Hannover erkämpft Punkt gegen Dortmund

7. Oktober 2012, 19:06 Uhr

Dortmund hat gegen Hannover eine Führung aus der Hand gegeben und nur remis gespielt. Gladbach beendete den Höhenflug von Frankfurt und Leverkusen und Stuttgart teilten sich ebenfalls die Punkte.

Bundesliga, Bayern München, Hannover, Dortmund, Leverksuen

Harter Einsatz: Dortmunds Neven Subotic (l.) und Didier Ya Konan kämpfen mit allen Mitteln um den Ball.©

Borussia Dortmund geht nach dem rasanten 1:1 (1:0) bei Hannover 96 mit neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München in die Länderspielpause. Mame Diouf erzielte am Sonntag in der 86. Minute den späten wie verdienten Ausgleich für die Niedersachsen und traf den BVB damit mitten ins Herz. Robert Lewandowski (26.) hatte Dortmund in einer turbulenten und hochklassigen Partie in Führung gebracht. Durch das Remis bauten die Hausherren ihre Heimserie auf beeindruckende 22 Spiele ohne Niederlage in der Fußball-Bundesliga aus. Dortmund verpasste den Sprung auf Platz drei und muss rasch eine Aufholjagd starten, um den Titel-Hattrick nicht vorzeitig abzuschreiben.

Hannovers Trainer Mirko Slomka hatte nach dem 2:1 in der Europa League am Donnerstag gegen UD Levante keinen Grund, seine Startelf zu ändern. Auch BVB-Coach Jürgen Klopp konnte mit seinem Personal beim 1:1 in der Champions League bei Manchester City zufrieden sein, musste aber Ilkay Gündogan (Rücken) durch Sebastian Kehl ersetzen. Mats Hummels konnte er trotz dessen jüngster Probleme an der Hüfte zunächst einsetzen - zur Halbzeit musste der Nationalspieler aber raus.

Beide Mannschaften nahmen den Schwung aus ihren internationalen Einsätzen mit in die Partie. Nach nur 15 Sekunden war 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler bei einem Kopfball von Marco Reus ganz wach. Auf der Gegenseite parierte Dortmunds Schlussmann Roman Weidenfeller einen Schuss von Artur Sobiech (5.) spektakulär.

Explosive zweite Halbzeit

Die 49.000 Zuschauer in der ausverkauften AWD-Arena bekamen ein munteres Spiel zu sehen. Beide Teams setzten auf Offensive. Dortmund erhöhte bald das Tempo und wurde mit der Führung belohnt. Lukasz Piszczek passte scharf auf Lewandowski, und der Pole schoss zu seinem zweiten Saisontor ein. Sekunden später hätte Jakub Blaszczykowski per Flachschuss fast erhöht. Nach einem krassen Fehler von Hummels in der Spieleröffnung verhinderte Weidenfeller bei einem frechen Schuss von Jan Schlaudraff (32.) gerade so den Ausgleich.

Noch vor der Pause gab es einen Schreck für die Borussia: Blaszczykowski musste mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden. Kevin Großkreutz kam herein. Dortmund blieb am Drücker und hätte fast doch noch den Ausgleich kassiert. Didien Ya Konan umkurvte Weidenfeller (45.+1). Piszczek rettete auf der Linie. Er prallte dabei mit dem Unterleib gegen den Pfosten, konnte aber im Gegensatz zum angeschlagenen Hummels weiterspielen.

Turbulent ging es weiter in der zweiten Halbzeit. Piszczek traf den Pfosten (53.), in der gleichen Minute verdribbelte Mario Götze eine Großchance. Schiedsrichter Peter Gagelmann erkannte einen Treffer von Mario Eggimann (55.) nicht an, da Ya Konan zuvor Marcel Schmelzer gefoult hatte. Dann verhinderte Weidenfeller mit einem Reflex ein Eigentor von Piszczek (59.). Verschnaufspausen gab es keine und Hannover übernahm immer mehr das Kommando. Dormtund hatte Glück als Diouf (78.) aus fünf Metern das leere Tor nicht traf. Acht Minuten später war er doch noch erfolgreich und sicherte 96 das Remis. Dann war Hannover im Glück, denn Karim Haggui foulte Reus in der Nachspielzeit elfmeterreif.

Stuttgart verpasst die Wende

Der kriselnde VfB Stuttgart hat auch gegen Bayer Leverkusen die Wende verpasst: Die Schwaben verhinderten durch das 2:2 (1:1) gegen Bayer Leverkusen zwar das Abrutschen auf den Relegationsplatz, müssen aber weiter auf den ersten Heimsieg in dieser Bundesliga-Saison warten. Vor 47.400 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena traf Vedad Ibisevic (19./Foulfelfmeter, 55.) zweimal für die Stuttgarter, Stefan Kießling war ebenfalls mit einem Doppelpack (12./59.) auffälligster Bayer-Spieler. Der Druck auf VfB-Coach Bruno Labbadia wird durch das Remis gegen seinen Ex-Club mit Sicherheit nicht geringer werden.

Nur 67 Stunden nach dem peinlichen 0:2 beim Molde FK in der Europa League war dem nervösen VfB der Druck des Gewinnenmüssens deutlich anzumerken. Leverkusen zuletzt ebenfalls auf der verzweifelten Suche nach Spiellaune, setzte von Beginn an nur auf Konter - Initiative Fehlanzeige. Die Gastgeber mussten das Spiel machen und waren damit ganz offensichtlich überfordert. So entwickelte sich in den ersten 45 Minuten eine höhepunktarme Partie mit vielen Abspielfehlern auf beiden Seiten. Einer der wenigen gefährlichen Tempogegenstöße der Leverkusener führte in der 12. Minute zum 0:1.

Gladbach macht Schritt aus der Krise

Am Nachmitag hatte zuvor Borussia Mönchengladbach durch zwei Traumtore den ersten Schritt aus der Krise gemacht und die erstaunliche Erfolgsserie von Eintracht Frankfurt vorerst beendet. Juan Arango (8. Minute) mit einem unglaublichen Distanzkracher in seinem 100. Bundesliga-Spiel und Luuk de Jong (24.) per blitzsauberem Kontertor schossen Gladbach am Sonntag zum 2:0 (2:0)-Erfolg in der Fußball-Bundesliga und damit zum ersten Sieg nach sieben Spielen ohne Erfolgserlebnis.

Frankfurt musste in der siebten Partie nach dem Aufstieg die erste Niederlage hinnehmen, geht aber mit 16 Punkten als Tabellenzweiter hinter dem souveränen Spitzenreiter Bayern München (21 Punkte) in die Länderspielpause. "Wir haben das Spiel zwar kontrolliert. Aber es war heute wenig drin", sagte der vor kurzem von Bundestrainer Joachim Löw gelobte Eintracht-Profi Sebastian Rode.

Lesen Sie auch
Sport
Sport-Liveticker
Fußball-Bundesliga - live Fußball-Bundesliga - <i>live</i> Die Jagd nach der Schale Zum Liveticker