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2. Juli 2010, 08:29 Uhr

Merkels teurer WM-Trip

Der Bund der Steuerzahler übt heftige Kritik an der Reise der Bundeskanzlerin zum Viertelfinale der DFB-Elf in Südafrika. Auch die Grünen sehen den Trip kritisch. Angela Merkels Regierungssprecher rechtfertigt den Flug ans Kap.

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Zwei, die sich gut verstehen: Bundeskanzlerin Angela Merkel tröstet Bastian Schweinsteiger nach dem verlorenen EM-Finale 2008© Oliver Lang/DDP

Die Kritik an der Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Südafrika zum WM-Viertelfinale der deutschen Nationalelf nimmt zu. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) forderte von der Kanzlerin, sie solle auf die Teilnahme verzichten. "Ein solcher Flug in der momentanen Situation wäre ein völlig falsches Signal", sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, der "Passauer Neuen Presse".

Die Reise sei ein Unding. Däke verwies in dem Bericht auf die Probleme der Bundesregierung und an das geplante Sparpaket. Eine Flugstunde mit einer Regierungsmaschine koste deutlich mehr als 10.000 Euro. "Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht", monierte der BdSt-Präsident.

Merkel hat ihren Flug nach Südafrika dagegen gerechtfertigt. Es sei ein "sehr wichtiges Zeichen", dass auch ausländische Staats- und Regierungschefs mit ihren Besuchen in Südafrika die Besonderheit der ersten Fußball-WM in Afrika würdigten, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag in Berlin. "Das ist für den ganzen Kontinent ein Ereignis von herausragender Bedeutung."

Zudem würden solche Besuche auch immer für politische Gespräche und Begegnungen genutzt, auch Merkel habe entsprechende Termine. Sie treffe unter anderem den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. "Ich glaube, dass das in der Gesamtabwägung dann ein starker und guter Grund ist für einen solchen Besuch", sagte Wilhelm. Der Regierungssprecher verwies zudem darauf, dass die Kanzlerin schon lange in Kontakt mit der deutschen Fußballnationalmannschaft stehe. Teammanager Oliver Bierhoff habe die Entscheidung Merkels, beim Spiel gegen Argentinien vor Ort im Stadion zu sein, unterstützt. Bierhoff habe gesagt, dies sei auch im Sinne der Mannschaft, wenn die Kanzlerin zu dem "schweren Spiel" kommt, berichtete Wilhelm.

Grüne schlagen Merkels WM-Einladung aus

Die Grünen sprachen sich ebenfalls aus Kostengründen gegen die Teilnahme am WM-Viertelfinale aus und lehnten eine entsprechende Reise-Einladung Merkels ab. "Wir setzen auf Sieg und nicht auf ein Ausscheiden bereits im Viertelfinale, weshalb wir Ihre Einladung leider ablehnen müssen", heißt es in dem Brief der Vorsitzenden der grünen Bundestagsfraktion, Renate Künast und Jürgen Trittin, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" zitiert.

Die Nationalmannschaft habe noch das Halbfinale und das Endspiel vor sich. Merkel hatte am Mittwoch die im Bundestag vertretenen Fraktionen angeschrieben und um die Benennung jeweils eines Parlamentariers gebeten, der sie nach Südafrika begleitet. Die CDU-Vorsitzende fliegt am (heutigen) Freitag nach Südafrika.

kng/APN
 
 
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