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20 Jahre Mazda MX-5: Forever young

Zweisitzig, knackig, puristisch, charmant, so fährt sich der Mazda MX-5 seit 20 Jahren in die Herzen seiner Fans, avancierte zum bestverkaufte Roadster der Welt. Auch die modellgepflegte, dritte Generation hält an dem Konzept fest und bereitet mehr Fahrspaß denn je.

Von Michael Specht

Deutschland Ende der 80er-Jahre, ein Cabrio-Niemandsland, quasi ein Verdeck-Vakuum. Offene Autos galten den Sicherheits-Päpsten der Autohersteller als zu gefährlich und den Marketingleuten fehlten die passenden Argumente. Entsprechend emotionslos sah es auf den Straßen aus. VW bot lediglich das kantige Golf-Cabrio an, wegen seines Überrollbügels von Spöttern "Erdbeerkörbchen" genannt. Auch Kadett und Escort fuhren mit Henkel herum und entsprachen allem anderen, nur nicht dem Roadster-Reinheitsgebot. In diese cabrio-feindliche Welt brach nun ein frecher Sunnyboy herein, dazu noch ein japanischer. Er sah aus wie eine Kopie des legendären Lotus Elan und reanimierte in uns längst verkümmerte Sehnsüchte, jene nach dem unkomplizierten, offenen Autofahren. Sein Name: Mazda MX-5.

Kein anderes Auto in der Geschichte des Roadsters legte vom Start weg eine steilere Karriere hin als dieser puristische Zweisitzer. Schon bei seiner ersten Vorstellung am 9. Februar 1989 auf der Chicago Motor Show hagelte es Blindbestellungen bei den Händlern. Die 5000 Autos, die Mazda ursprünglich pro Jahr plante, waren eine komplette Fehlkalkulation. Diese Menge hätte teilweise nicht einmal für Deutschland ausgereicht. Bis heute verkaufte Mazda weltweit mehr als 855.000 MX-5, zum Millionär dauert es nicht mehr lange. Seit über acht Jahren wird er im Guinness Buch der Rekorde als meistverkaufter Sportwagen aller Zeiten geführt.

Zielmarkt USA

Entwickelt wurde der MX-5 mit besonderem Blick auf Kalifornien. Die Idee zu diesem Auto kam jedoch nicht aus eigenen Reihen. Vielmehr soll der Mazda-Manager Kenichi Yamamoto Mitte der 80er-Jahre einen Motor-Journalisten gefragt haben, welches Fahrzeug im nordamerikanischen Markt denn besonders fehlte und die Antwort lautete: a lightweight sportscar. Das war der Startschuss. Konsequent setzte Mazda dieses Konzept für den MX-5 in die Tat um. Heraus kam ein klassischer Roadster (Motor vorn, Antrieb hinten) mit leicht zu bedienendem Stoffverdeck, niedrigem Gewicht, einfacher Technik und knackigen Fahrverhalten. Ein Auto, an dessen Purismus keiner leiden musste, sondern im Gegenteil, das genau dadurch besonders viel Spaß machte.

Klar, dass solch ein Erfolg die Konkurrenz auf den Plan rief. Autohersteller in Europa und Japan folgten: Fiat brachte den Barchetta, Toyota den MR2, Rover den MG-F, BMW den Z3, doch keiner dieser offenen Zweisitzer erreichte diese lockere, ungezwungene Jugendlichkeit des Mazda. Der Z3 mutierte zum Z4 und fuhr fortan in einer anderen Liga. Barchetta, MR2 und MG-F wurden eingestellt. Alfa Romeo verspielte die einmalige Chance, wieder einen flotten Spider auf die Räder zu stellen. Stattdessen baute man einen schwerfälligen und keilförmigen Cabrio-Klotz.

Immer Roadster geblieben

Was blieb, war der Mazda. Ein "Everybody’s Darling", der in zweiter Generation 1998 seine Schlafaugen verlor, seiner Linie aber treu blieb. Und selbst bei der dritten Generation des MX-5, die 2006 nach Deutschland rollte, erlagen die Mazda-Entwickler nicht der Versuchung, das Roadster-Konzept neu erfinden zu wollen. Ähnlich wie Porsche es beim 911er praktizierte wurde auch das Design des MX-5 nur behutsam verändert. Am meisten aber freute es die Fans, dass aus dem offenen Zweisitzer kein Weichspül-Cabrio geworden ist. Im Gegenteil, der Mazda wischt nach wie vor leichtfüßig um die Ecken, sein Heckantrieb, die direkte Lenkung und die immer noch konkurrenzlos knackige Schaltung stehen für ungetrübten Fahrspaß. Nur wenige Autos bieten einen derartig guten Kontakt zur Straße.

Einen kurzen Aufschrei der Roadster-Romantiker gab es lediglich als Mazda verkündete, 2005 in den USA und 2006 in Deutschland eine Klappdach-Version des MX-5 bringen zu wollen, das Roadster Coupé. Doch nicht einmal hier änderten die Japaner ihre puristischen Grundsätze. Die Designer verstanden es, das Hardtop perfekt in die Linie des Roadsters aufzunehmen. Auch der sonst übliche pummelige Hintern blieb dem schlanken MX-5 erspart Möglich machte dies eine sehr ausgetüftelte Klapp-Konstruktion. Nicht einmal der Kofferraum musste kleiner werden. Kein Wunder, dass sich mittlerweile fast 50 Prozent der MX-5-Käufer für die Hardtop-Variante entscheiden.

Bezahlbarer Fahrspaß

Wenn im Mai die modellgepflegte 3. Generation zum Händler rollt, kann man es Mazda nicht hoch genug anrechnen, trotz aller Eingriffe die Kernwerte des Ur-MX-5 über solch einen langen Zeitraum konsequent bewahrt zu haben. Der kleine Roadster zeigt einmal mehr, dass es für ungetrübten Fahrspaß weder dicker Achtzylinder, noch finanzieller Summen bedarf, die sich Normalsterbliche schon längst nicht mehr leisten können. Warum kommt darauf eigentlich kein anderer Autohersteller?

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.