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12. Mai 2009, 22:03 Uhr

Waffenrecht wird verschärft

Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben sich darauf verständigt, das Waffenrecht zu verschärfen. Geplant ist, Waffenbesitzer stärker zu kontrollieren. Außerdem sollen Spiele wie Paintball und Laserdom, bei denen die Tötung des Gegners simuliert wird, mit Bußgeldern geahndet werden.

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Mitglieder des Paintball Sport Bitterfeld beim Training. Mit ihrem Hobby dürfte es bald vorbei sein, wenn das neue Gesetz zum Waffenrecht in Kraft tritt© Jens Schlueter/DDP

Trotz heftiger Proteste der Schützen und Jäger will die Koalition die Kontrollen von Waffenbesitzern deutlich verschärfen. Die Fachleute von Union und SPD verständigten sich am Dienstagabend abschließend auf eine Reform des Waffenrechts, die auch das ebenfalls umstrittene Verbot von Kampfspielen wie Paintball, Gotcha oder Laserdom enthält, wie Unionsunterhändler Wolfgang Bosbach sagte.

Beide Bundestagsfraktionen müssen dem Verhandlungsergebnis noch zustimmen. Ende Mai soll die Reform in den Bundestag eingebracht werden, damit sie noch vor der Wahl im September verabschiedet werden kann.

Die Koalitionsexperten hatten sich bereits in der vergangenen Woche auf die Grundzüge der Reform verständigt, die eine Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden ist. Besonders umstritten ist der Plan, auch ohne Verdacht auf eine Gesetzeswidrigkeit Kontrollen von Waffenbesitzern zuzulassen. "Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass die zuständigen Behörden die Möglichkeiten erhalten müssen, die Einhaltung der Aufbewahrungsvorschriften von Schusswaffen wirksam überprüfen zu können", sagte Bosbach. Zwar können die Betroffenen den Zugang zu ihrer Wohnung verweigern, aber nur, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Ansonsten droht ihnen der Entzug des Waffenscheins.

Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Michael Hartmann soll eine neue Strafvorschrift eingeführt werden. Wer seine Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahrt und diese entwendet werden, riskiert drei Jahre Gefängnis.

Die Koalition verständigte sich ferner darauf, die Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen von 14 auf 18 Jahre anzuheben. Auch sollen die Behörden künftig häufiger prüfen können, ob die Voraussetzungen für einen Waffenbesitz noch vorliegen. Bisher schreibt das Gesetz nur eine Prüfung nach drei Jahren vor. Geplant ist außerdem, Waffen mit biometrischen Sicherungen zu versehen. Schließlich soll es eine Amnestieregelung für unerlaubten Waffenbesitz geben. Wer bis Jahresende seine illegale Waffe abgibt, werde straffrei bleiben

Kampfspiele sollen künftig als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden können. Diese Regelung soll allerdings nicht sofort gelten. "Damit die Veranstalter solcher Spiele sich auf die neue Rechtslage einstellen können, wird ein ausreichender Übergangszeitraum gewährt", sagte Bosbach. Weitere Einzelheiten des Gesetzentwurfs sollen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz präsentiert werden.

Waffenbesitzer hatten gegen die geplante Verschärfung der Kontrollen bereits heftig protestiert. Der Schützenbund verwahrte sich dagegen, dass seine Mitglieder "rechtloser gestellt werden sollen als jeder Kriminelle". Das Verbot der Kampfspiele war von Experten als Aktionismus kritisiert worden.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 31)
 
