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20. November 2009, 20:53 Uhr

Erster Fußballer sitzt ein

Erst war die Wettmafia dran, jetzt geht es den Spielern an den Kragen: Mindestens ein Fußballer ist in Deutschland bereits festgenommen worden. Er ist ein Wiederholungstäter.

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Kein harmloses Blatt Papier, sondern ein Wettschein. Was mit ihm alles getrieben wird, erschüttert den Fußballbetrieb© Philipp Guelland/DDP

Im Zuge der Ermittlungen im europäsichen Fußball-Wettskandal ist erstmals die Verhaftung eines Spielers bekannt geworden. Wie der Landesligist Würzburger Kickers auf seiner Internetseite mitteilte, habe die Staatsanwaltschaft Bochum einen Spieler des Vereins am Donnerstag in Untersuchungshaft genommen. Wie der Verein weiter bekannt gab, war der Spieler bereits in einen früheren Wettskandal verwickelt. Der Akteur habe damals auf Bitten eines asiatischen Wettbetrügers einen anderen Spieler gebeten, bewusst schlecht zu spielen. Der Spieler war daraufhin zu einer Geldstrafe von 8400 Euro verurteilt worden. Er hatte damals noch nicht in Würzburg gespielt. Dieser Teil seiner Vergangenheit wurde bei seiner Verpflichtung offen diskutiert, mit dem Ergebnis ihm als Fußballer eine zweite Chance zu geben, hieß es in der Mitteilung.

Insgesamt wurden in Deutschland am Donnerstag 15 Haftbefehle vollstreckt. Mehr als 50 Durchsuchungsbeschlüsse in sechs deutschen Bundesländern sowie der Schweiz, Österreich und Großbritannien wurden vollzogen. Zwei weitere Festnahmen erfolgten in der Schweiz. Es besteht konkreter Verdacht, dass vier Spiele der 2. Bundesliga, drei Spiele der 3. Liga und 18 Partien der Regionalligen, fünf Spiele der Oberligen sowie zwei U19-Begegnungen manipuliert wurden. Insgesamt sollen etwa 200 Spiele in neun Ländern betroffen sein. Neben Deutschland sind dies Belgien, die Schweiz, Kroatien, Slowenien, die Türkei, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Österreich. Hinzu kommen mindestens drei Champions-League- und zwölf Europa-League-Spiele sowie ein Qualifikationsspiel zur U21-EM.

Verdächtige in Osnabrück

In Deutschlands oberen Ligen stehen vor allem Spieler des VfL Osnabrück unter Manipulationsverdacht. So sollen die Partien in Augsburg und Nürnberg zu den vier manipulierten Zweitligaspielen gehören. Die Niedersachsen stiegen nach der vergangenen Saison in Liga 3 ab. Die Spekulationen schossen in Osnabrück am Freitag ins Kraut. Berichte über erste Festnahmen von VfL-Spielern bestätigten sich zunächst nicht.

Osnabrücks ehemaliger Trainer Claus-Dieter Wollitz zeigte sich bestürzt: "Ich habe versucht, das auszublenden, konnte es aber nicht. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen", sagte der heutige Trainer von Energie Cottbus vor dem Zweitliga-Spiel seiner Mannschaft am Freitagabend bei Fortuna Düsseldorf. "Es ist das Allerschlimmste, was es gibt, Mannschaft, Trainer, Fans und Sponsoren zu betrügen. Der Abstieg hätte "einen ganz bitteren Beigeschmack", sagte Wollitz, der sich nach der Niederlage in Augsburg "bei den Fans noch für die schlechte Leistung meiner Mannschaft entschuldigt" hatte. Ähnlich sah es VfL-Präsident Dirk Rasch. "Wenn das stimmt, wäre das eine Katastrophe - das könnte dann ein Grund für den Abstieg gewesen sein."

Polizei durchsucht Haus von Ex-VfL-Profi Schuon

Im Visier der Ermittler steht zum Beispiel der ehemalige VfL-Spieler Marcel Schuon, der jetzt beim Drittligisten SV Sandhausen spielt. "Fakt ist: Gegen Marcel Schuon wurde ermittelt und eine Hausdurchsuchung gemacht, aber es wurde kein Haftbefehl erlassen", sagte Sandhausens Manager Tobias Gebert am Freitagabend.

