HOME

Chrysler 300C: Kantig aus der Krise?

Nach der Fusion mit dem amerikanischen Autoriesen hatte Mercedes plötzlich einen Pflegefall am Bein. Als obersten Gesundmacher beorderten die Schwaben Dieter Zetsche nach Detroit. Der verpasst dem Patienten derzeit eine radikale Verjüngungskur.

Chrysler ist tot - es lebe Chrysler! Nach der Fusion mit dem amerikanischen Autoriesen hatte Mercedes plötzlich einen Pflegefall am Bein. Als obersten Gesundmacher beorderten die Schwaben Dieter Zetsche nach Detroit. Der verpasst dem Patienten derzeit eine radikale Verjüngungskur. Auf dem New Yorker Autosalon präsentierte Chrysler jetzt die Studie 300C - eine kantige Limousine die bereits 2004 in Serie gehen soll.

Neudefinition eines Klassikers

Historisch soll der Fünf-Meter-Koloss die Tradition der so genannten "Letter Series"-Modelle fortsetzen und das aktuell wenig erfolgreiche Top-Modell 300M beerben. Dabei hat man sich bei Chrysler nichts weniger als die Neudefinition des klassischen amerikanischen Automobils vorgenommen. Genau so, wie es nach 1955 mit den legendären 300er-Fahrzeugen schon einmal funktioniert hat.

Kommt Chrysler so aus der Krise?

Umsetzung bereits 2004

Noch trägt der 300C den Zusatz "Concept Car" - allzu lange werden Chrysler-Fans jedoch nicht auf eine Umsetzung des Konzepts warten müssen. Chrysler-Chef Zetsche will den modernen Klassiker bereits im nächsten Jahr über die Highways cruisen sehen. Damit befindet sich der neue 300er in bester Gesellschaft mit dem Chrysler Crossfire, der ebenfalls kurz nach der Premiere als Studie den Weg in die Serienfertigung fand.

Technologietransfer

Möglich macht dieses atemberaubende Entwicklungstempo ein massiver Technologietransfer. Um auch beim 300C möglichst viele Bauteile des Konzern-Partners Mercedes nutzen zu können, bekommt das neue Chrysler-Flaggschiff eine komplett neue Bodengruppe verpasst. Die Kraft des mächtigen V8-Triebwerks landet zukünftig wieder an der Hinterachse - ein Konzept, mit dem man sich bei Mercedes bestens auskennt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Fünfstufen-Automatik des zukünftigen Serien-300ers ebenso deutsche Gene in sich tragen wird, wie das Lenksystem. "Synergie" nennt man so etwas heutzutage in schönstem Neudeutsch, obwohl man bei Chrysler nicht müde wird zu beteuern, man habe schon lange vor der Fusion mit Mercedes zum traditionellen Heckantrieb zurückkehren wollen. Natürlich...

Neben der Doppelnutzung von teuer entwickelten Bauteilen passt die Limousine auch sonst ganz gut ins DaimlerChrysler-Portfolio. Er passt von der Länge genau in die Lücke zwischen E- und S-Klasse, was dem Amerikaner auch Chancen auf dem europäischen Markt eröffnen könnte.

Barocke Wucht

Abgesehen vom zwangsläufig wiederentdeckten Heckantrieb rudert Chrysler vor allem in Sachen Design zurück. Während der aktuelle 300M mit modernen, aber zugleich nichtssagenden Linien auch von jedem anderen amerikanischen Autobauer stammen könnte, baut der zukünftige 300C ganz auf die glorreiche Vergangenheit. Dabei haben sich die Chrysler-Zeichner nicht von den feinen Linien des Retro-Designs leiten lassen. Vielmehr beeindruckt der 300M mit barocken Formen. Ein riesiger Chrom-Kühlergrill passt ebenso ins Bild eines klassischen Straßenkreuzers wie die lange Motorhaube und die kantigen Karosserie-Übergänge.

Chrysler 300C

Motor

Hemi V8-Triebwerk

Hubraum

5,7 Liter

Leistung

Über 300 PS

Länge/Breite/Höhe

4.999/1.880/1.483 Millimeter

Gewicht

1.808 Kilogramm

Viel PS aus 5,7 Litern Hubraum

Unter der Haube wummert eine weitere Reminiszenz an vergangene Tage. Der neu entwickelte Achtzylinder vertraut dem "Hemi"-Motorenkonzept aus den 50er Jahren. Der 5,7-Liter V8 soll weit über 300 PS aus seinen halbkugelförmigen Brennräumen (hemi für halb) schöpfen - verbrauchsorientiert, versteht sich. Was immer das auch für ein amerikanisches Automobil bedeuten mag.

Wer solch opulente Formen wählt, hat großes im Sinn. Der Herr über das propellerförmige Chrysler-Logo, Dieter Zetsche, macht kein Geheimnis daraus, dass er die ihm anvertraute Marke zu alten Premium-Qualitäten führen möchte. Ganz so, wie es die Konzernschwester Mercedes in Europa erfolgreich praktiziert.

Jochen Knecht

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.