußerungen für Aufregung gesorgt hatte. "Kommunismus ist kein Ziel der Linken", sagte Ernst. "Viele denken bei dem Begriff an Stalin und die Mauer und weniger an die Verfolgung von Kommunisten durch die Nazis. Mit Ideologie kann man keinen Blumentopf gewinnen."

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ben
 
 
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