Einigkeit in der Großen Koalition über das Konjunkturpaket II: Mit rund 50 Milliarden Euro will die Bundesregierung die Wirtschaft stützen. Die Maßnahmen reichen von Steuersenkungen über einen Rettungsschirm für Unternehmen bis zu Investitionen in Schulen und Straßen. stern.de erklärt, was die Bürger erwartet.

Zehn Milliarden Euro wollen Kommunen, Bund und Länder in die Infrastruktur stecken© Martin Schutt/DPA
Mit Steuer- und Abgabensenkungen, Investitionen und einem Rettungsschirm für Unternehmen stemmt sich die Bundesregierung gegen die Rezession. Die Spitzen von Union und SPD verständigten sich nach langwierigen Verhandlungen nun auf das größte Konjunkturpaket der deutschen Nachkriegsgeschichte. Volumen: rund 50 Milliarden Euro. Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte, mit diesem Paket sei gewährleistet, dass Wirtschaft und Beschäftigung in der Krise stabilisiert würden.
Die Regierung will das zweite Konjunkturprogramm so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen. Nach dem Willen von Union und SPD sollen alle Änderungen wie die Senkung von Steuern und Krankenkassenbeiträgen schon zum 1. Juli in Kraft treten, zusammen mit der Erhöhung der Renten.
Die Grünen lehnen das Konjunkturpaket als "Murks" ab. "Es ist das Sammelsurium, das wir erwartet hatten", sagte der Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn. "Die Wirkungen sind sehr fragwürdig und sie haben ein großes Problem, nämlich sie entlasten nicht die sozial Schwachen." Die Abwrackprämie für alte Autos sei falsch, weil es keinen Zwang gebe, ein Kohlendioxid-sparendes Auto zu kaufen. Grundsätzlich seien die Investitionen in den Klimaschutz zu gering.
Auch die FDP kritisiert die Maßnahmen als unzureichend: Parteichef Guido Westerwelle sagte: "So wie es bisher angelegt ist, kann dieses Paket nicht ausreichend wirken." Der Bundesregierung fehle der Mut, die Bürger spürbar zu entlasten. Die durchschnittliche Steuerentlastung, die von der Koalition vorgesehen sei, werde bei einem normalen Haushalt gerade bei zehn oder 15 Euro im Monat liegen. "Es ist albern zu glauben, mit so banalen Beträgen die Konjunktur stabilisieren zu können", so Westerwelle.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Maßnahmen, die von der Bundesregierung beschlossen wurden.