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3. Oktober 2009, 11:15 Uhr

Bundesbank-Präsident legt Sarrazin Rücktritt nahe

Für den früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin wird es nach den abfälligen Aussagen über in Deutschland lebende Türken eng: Bundesbank-Präsident Axel Weber hat Sarrazin indirekt den Rücktritt aus dem Vorstand der Bundesbank nahegelegt.

Thilo Sarrazin, Rücktritt, Axel Weber, Bundesbank

Thilo Sarrazins umstrittene Äußerungen könnten Konsequenzen für seinen Vorstandsposten bei der Bundesbank haben© Steefi Loos/DDP

Bundesbank-Präsident Axel Weber hat seinem Vorstandskollegen Thilo Sarrazin wegen dessen umstrittener Äußerungen über das Zuwanderermilieu Berlins Konsequenzen nahegelegt. "Es geht hier nicht um Personen", sagte Weber am Rande der IWF-Herbsttagung in Istanbul. "Es geht um Institutionen. Die Bundesbank ist eine in Deutschland mit hohem Ansehen verbundene Institution", betonte er. Jeder, der darin eine Funktion habe, müsse "sich seiner Verantwortung für diese Institution und für ihr entsprechendes Standing in der deutschen Öffentlichkeit bewusst sein", fügte der Bundesbank-Präsident hinzu. Jeder müsse also "mit sich selbst ins Gericht gehen", ob sein Handeln zur Förderung dieser Institution beitrage oder nicht.

"Ich sehe schon, dass hier ein Reputationsschaden entstanden ist", sagte Weber mit Blick auf Sarrazins Äußerungen. Es gelte nun, diesen Schaden zu reparieren. Er verwies darauf, dass sich Sarrazin von seinen Äußerungen distanziert und entschuldigt habe. Diese Entschuldigung Sarrazins nannte Weber notwendig und angemessen. Weber sprach dennoch insgesamt von einer "bedenklichen Entwicklung" für die Bundesbank, die ihr geschadet habe. Dieses Verhalten sei nicht mit dem Verhaltenskodex der Deutschen Bundesbank vereinbar.

Sarrazin hatte im Gespräch mit der Berliner Kulturzeitschrift "Lettre International" unter anderem eine mangelnde Integration vor allem von Türken und Arabern in Berlin kritisiert. Zudem betonte er, andere Migrantengruppen wie Vietnamesen oder einige Osteuropäer hätten weniger Sprachprobleme und integrierten sich besser. Zugleich hatte Sarrazin zum Rundumschlag gegen seine frühere Wirkungsstätte ausgeholt: Berlin sei insgesamt belastet durch die 68er-Tradition und den "Westberliner Schlampfaktor". Es gebe auch das Problem, "dass vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden", sagte Sarrazin in dem Interview.

Der 64-jährige ist seit dem 1. Mai im Bundesbank-Vorstand und dort zuständig für Bargeld, Informationstechnologie und Risiko-Controlling. Zuvor war er sieben Jahre Finanzsenator in Berlin und verpasste der hoch verschuldeten Hauptstadt einen rigiden Sparkurs. Schon in dieser Zeit war er mit provokanten Äußerungen aufgefallen.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 41)
 
Popobawa (04.10.2009, 19:35 Uhr)
@jomimo
Danke für den Hilfreichen link, das ist ja noch viel schlimmer als ich dachte. Das was er da anspricht ist die Wahrheit mit Fakten und Argumenten... Die natürlich nicht zitiert werden.
jomimo (04.10.2009, 19:11 Uhr)
Vielleicht möchte jemand wissen ....
was Sarrazin gesagt.
ef-magazin.de2009/10/03/1534volksverhetzung-
das-hat-sarrazin-wirklich-gesagt

Einfach mal nachsehen und überlegen, ob
unsere Presse nicht mittlerweile
gleichgeschaltet ist.
MonsieurAlex (04.10.2009, 17:02 Uhr)
Die "Wahrheit" gepachtet,...
und die Ideologen sind immer Die ANDEREN. Daß die Verhältnisse bedenklich sind, weiß ja jeder. Wie sich aber jetzt der Hass und vielleicht auch sogar der Neid auf die üblichen Sündenböcke Bahn bricht , trägt absolut nichts zur Verbesserung bei. Anstatt sich an die eigene Nase zu fassen, wird munter drauflos schwadroniert. Man faselt vom "linken Zeitgeist" ohne zu ahnen, daß man das Geschäft unserer "Eliten" besorgt, übrigens die gleichen Eliten, die uns im letzten Jahrhundert gleich zweimal in die Katastrophe getrieben haben. Jetzt wird, nach 30 Jahren Umverteilung von unten nach oben, da oben wieder vornehm gelächelt und man reibt sich die Hände über die dummgehaltene Masse, die sich lieber über Gemüsehändler echauffiert, anstatt über Banken, Versicherungen und die Rüstungsindustrie. Brav!
ganzbaf (04.10.2009, 11:57 Uhr)
Xennia...

S. bewirkt mit seinem provokanten Gewäsch genau das Gegenteil davon, dass Probleme mit Migranten und Eingebürgerten gelöst werden.
Mithin dient auch er dem manipulierenden Großkapital/Wirtschaft, das sich das Heer an billigen, wenig gebildeten Arbeitskräften erhalten will.
ganzbaf (04.10.2009, 11:49 Uhr)
Poppopawa...

wenn sie von Anfang an geplant war, warum hat Kohl sie denn während seiner Dauerherrschaft nicht umgesetzt?

Natürlich war da die Linke mehrheitlich dagegen, waren aber in der Minderheit. Die CDU hat einfach die Augen vor allen Problemen verschlossen und auch nichts für eine bessere Integration getan.
Xennia (04.10.2009, 10:57 Uhr)
geballte Wut der Meinungsmacher
@ ganzbaff
Nein, Sarrazin zählt nicht zu der meinungsbildenden Elite, da deren Macht darin besteht, dass sie sich aus Führungseliten in Wirtschaft. Politik und Medien zusammensetzt und aus ihrer Geschlossenheit ihre enorme Macht auf die öffentliche Meinungsbildung in diesem Lande bezieht. Sie wird geprägt durch festgefügte aggressive Ideologien, in diesem Fall die Multi-Kulti-Ideologie, die nicht in Frage gestellt werden darf, ist eine davon. Sarrazin gilt im Gegenteil unter den meinungsbildenden Eliten als Verräter, weil er sich den Seilschaften, die die Meinungsbildung in diesem Lande bestimmen wollen, nicht angeschlossen hat, sondern eher die Interessen der Bevölkerung vertritt. Deshalb trifft ihn die geballte Wut der mächtigen Kampagnenbetreiber.
Popobawa (04.10.2009, 10:41 Uhr)
@ganzbaf
und wer hat die Rückwanderung sabotiert, die eigentlich von Anfang an geplant war?
Nursery (04.10.2009, 10:36 Uhr)
Unerträglich diese Person
Nicht nur das er den Hartz IV Kunden vorgerechnet hat wie man mit dem Geld haushaltet.Es sind die Gerichte die genau gegen diese Festlegungen sind die bei Kindereichen Familien angewendet werden.Sarrazin ist für mich aus der Untersten Schublade .Das er in Berlin einen ordentlichen Job gemacht hat ist ihm zu Kopfe gestiegen.Aber dafür wird er bezahlt.Wofür er nicht bezahlt wird das hohle Phrasen verbreitet und Fachlich wie Argumentativ völlig daneben liegt in der Ausländerdebatte.Ich würde ihm einen guten Psychater empfehlen.
ganzbaf (04.10.2009, 10:08 Uhr)
Schon möglich...

nur dass Sarrazani genaus so zu dieser halbgebildeten Pseudoelite gehört und mit seinen Provokationen nur eine kalkulierte Gegenreaktion bewirkt?

Will sagen in dieser Form kann es zu keinen Lösungen kommen, nur die Tabuisierung wird erhöht.

!
Xennia (04.10.2009, 09:24 Uhr)
Ausverkauf der Demokratie
Es gibt in Deutschland eine meinungsbildende "Elite", die durch gesteuerte und bezahlte Kampagnen die öffentliche Meinung massiv beeinflusst. Nicht zufällig profitiert diese "Elite" von der ungeregelten Massenzuwanderung
der vergangenen Jahrzehnte, während der Rest der Bevölkerung die Folgen der verfehlten Zuwanderungspolitik ausbaden muss. Mit ihren Anstrengungen, Kritiker ihrer Multi-Kulti-Ideologie wie Sarrazin mundtot zu machen, zeigen diese Leute, dass sie entschlossen sind, den Ausverkauf der Demokratie in Deutschland mitsamt ihrer Meinungsfreiheit, zu betreiben.
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