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Bilanz des Saisonauftaktes: Lärm, illegale Rennen, Raserei – so lief der "Car-Friday" der Tuningszene

Ein Großteil der Autofans verhielt sich am "Car-Friday", dem Saisonauftakt der Tuningszene, vernünftig. Immer wieder musste die Polizei aber auch eingreifen – wegen illegaler Umbauten, Raserei und Lärm.

Polizist kontrolliert in Bochum ein Auto am "Car-Friday"

Bundesweit kontrollierte die Polizei am "Car-Friday" wie hier in Bochum Tausende Fahrzeuge und ihre Halter

DPA

Für Autotuningfans ist er traditionell der Startschuss in ihre Saison: der Karfreitag. Oder eben der "Car-Friday". Bundesweit haben sich Zehntausende Autotuner und ihre Bewunderer an Tankstellen, auf Parkplätzen oder entlang von Hauptstraßen versammelt – um ihre aufgemotzten Autos zu zeigen oder eben diese Autos anzugucken.

Das größte Treffen dieser Art fand am Nürburgring statt, mit rund 20.000 Autofans. Laut Polizei gab es dabei zehn Unfälle und 225 Geschwindigkeitsverstöße auf den Zufahrtstraßen.

Deutschlandweit Polizeikontrollen am "Car-Friday"

Bundesweit waren die Beamten am "Car-Friday" im Einsatz – in den Metropolen und auf dem platten Land. Und einmal mehr zeigte sich: Der Auftakt in die Autosaison zieht nicht nur harmlose Autotuner an, sondern auch Raser und andere PS-Fans, die es mit den Regeln nicht ganz so genau nehmen. Eine Auswahl aus den Polizeiberichten:

In Hamburg setzt die Polizei seit 2017 auf die Arbeit der Soko "Autoposer". Sie hat – auch außerhalb des Karfreitags – die Tuningszene an Alster und Elbe im Blick und sorgt immer wieder mit Stilllegungen spektakulär (und illegal) getunter Fahrzeuge für Aufsehen. Im Stadtteil Allermöhe kamen über 3000 Menschen mit mehr als 2000 Autos an einer Tankestelle zusammen. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet.

Dabei sorgte die Hamburger Polizei selbst für einen Hingucker unter den Autofans. Sie fuhr mit einem historischen grün-weißen Streifenwagen vom Typ "Ford Granada" aus den 1980er Jahren.

Auch in Frankfurt am Main war am "Car-Friday" eine spezielle Truppe der Polizei im Einsatz. Zusammen mit weiteren Beamten hat die Kontrolleinheit "Kart" (Kontrolleinheit Autoposer, Raser und Tuner) eigenen Angaben zufolge insgesamt 295 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Ein BMW X5 war demnach innerstädtisch mit 110 Stundenkilometern unterwegs. Neben den Gefahren der Raserei ist der Lärm, den die getunten Fahrzeuge verursachen, der Polizei ein Dorn im Auge. Bei Kontrollen stellten die Beamten an insgesamt sechs Autos und Motorrädern Manipulationen an der Abgasanlage fest – sie wurden stillgelegt. 18 weitere Fahrzeuge wurden von ihren Besitzern so umgebaut, dass die Betriebserlaubnis erloschen ist.

In Dortmund legte die Polizei drei Fahrzeuge still, bei weiteren Autos stellten die Beamten erhebliche Verstöße fest: "In sieben Fällen die Überschreitung der Betriebslautstärke. Hinzu kamen unter anderem ein ausgebauter Katalysator, mehrere Unterschreitungen der Bodenfreiheit oder auch deutliche Schleifspuren in den Radkästen", so eine Sprecherin der Polizei. Ein 29-jähriger Autotuner soll darüber hinaus unter Drogeneinfluss gefahren sein.

Motorradfahrer lieferte sich beim Treffen der Tuning-Szene in Osnabrück eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und entkam. Ansonsten stellten die Beamten hauptsächlich weniger schwere Vergehen fest, etwa technische Mängel an Fahrzeugen, Geschwindigkeitsübertretungen oder Fahren ohne Führerschein.

Die Polizei in Kaiserslautern meldete insgesamt 40 Anzeigen, weil die Betriebserlaubnis von Fahrzeugen wegen illegaler Umbauten erloschen war. "Ein Tuner, der einem japanischen Tuningstil folgte, übertrieb es mit der Tiefe seines Fahrzeuges etwas, sodass viel Gummi der Reifen im Radkasten zu finden war", teilten die Beamen mit.

Ein wenig zu tiefgelegt war dieses Auto

Ein wenig zu tiefgelegt war dieses Auto

In Meppen im Emsland sprach die Polizei bei einem Treffen mit etwa 200 Fahrzeugen am Nachmittag von einem "äußerst ruhigen und friedlichen" Verlauf. Erst in der Nacht musste die Polizei im nahen Papenburg aktiv werden. "Insbesondere wegen des extremen Lärmes aufgrund aufheulender Motoren sprachen die Beamten für diesen Bereich Platzverweise aus und sperrten den Bereich ab", hieß es. Drei Autofahrer sollen im Emsland unter Drogen- oder Alkoholeinfluss am Steuer gesessen haben.

Von einem "Bad-Friday" für viele Tuner und Raser sprach die Polizei in Bochum. Bei einem Treffen der Szene mit rund 2500 Autos seien ingesamt 222 Fahrzeuge von den Beamten und Sachverständigen überprüft worden, 52 davon wurden beanstandet. Ein Golf GTI fiel dabei wegen seines ungewöhnlichen Geräusches besonders auf. Der Besitzer hatte das Auspuffrohr des Autos getrennt. "Mit den herunterhängenden Rohrteilen ist der Mann so über die Autobahn in Richtung Bochum gefahren – fast unglaublich und lebensgefährlich!", so ein Sprecher der Polizei. Ein Motorradfahrer ging den Beamten mit 180 Stundenkilometer bei erlaubten 60 ins Netz. Die Polizei ermittelt nun gegen den 21-Jährigen

An einem Golf GTI war das Auspuffrohr durchgetrennt

An einem Golf GTI war das Auspuffrohr durchgetrennt

In Recklinghausen und Umgebung verzeichnete die Polizei insgesamt 157 Geschwindigkeitsverstöße und 29 illegale Autoumbauten. Gegen 20 Uhr lieferten sich zwei Autofahrer ein Autorennen. Bei erlaubten 30 Stundenkilometern sollen beide Fahrzeuge rund 120 Stundenkilometer schnell gewesen sein. "Der größte Teil der Tunerszene betreibt legales Tuning. Wir wollen die erwischen, die aufgrund illegalen Tunings oder Raserei die Sicherheit auf unseren Straßen gefährden. Wir werden auch in Zukunft weiter konsequent gegen illegales Tuning und Raserei vorgehen", sagte der Einsatzleiter.

An einer Ampel schlagen plötzlich Flammen unter dem BMW M5 hervor

Quellen: Polizei HamburgPolizeipräsidium Frankfurt am Main, Polizei Dortmund, Polizeidirektion KaiserslauternPolizeiinpektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Polizeipräsidium Recklinghausen, Polizei Bochum, Nachrichtenagentur DPA

wue

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.