14. Mai 2005, 10:39 Uhr

Türkei möchte Krise in Gesprächen beilegen

Die Türkei möchte die Krise um die türkische Fluggesellschaft Onur Air in Gesprächen beilegen. Nach Deutschland und den Niederlanden haben auch die Schweiz und Frankreich der Airline die Flugerlaubnis entzogen.

Einflugverbot für Onur Air jetzt in vier Ländern©

Bei einem Treffen mit Vertretern der niederländischen und deutschen Luftfahrtbehörden am Pfingstmontag in den Niederlanden solle eine Lösung gefunden werden, sagte der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim laut türkischen Fernsehberichten am Samstag. "Wir erwarten, dass das Problem im gegenseitigen Verständnis gelöst wird." Wenn es bei Onur Air technische Mängel gebe, sollten diese in kürzester Zeit behoben werden, damit die Flüge wieder aufgenommen werden könnten. Verbot für Onur Air auch in FrankreichNeben den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz hat auch Frankreich aus Sicherheitsgründen der türkischen Charterfluggesellschaft Onur Air die Flugerlaubnis entzogen. Das Start- und Landeverbot gelte ab Samstag, bestätigte ein Sprecher der zivilen Luftfahrtbehörde in Paris. Nähere Gründe wurden nicht genannt. Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig und die niederländischen Behörden hatten Onur Air bereits am Freitag aus Sicherheitsgründen die Einflugerlaubnis entzogen.Als Reaktion auf das Verbot hatten die türkischen Behörden deutschen Ersatzmaschinen die Landegenehmigung in der Türkei zunächst verweigert. Nach massiven Protesten der Bundesregierung nahm Ankara das Verbot jedoch wieder zurück.Die türkische Gesellschaft Onur Air fliegt mit ihren 25 Maschinen 73 Flughäfen in Europa an und hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Fluggäste aus Westeuropa. Die niederländischen Behörden hatten die Maschinen zunächst für einen Monat stillgelegt.

Flugverbot für Onur Air mit diplomatischem Nachspiel

Nach massiven Protesten der Bundesregierung und der Reisebranche hat die Türkei ein Flugverbot für deutsche Flugzeuge wieder aufgehoben. Die Behörden in Deutschland und den Niederlanden hatten zunächst ein Start- und Landeverbot für die türkische Fluggesellschaft Onur Air verhängt. Im Gegenzug erließen die türkischen Behörden am Freitag ein entsprechendes Verbot für Ersatzmaschinen aus Deutschland. Erst nach Intervention des Auswärtigen Amtes und des Verkehrsministeriums wurde dieses Verbot am Abend wieder aufgehoben.Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, der deutsche Botschafter, Staatssekretär Klaus Scharioth und das Bundesverkehrsministerium hätten in der Türkei interveniert, um die Situation für die Reisenden zu regeln. Laut Onur Air sind allein über das Pfingstwochenende 8.000 Passagiere in Deutschland betroffen, insgesamt seien es mehr als 20.000.Die Niederlande hatten der türkischen Fluglinie am Donnerstag für einen Monat die Landerechte entzogen und dies mit wiederholten Sicherheitsproblemen begründet. Auch das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig erließ am gleichen Tag ein Flugverbot.

DPA/AP
 
 
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