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8. September 2010, 07:37 Uhr

Deutsche gehen später in Rente

Während sich die Politik über die Rente mit 67 streitet, verändert sich die deutsche Arbeitswelt für die über 60-Jährigen: Sie bleiben einer Studie zufolge immer länger im Berufsleben.

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Den Ruhestand unbeschwert genießen, wer will das nicht. Doch immer mehr Menschen fangen immer später damit an© Getty Images

Die Menschen in Deutschland gehen immer später in Rente. Nach einer Studie im Auftrag der Regierung sei das Renteneinstiegsalter seit dem Jahr 2002 um zwölf Monate gestiegen, berichtete die "Süddeutschen Zeitung". Im Schnitt beginne der Bezug einer Rente ab einem Alter von 63 Jahren. Der Anteil der Menschen, die auch nach ihrem 60. Geburtstag einer Arbeit nachgingen, sei auf 33 Prozent gestiegen.

Trotz dieser Veränderungen müsse es mit Blick auf die Rente mit 67 künftig noch mehr Arbeitsmöglichkeiten für Über-60-Jährige geben, berichtet die Zeitung aus der Studie "Deutscher Alterssurvey", die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt wurde. Nur so sei das Ziel, das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen, tatsächlich zu erreichen.

Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand

Seit 1996 werden für die Studie die Lebensumstände von Menschen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland untersucht. Ihr zufolge arbeiten die Bürger nicht nur länger, immer mehr Menschen nutzen inzwischen auch die Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand. Im Jahr 2008 bemühte sich dem Bericht zufolge bereits jeder Zehnte im Alter zwischen 55 und 59 Jahren und jeder Vierte zwischen 60 und 64 darum, von einer Vollzeitstelle in die Altersteilzeit zu wechseln.

Deutliche Unterschiede bei der Berufsdauer gibt es weiterhin zwischen Männern und Frauen, wie die Zeitung berichtete. Bei den Männern arbeiteten knapp vierzig Prozent über den 60. Geburtstag hinaus in einer festen Stelle, bei den Frauen sind es 32 Prozent in West- und 25 Prozent in Ostdeutschland.

In der Untersuchung zeigte sich der Zeitung zufolge auch, dass fast ein Drittel aller Bürger im Alter zwischen 40 und 85 Jahren ein großes Bedürfnis haben, sich sozial zu engagieren - ohne dass sie bisher wissen, wie. Diesem Potential möchte sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) stärker zuwenden. Schröder sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Studie bestätige, dass immer mehr Menschen sich gerne "Zeit für Verantwortung nehmen" wollten. "Das ist ein Schatz, den wir heben wollen." So könnten die sogenannten jungen Alten eine wichtige Rolle bei der Betreuung alter und kranker Menschen spielen.

zen/AFP
 
 
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