Was ist konservativ? Wie hart soll der Staat mit Verbrechern umgehen? Was bedeutet das Christentum für Deutschland? Vier Autoren aus der Union, darunter CSU-Generalsekretär Söder und JU-Chef Mißfelder, haben dazu eine Mahnschrift verfasst. stern.de dokumentiert sie in Auszügen.

Will sich als konservativer Vordenker profilieren: CSU-Generalsekretaer Markus Söder© Jochen Luebke/ddp
Kanzlerin Angela Merkel war dem Vernehmen nach not amused, als sie heute die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aufschlug. Denn dort konnte sie lesen, was sie - trotz mehrfacher Aufforderung an die Autoren - nicht vorab zu lesen bekommen hatte: die Mahnschrift "Moderner bürgerlicher Konservatismus - Warum die Union wieder mehr an ihre Wurzeln denken muss". Verfasst wurde das Papier von vier Unions-Mitgliedern, die damit Einfluss auf die derzeitige Debatte um die Parteiprogramme von CDU und CSU nehmen wollen: Stefan Mappus, Vorsitzender der CDU-Fraktion in Baden-Württemberg, Philipp Mißfelder, Chef der Jungen Union, Markus Söder, CSU-Generalsekretär und Hendrik Wüst, CDU-Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen. Die vier hatten sich vor zwei Monaten im Berliner Café Einstein getroffen und angekündigt, dass sie eine solche Streitschrift verfassen wollten. Seitdem spricht man in der Union ironisch vom "Einstein-Pakt" - in Anlehnung an den "Anden-Pakt", den führende Unionspolitiker vor 25 Jahren geschlossen und mit Hilfe dieses Netzwerkes Karriere gemacht hatten.
Nun ist das 16-seitigen Dokument von Söder und seinen Mitstreitern auf dem Markt - es versucht, Leitlinien konservativen Handelns zu entwickeln. Vieles ist schon oft von Unionsseite formuliert worden und findet sich in den Entwürfen für die Programme von CDU und CSU. Manches ist aber auch klarer und provokanter formuliert - zum Beispiel die Passagen über Innere Sicherheit, in denen die Autoren Wolfgang Schäubles umstrittenem Anti-Terror-Programm volle Rückendeckung geben. stern.de dokumentiert die wichtigsten Passagen.