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Crashtest: Neuer VW Golf gegen alten Golf – einer wird zur Todesfalle

Die einen wären tot, die anderen hätten bei dem Crashtest einen tüchtigen Schreck bekommen. Im alten Golf II haben die Insassen bei einem schweren Unfall keine Chance, im aktuellen Golfmodell bleiben sie unverletzt.

Der Golf II wurde  zwischen August 1983 und Dezember 1992 über 6,3 Millionen mal gebaut.

Der Golf II wurde  zwischen August 1983 und Dezember 1992 über 6,3 Millionen mal gebaut.

Der VW Golf ist immer noch "das" deutsche Auto. Um den Fortschritt in der Sicherheitstechnik zu demonstrieren, ließ der ADAC einen 30 Jahre alten II gegen ein aktuelles Modell im Crashtest antreten. Das Ergebnis ist fatal. Übertragen kann man sagen, die Liebe zu Old- und Youngtimern kann lebensgefährlich sein.

Crashtest simuliert versetzten Aufprall

Der hat den Golf II – von 1983 bis 1992 gebaut – einem modernen Test unterzogen. Simuliert wurde ein Frontaufprall mit 64 km/h und einer Überlappung der Front von 40 Prozent. Zur Bauzeit des Golf II hat man den Test nicht gemacht, ihn hätte damals kein Fahrzeug überstanden. Diesem Test musste sich auch der heute gebaute Golf VII unterziehen. Die Unterschiede können nicht größer sein.

"Im Golf II haben die Insassen praktisch keine Überlebenschance", fasst Cheftechniker Max Lang zusammen. "Das ungeschützte Lenkrad und der einfache Gurt sorgen für extreme, lebensgefährliche Kopf- und Brustbelastungen beim Fahrer. Zusätzlich dringen Armaturenbrett und Pedale tief ins ein, was schwerste Verletzungen im Oberschenkel- und Fußbereich zur Folge hat." Auch der Beifahrer dürfte kaum überleben, ihm drohen lebensgefährliche Kopfverletzungen.

Crashtest lasst Zelle kollabieren

Die Fahrgastzelle des Golf II kann den harten Aufprall nicht auffangen. Anstatt kontrollierter Verformungen kollabiert die Zelle. Dachholme und Schweller knicken unter der Aufprallenergie zusammen. Der Fahrerdummy des Golf II sitzt auf der Seite des Aufpralls, er wird komplett eingeklemmt. Nach dem Crash ist es nur schwer möglich, den scherverletzten Dummys aus dem Wrack zu bergen. Er trägt schwere bis schwerste Verletzungen davon. Aber nicht nur die Zelle kollabiert, das Lenkrad prallt ohne Frontairbag auf den Kopf. Der alte Gurt ohne Straffer und Kraftbegrenzer kann extreme Belastungen des Kopf- und Brustbereiches nicht verhindern.

Die Dummies im modernen Golf VII werden beim gleichen Aufprall nur kräftig durchgeschüttelt. Die Front des neuen Golf gibt nach, die Fahrgastzelle bleibt intakt und erhält wie geplant den Schutzraum für die Insassen. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer und Airbags entschärfen die Verletzungsrisiken weiter. ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla würdigt den Fortschritt: "So hat sich die Zahl der getöteten PKW-Insassen in den letzten 30 Jahren um zwei Drittel reduziert."

Kein Wunder, dass der ADAC mahnt, "trotz aller Liebe zu alten Fahrzeugen" solle man nicht vergessen, dass sie nicht den aktuellen Bestimmungen entsprechen.

Crashtest geht von geschönten Bedingungen aus

Dabei ist das Testergebnis noch geschönt. Beide Fahrzeuge treffen nämlich mit der gleichen Geschwindigkeit auf, tatsächlich dürfte der neue Golf beim Aufprall deutlich langsamer sein, als der alte. Während ein Golf II beim Tempo von 100 km/h einen Bremsweg von etwa 45 Metern benötigte, sind es beim Golf VII weniger als 35 Meter. Ausgerüstet mit einem modernen Bremsassistenten hätte der Golf VII den Unfall in freier Wildbahn eventuell sogar ganz verhindert.

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