"Wir haben daraufhin mit Marcel Schuon ein persönliches Gespräch geführt, er hat uns versichert, dass er nichts gemacht hat. Ich denke, in Deutschland gilt die Unschuldsvermutung", betonte Gebert. Der 24-jährige Schuon wird im Drittliga-Spiel der Sandhausener an diesem Samstag bei Werder Bremen II allerdings nicht spielen, erklärte Manager.

Weitere Spiele unter Betrugsverdacht in Deutschland sind bislang ein Freundschaftsspiel des SSV Ulm gegen Fenerbahce Istanbul und nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ein Spiel der Borussia Mönchengladbach II gegen den SC Verl.

ben/SID/DPA
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Heinerich (21.11.2009, 09:42 Uhr)
Alle Vereine und alle Spieler
die etwas mit dem Betrug am Sport und den gutgläubigen Zuschauern zu tun haben mit Foto und Namen veröffentlichen, nur so kann man der Unsitte Herr werden. Ausserdem sollten alle Wettbüros geschlossen werden die damit zu tun haben.
Baselitz (21.11.2009, 02:45 Uhr)
Ich befürchte ...
... bei vielen Menschen herrscht inzwischen die unbedingte Überzeugung: besitze ich die Möglichkeit, besitze ich das Recht, diese wahr zu nehmen.
Unrechtsbewusstserin ist entweder nicht vorhanden, oder aber uncool, welches zu besitzen.

Unrechtsbewusstsein wird als Cleverness verstanden ... Sozialdarwinismus halt ...
arniston (20.11.2009, 22:37 Uhr)
wer wird millionär ?
und wer kümmert sich in verantwortung um die gesellschaft ?
bayern münchen ?
mutter theresa würde sich im grabe umdrehen , sowie pressekonferenzen
der vereine die wichtigkeit des dritten weltkrieges haben . sie sind in der wirklichkeit
unnütz umd dumm , da wo mit werbung der restverstand weggewischt wird.
Julian2225 (20.11.2009, 21:37 Uhr)
Tja,
so sieht die Welt aus!

Ich stimme Aquarius von anderen Kommentaren zu, was hier geschieht, geschieht auf anderen Gebieten wie Industrie, Politik etc auf taeglicher Basis, bloss wenn es um Fussball geht dann steht das Voelklein Kopf und versteht die Welt nicht mehr!

Das auch in D die Korruption weiter auf dem Vormarsch ist berichteten Spiegel und Stern, also wer hier verwundert ist lebt in einer Scheinwelt!
Der kleine Unterschied zu den kriminellen Handlungen von Bankern etc ist allerdings das es hier "nur" um Bereicherung ging/geht und niemand in den finanziellen Ruin getrieben wird!
Also, was solls! Warum soll man nicht auch Fussballspiele kaufen koennen, denn verkauft werden sie ohnehin an die hoechstbietenden Marketing/Sponsoring Firmen!

Prologo (20.11.2009, 20:59 Uhr)
Die Regierungen sind an dem Wettskandal schuld.
Die Regierungen haben die Heuschrecken zugelassen und haben damit die Weltwirtschaftskrise ausgelöst........

und sie haben diese Hinterhofwettbüros mit ihren undurchschaubaren Höchstgewinnen und immer neuen Wetten zugelassen.

Und jetzt fliegen ihnen die Fetzen um die Ohren. Aber dann reagiert der Staat mit seiner Allmacht sofort.

Mit Polizeihundertschaften und Staatsanwälten schlagen sie unmißverständlich zu. Und ermitteln Monate und Jahre. Alles bezahlt von unseren Steuerzahlern.

Anstatt das sie die Wettbüros schließen und ausmerzen, und diese dubiosen Wetten verbieten, welche diese Höchstgewinne bringen sollen!

Toto langt doch.
Toto kann nicht manipuliert werden. Da geht es nicht um ein Spiel. Sondern da müßten 22 Mannschaften nach einer Pfeife tanzen.
Das schafft nicht mal die Maffia!

So einfach wäre das. Aber das setzt einfaches denken voraus. Und nicht mal das können unsere Politiker.

MfG,
Tobi
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