utospatz (14.05.2009, 17:08 Uhr)
Was ist ein sogenannter Schützenverein?
Eine Ansammlung von Schwermutidioten a'la Robin Hood, die in der heutigen Zeit eigentlich schon eingeäschert sein müssten! Ich denke dass nicht ein einziger Mensch auf der Welt mir erklären kann, warum ein einzelner Mensch auf der Welt zu Hause benötigt einen Waffenschrank! Ist der von Geburt an schon psychisch krank? Möchte er auf freien Wiesen für seine Tortillias die Maiskolben schießen? Nun gibt es tatsächlich Präzisionsgewehre a'la H&K wie wunderbar, deer heute noch in sämtlichen Bürgerkriegen der Welt in dieser Republik ein gesicherter Arbeitsplatz-Erhalter war!
Diese geistig verkommene Republik, 3.größter Waffenexporteur, verantwortlich für tausende, oder hunderttausende von Toten denkt im eigenen Land über verschärfte Waffengesetze nach! Was eine Schmach!
sedanon (14.05.2009, 10:51 Uhr)
Endlich !
Jetzt laufe ich nicht mehr Gefahr, mit Paintballs erschossen zu werden.
bR4iNST0RM (13.05.2009, 11:31 Uhr)
Weg mit den Spinnern!
So dämlich kann doch eigentlich niemand sein. Die Quittung bekommen diese Fachversager bei den Wahlen. Wenn nicht beschissen wird, dürfte die Wahl klar ausfallen. Wer jetzt noch die momentanen Schmaldenker wählt, der muss mächtig was am Kopf haben.
friedolin (13.05.2009, 08:03 Uhr)
Verfassungsklage:
Ich wünsche den Betroffenen viel Erfolg bei der nötigen Verfassungsklage.
Ich zuversichtlich, dass das BVG diesen Eingriff in die Grundrechte kippt.
Es ist erbärmlich wie sich die Populisten der Regierung hier an einer Randgruppe vergehen, die leider (noch) nicht über die Lobby von Schützenvereinen verfügt.
Wiefelstütz bezeichnet Paintball als sittenwidrig. Wenn der Staat nun bestimmt was auf Privatgelände für Erwachsene an Sitten zu gelten hat, dann können noch einige andere Personengruppen zittern. Allerdings nur, wenn sie keine grosse Lobby haben.
Heute die Paintballer, morgen vielleicht die Mittelalterfans (Schwerter, Bogen, simulierte Schlachten), übermorgen vielleicht SM-Fans (Peitschen, Fesseln, Kneifen), in naher Zukunft vielleicht auch politische, religiöse oder ethnische Minderheiten die der Staat je nach Regierungsbesetzung als "Sittenwidrig" einstuft.
Ach ja noch einen Tip: Im Iran oder Afghanistan kann dann die deutsche Polizei lernen, wie man effektiv die Sitten überwacht.
audio001 (13.05.2009, 07:09 Uhr)
Hat die Politik keine anderen Probleme zu lösen?
Irgendwie ist dieses Diskussion über das "paintball Verbot" irritierend. Wir kennen (richtigerweise) in Deutschland eine Wehrpflicht.
Ein Teil dieser Ausbildung dient dem Beherrschen von Waffen.- Ziel dieser Ausbildung ist es, Soldaten die Fähigkeit zu vermitteln einen Gegner "kampfunfähig" zu machen!
Ich denke keiner in diesem Lande würde auf die Idee kommen die Bundeswehr zu verbieten, nur weil dort junge Menschen im Umgang mit der Waffe ausgebildet werden!
Und ich bin gleichfalls davon überzeugt, dass durch die Tatsache, dass junge Menschen bei der Bundeswehr lernen eine Waffe zu beherrschen, das Risiko für Bürger in diesem Land zum Opfer einer Straftat mit Waffeneinsatz zu werden, nicht geringer oder größer ist!?
Meiner Ansicht nach, hat die Politik - scheinbar in Ermangelung andere politischer Tätigkeitsfelder (?) - mit den „paintball Verbot“ wieder nur ein neues Themenfeld eröffnet was (frei nach Franz-Josef Strauß) „so überflüssig ist, wie ein Kropf“!
Reiner.Unsinn (13.05.2009, 07:05 Uhr)
Warum wird eigentlich Fechten nicht verboten?
Diese Frage ist durchaus ernstgemeint. Wenn das Simulieren eines Tötungsdeliktes das Hauptkriterium eines Verbotes darstellt, frage ich mich, warum z.B. Fechten nicht verboten wird, sondern ja sogar olympisch ist.
mupfeline (13.05.2009, 06:59 Uhr)
@Darkspir
Nein, wir leben in keiner Demokratie mehr. Eine Demokratie mit bürgerlichen Rechten und Freiheiten muss zu Lasten der Sicherheit gehen. Anders herum wird ein Schuh draus: Sicherheit - möglichst vollkommene (die es jedoch sowieso nicht geben kann) geht immer zu Lasten der Freiheit. Wir müssen uns entscheiden ob wir Sicherheit wollen oder Demokratie. Die Sicherheit - soweit Möglich - gab es in der DDR. Natürlich nicht ohne den Hintergedanken dass sich das sich Regierende und Staatsapparat so auch gut vor dem Volk sicher fühlen konnte. Und? Wie hat es geendet? Ich für mich persönlich würde mich für die Freiheit entscheiden und die Demokratie. Aber wie es aussieht sind unsere Regierungs(ver)treter anderer Meinung. Lasst Euch nicht einreden es ginge um "Unsere" Sicherheit. Es geht um DEREN Sicherheit. Genauso wie bei der Internetzensur und den Schnüffelgesetzen haben sie gelernt von der DDR und aus deren Untergang. Und DAS soll sich natürlich nicht wiederholen!
Countryjoe (13.05.2009, 06:53 Uhr)
Billiger Populismus
Nichts weiter als billiger Populismus der Sorten "Wir haben ja was getan und nun ist wieder Ruhe"
Nun haben unbescholtene Bürger wegen der Tatsache, daß sie legale Waffen besitzen, weniger Rechte als kriminelle. Harmlose Spiele sind plötzlich verboten und das eine Landesbank mit 25% am einzigen Hersteller der vollkommen fragwürdigen biometrischen (Pseudo)Sicherung beteiligt ist spricht Bände. Diese schützen ebensowenig vor Nachlässigkeit wie ein Stahlschrank.
Alles nur populistisch-idologischer Blödsinn, aus Unfähigkeit und der Verachtung von bürgerlichen Freiheiten geboren.
ambio (13.05.2009, 06:44 Uhr)
Wie...
viele absoluten VOLLIDIOTEN haben wir eigendlich NOCH in unseren Parteien.
Findet hier zu Lande eine langsam aber stetige VOLLVERBLÖDUNG statt !!!
verbieten,verbieten,verbieten was anderes können scheinbar diese Luschen nicht mehr.
Watschdog39 (13.05.2009, 06:28 Uhr)
Heiße Luft
wird vor den Wahlen immer geblasen.
Paintball & Co waren schon mal vor dem OVG und wurden nicht verboten. PC-Spiele werden bereits kontrolliert.
Für eine erneute "Waffenamnestie" haben die von uns gewählten "Volksverräter" unser Vertrauen doch schon längst verspielt.
Was bleibt? Die Waffengegner sind beruhigt, es wurde ja probiert! Die Waffenbesitzer sind beruhigt, es ist ja nichts passiert!
Richtig, es sind immer noch ca. 20 Millionen Waffen illegal in Privathand; laut BKA eingeschmuggelt aus den Ländern unserer "Mitbürger" und wohl auch, wenn nicht verkauft, in deren Besitz. Muss ja auch, ein "Ehrenmord" mit einem Knüppel oder Steinen ist ja so unästhetisch.
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