. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. Mai 2009, 22:03 Uhr

Waffenrecht wird verschärft

Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben sich darauf verständigt, das Waffenrecht zu verschärfen. Geplant ist, Waffenbesitzer stärker zu kontrollieren. Außerdem sollen Spiele wie Paintball und Laserdom, bei denen die Tötung des Gegners simuliert wird, mit Bußgeldern geahndet werden.

Waffenrecht, Paintball, Laserdom, Waffen,

Mitglieder des Paintball Sport Bitterfeld beim Training. Mit ihrem Hobby dürfte es bald vorbei sein, wenn das neue Gesetz zum Waffenrecht in Kraft tritt© Jens Schlueter/DDP

Trotz heftiger Proteste der Schützen und Jäger will die Koalition die Kontrollen von Waffenbesitzern deutlich verschärfen. Die Fachleute von Union und SPD verständigten sich am Dienstagabend abschließend auf eine Reform des Waffenrechts, die auch das ebenfalls umstrittene Verbot von Kampfspielen wie Paintball, Gotcha oder Laserdom enthält, wie Unionsunterhändler Wolfgang Bosbach sagte.

Beide Bundestagsfraktionen müssen dem Verhandlungsergebnis noch zustimmen. Ende Mai soll die Reform in den Bundestag eingebracht werden, damit sie noch vor der Wahl im September verabschiedet werden kann.

Die Koalitionsexperten hatten sich bereits in der vergangenen Woche auf die Grundzüge der Reform verständigt, die eine Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden ist. Besonders umstritten ist der Plan, auch ohne Verdacht auf eine Gesetzeswidrigkeit Kontrollen von Waffenbesitzern zuzulassen. "Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass die zuständigen Behörden die Möglichkeiten erhalten müssen, die Einhaltung der Aufbewahrungsvorschriften von Schusswaffen wirksam überprüfen zu können", sagte Bosbach. Zwar können die Betroffenen den Zugang zu ihrer Wohnung verweigern, aber nur, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Ansonsten droht ihnen der Entzug des Waffenscheins.

Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Michael Hartmann soll eine neue Strafvorschrift eingeführt werden. Wer seine Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahrt und diese entwendet werden, riskiert drei Jahre Gefängnis.

Die Koalition verständigte sich ferner darauf, die Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen von 14 auf 18 Jahre anzuheben. Auch sollen die Behörden künftig häufiger prüfen können, ob die Voraussetzungen für einen Waffenbesitz noch vorliegen. Bisher schreibt das Gesetz nur eine Prüfung nach drei Jahren vor. Geplant ist außerdem, Waffen mit biometrischen Sicherungen zu versehen. Schließlich soll es eine Amnestieregelung für unerlaubten Waffenbesitz geben. Wer bis Jahresende seine illegale Waffe abgibt, werde straffrei bleiben

Kampfspiele sollen künftig als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden können. Diese Regelung soll allerdings nicht sofort gelten. "Damit die Veranstalter solcher Spiele sich auf die neue Rechtslage einstellen können, wird ein ausreichender Übergangszeitraum gewährt", sagte Bosbach. Weitere Einzelheiten des Gesetzentwurfs sollen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz präsentiert werden.

Waffenbesitzer hatten gegen die geplante Verschärfung der Kontrollen bereits heftig protestiert. Der Schützenbund verwahrte sich dagegen, dass seine Mitglieder "rechtloser gestellt werden sollen als jeder Kriminelle". Das Verbot der Kampfspiele war von Experten als Aktionismus kritisiert worden.

AP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Paintball-Verbot Die Waffennarren lachen sich kaputt

Hoch und heilig hat die Politik nach dem Amoklauf von Winnenden versprochen, das Waffenrecht endlich zu verschärfen. Geschehen ist wenig. Stattdessen will man jetzt das Spiel Paintball verbieten. Die echten Waffennarren wird das freuen. mehr...

Verschärfung des Waffenrechts Koalition will Paintball verbieten

Nach dem Amoklauf von Winnenden waren Rufe nach einem schärferen Waffenrecht laut geworden. Jetzt haben die Koalitonsspitzen sich auf Maßnahmen geeinigt: Waffenbesitzer sollen unangemeldet kontrolliert werden, und Kampfspiele wie Paintball oder Laserdom werden verboten. mehr...

Hermann Scheer "Wir müssen das Waffenrecht verschärfen"

Angehörige der Amoklauf-Opfer in Winnenden haben ein Verbot von Killerspielen und einen erschwerten Zugang für Jugendliche zu Waffen gefordet. Im stern.de-Interview plädiert der Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer (SPD), in dessen Wahlkreis das Massaker stattfand, ebenfalls für strengere Waffengesetze. mehr...

Konsequenz aus Amoklauf Schäuble will Waffen per Fingerabdruck sichern

Die Rufe nach strengeren Auflagen für Waffenbesitzer sind seit dem Amoklauf von Winnenden immer lauter geworden. Jetzt hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble reagiert. Noch vor der Wahl will er das Waffenrecht verschärfen. Es gäbe da "interessante technische Möglichkeiten". mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston