Verkehrsminister Peter Ramsauer, CSU, hat in seinem Haus das Denglisch verboten - den bayerischen Dialekt aber nicht. Ein Interview über Sprache, Bier und Roots.
Klar lege auch ich eine Brotzeit ein oder eine Pause nach einem reflektierten Gespräch oder intensivem Arbeiten. Unterscheiden wir hier aber bitte auch zwischen den einzelnen Lebensbereichen: Ich will ja gar nicht der Werbung oder der Gesundheitswirtschaft etwas vorschreiben. Und natürlich chillen meine Töchter auch mal, das ist normale Jugendsprache.
Englisch ist eine Weltsprache, die die Menschen verbindet, und das ist auch in Ordnung. Wir aber leben in Deutschland und sprechen unsere Muttersprache. Ich kenne kein Land der Erde, in dem man so respektlos mit der eigenen Sprache umgeht. Millionen Bürger fühlen sich ausgegrenzt, wenn uns Anglizismen inflationär und willkürlich überfluten. Diese Entwicklung mache ich im Bundesverkehrsministerium nicht mit, nur weil es modern oder "chic" ist. Wir haben für jeden Bereich unseres Lebens auch deutsche Vokabeln, wir müssen sie nur nutzen.
Da sage ich: Zurück zu den Wurzeln - meine Mitarbeiter wissen den Weg zur deutschen Sprache ...
Für mich gehört fließendes Englisch in der Tat zu meinem beruflichen Alltag. Aber das ist keine Frage von Verboten. Ich will und kann mich trotzdem in meinem Vaterland in meiner Muttersprache verständlich machen. Ein Beispiel: Muss es denn ein "Kick-off-Meeting" sein, wenn es eine "Auftaktveranstaltung" genauso tut?
Deutschland ist auf vielen Gebieten Weltmarktführer. Nehmen wir nur eines der Themen, die mir besonders am Herzen liegen: Das Thema Elektroauto ist eng mit Deutschland verbunden. Bis 2020 will ich mit meiner Initiative mehr als eine Million dieser Fahrzeuge auf die Straße bringen.
Als Erstes: Millionen von Menschen kommen jedes Jahr in meine schöne Heimat, um dort Urlaub zu machen. Alle verstehen sich dabei prächtig. Und zweitens, falls Sie den Dialekt ansprechen: Ich spreche selbst auch ganz bewusst mit bayerischer Färbung, und dabei bleibt es auch. Ein Politiker, der sich verstellt, verleugnet seine Herkunft.
Aber jeder kennt diese Begriffe! Wenn wir schon beim Bier sind: "O'zapft is" - Das ist der Schlachtruf des weltgrößten Volksfestes. Und das ist bekanntlich bayerisch geprägt, also ist das völlig in Ordnung.
Bei mir gab's zwar noch nie Stillstand. Aber meinen ehernen Grundsätzen bleibe ich treu.