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Fahrbericht: Bentley Bentayga EWB Fahren und gefahren werden

Bentley Bentayga EWB
Bentley Bentayga EWB
© press-inform - das Pressebuero
Die Zeit der Limousinen ist auch im Luxussegment vorbei, auch da sind die SUV auf dem Vormarsch. Bentley bietet den Bentayga jetzt auch in einer Langversion an.

Warum soll es in der Luxusklasse anders sein als im großen Rest der automobilen Welt? Die SUV verdrängen mehr und mehr die Limousinen. Bei Bentley etwa: Der Mulsanne musste selbst als verlängerte Chauffeur-Version dem neuen Flaggschiff Bentayga weichen. Wenn das Edel-SUV jetzt in der um 18 Zentimeter verlängerten Version auf den Markt kommt, bietet es im Fond deutlich mehr Platz zum Atmen und gleichzeitig ein frischeres Image als die verstaubte Limousine. Kein Wunder, dass der Bentayga auch mehr im Alltag genutzt wird als der Mulsanne, der meist nur zu besonderen Anlässen aus der Garage geholt wird, wie Bentleys Marktforscher feststellen.

Das mit dem Alltag dürfte mit dem verlängerten Bentayga nun etwas schwieriger werden. Denn mit seinen 5.305 mm Länge ist er zumindest in Europa nicht unbedingt kompatibel mit jedem Parkplatz. Aber die meisten der Chauffeur-SUV dürften ohnehin nach Asien, in die USA oder den Nahen Osten gehen. Um die Maße zu vervollständigen: Der Bentayga EWB ist 2.222 mm breit und 1.739 mm hoch, der Radstand beträgt 3.175 mm. Bei uns ein Koloss, in den USA größenmäßig eher Mittelklasse: Ein Cadillac Escalade zum Beispiel bringt es locker auf eine Länge von 5.697 mm.

Angetrieben wird der Bentayga wie gehabt von einem V8 aus dem VW-Konzernregal, Zwölfzylinder dürfte es nur für die amerikanische und asiatische Kundschaft geben. Der V8-Biturbo mit vier Liter Hubraum schafft locker eine Leistung von 550 PS / 404 kW und ein maximales Drehmoment von 770 Nm, das bereits ab 2.000 Umdrehungen pro Minute anliegt. Das reicht, um das leer schon 2,5 Tonnen schwere Dickschiff in gerade mal 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen und für eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h. Über den Verbrauch schweigt das Datenblatt vornehm. Er dürfte um die 15 Liter auf 100 Kilometer liegen.

Kein Wunder, dass man da ganz souverän unterwegs ist - zumal der SUV eher ein lässiger Gleiter und Reisewagen ist und kein rasanter Sportler. Dennoch: Wer flott um die Kurven will – bitteschön. Der Bentayga hält stoisch seine Spur, Wankneigung ist nicht vorhanden. Bei der Preisklasse auch das Mindeste. Lediglich die Lenkung ist noch verbesserungsfähig: etwas zu leichtgängig, nahezu ohne Rückmeldung von der Straße. Mehr als nur hilfreich bei der Länge des Bentayga erweist sich die Hinterradlenkung. Sie macht ihn erstaunlich agil. Allein der Wendekreis. Der liegt mit 11,8 Metern noch unter dem des normalen, kürzeren Bentayga – und ist nur etwas größer als beim VW Golf.

Das Highlight – klar: der Innenraum. Rundum beste britische Handwerkskunst und verschwenderisch edle Materialien. Weiches, dickes Leder ohne jeden Makel, was wie Metall aussieht, ist auch Metall. Die Sitze bezeichnet Bentley als "Airline Seats". Jeder Sitz hat 22 Verstellmöglichkeiten. Hinten gibt es ausklappbare Fußstützen und die Sitze haben eine Klimaautomatik, die Oberflächenfeuchte und Körpertemperatur erkennt und Sitzheizung oder -kühlung automatisch darauf regelt. Wer selber regeln will, der findet zwischen den Vordersitzen ein herausnehmbares Display dafür. Der Platz hinten ist geradezu ausladend, die 18 Zentimeter Längenzuwachs stecken komplett dort. Arbeiten, Entspannen, in den weichen Kissen selig schlafen – hier ist alles möglich.

Vorne? Der Arbeitsplatz des Fahrers ist mit dem in der kurzen Version des Bentayga identisch. Übersichtlich, aufgeräumt, eher etwas konservativ, so viel Digital wie nötig, die Uhr auf der Mitte des Armaturenbretts wie gehabt analog, Pedale mit dem Bentley-B. Selbst so etwas Profanes wie Halter für Getränkedosen finden sich in der Mittelkonsole.

Und der Preis in Deutschland? Da schweigt sich Bentley noch aus. Man sei in der Findungsphase heißt es offiziell. Anhaltspunkte gibt es zumindest. Da ist einmal der Preis für einen "kurzen" Bentayga, der knapp unter 190.000 Euro startet. Klar, dass die Langversion ein gutes Stück teurer wird. Zum Vergleich: In den USA wird für den EWB ein Preis von 226.900 Dollar (umgerechnet rund 234.400 Euro) aufgerufen. Der normale Bentayga startet dort bei 167.000 Dollar (172.520 Euro).

pressinform

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