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Einstieg durch Blackrock Millionenschweres Investment: Ionity baut Schnellladestationen deutlich aus

Ionity Ladestation
Bald sollen deutlich mehr Ionity-Ladestationen in Europa entstehen (Symbolfoto)
© Karl-Heinz Hick/ / Picture Alliance
Tausende neue Ladestationen in Europa: Der Ladenetzbetreiber Ionity will mithilfe eines Investments in dreistelliger Millionenhöhe sein Netz an klimaneutralen Schnellladestationen stark ausbauen. Der US-Investor Blackrock steigt ins Geschäft ein.

Ionity plant mithilfe einer Finanzspritze in Höhe von 700 Millionen Euro des US-Investors Blackrock einen massiven Ausbau seines Schnellladenetzes. Bis zum Jahr 2025 will der Ladenetzbetreiber für Elektroautos die Anzahl der Ladestationen um mehr als das Vierfache erhöhen. Damit sollen sie auf rund 7000 ansteigen. 

Das europaweite Netz von derzeit 400 Ladeparks soll auf über 1000 in der Anzahl wachsen, wobei es sich ausschließlich um Schnelllader mit einer Ladekapazität von 350 Kilowattstunden handeln soll. Der angebotene Strom soll dabei nach wie vor ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammen. "Die Elektrifizierung des Mobilitätssektors ist entscheidend, um die immer dringlicheren Klimaziele zu erreichen", heißt es in der Pressemitteilung.

Durchschnittlich sind sechs bis zwölf Ladestationen geplant. Zudem sollen bestehende Standorte – abhängig von der Nachfrage – aufgerüstet werden. Neben Ladestellen an der Autobahn will Ionity künftig auch Lademöglichkeiten in der Nähe von Großstädten und an stark befahrenen Fernstraßen schaffen. 

Der Bedarf an öffentlichen Ladestellen in der EU wird damit aber noch lange nicht gedeckt sein. Nach Schätzungen des europäischen Automobilverbandes ACEA sind bis 2030 sechs Millionen Stecker erforderlich, um mit dem Umstieg auf die Elektromobilität die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen um die Hälfte zu senken. Momentan liegt die Anzahl bei insgesamt knapp 225.000 – stationiert insbesondere in Westeuropa.

Erstmalige Beteiligung aus autoferner Branche

Aktuell betreibt das 2017 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Ionity, in dem sich Audi, Porsche, VW, BMW, Daimler, Ford und Hyundai zusammengetan haben, mehr als 1500 Ladepunkte entlang Autobahnen in 24 europäischen Ländern. Seine Ladestationen stehen den Fahrern aller Elektroautos zur Verfügung. 

Blackrock ist das erste Unternehmen außerhalb des Automobilsektors, das sich an Ionity beteiligt. Wie sich die Finanzierungsrunde im Detail aufschlüsselt, gab Ionity nicht bekannt. "Gerade die Verbindung von Energie- und Mobilitätssektor macht Ionity zu einer attraktiven Anlage", sagt Michael Hajesch, CEO von Ionity. "Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist entscheidend, um eine Net Zero-Zukunft zu erreichen", kommentiert David Giordano, Global Head of Renewable Power bei Blackrock. Ionity hebe sich von anderen Unternehmen ab, was die Reife des Unternehmens und die Ausgereiftheit der bestehenden Partnerschaften angehe. Laut Hajesch verzeichnet Ionity bislang aber noch keinen Gewinn. "Wir brauchen noch etwas Zeit, um profitabel zu werden, aber wir sind on track", so der CEO.

Ionity will eigene Raststätten mit Ladestationen bauen

Indes teilte Hajesch im Rahmen des Expansionsplans mit, dass Ionity wahrscheinlich weitere Hersteller für seine Hardware suchen werde, die bisher hauptsächlich von dem Schweizer Technologiekonzern ABB und dem australischen Unternehmen Tritium gebaut wird.

Außerdem will Ionity vermehrt eigene Grundstücke erwerben und für sein neues Stationskonzept "Oasis" je nach Standortbedingungen eigene Raststätten aufbauen und betreiben.

Quellen: Ionity, Reuters, Wirtschaftswoche

nk

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