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BMW Mini E: Stecker raus und los

Von wegen Elektroauto gleich Ökogefährt für Birkenstockträger. Jetzt steht auch der Mini unter Strom. In Amerika schickt BMW 500 Exemplare in den Großversuch. Über 10.000 Tester haben sich beworben.

Von Michael Specht

Rodeo Drive, Sunset Boulevard, Venice Beach, noch flaniert hier Hollywoods Schickeria gelangweilt in offenen Bentley, SL oder dicken SUV. Demnächst könnte ihnen allerdings ein grauer Kleinwagen die Show stehlen, an dessen Tür ein großes, gelbes Steckersymbol klebt: der Mini E. Das E steht für Elektroantrieb, heißt: keine Abgase, kein Lärm, kein Benzin, kein Gestank. Flüsterleise und emissionsfreie Mobilität. So etwas kommt bestens an in Kalifornien.

Nicht umsonst hat sich BMW diesen US-Bundesstaat für die Präsentation des Elektro-Mini ausgesucht. Kalifornien gilt als der fortschrittlichste Staat in Sachen automobiler Umwelttechnik. Hier herrschen die strengsten Emissionsgesetze der Welt. Nirgends sonst sind die Menschen so aufgeschlossen gegenüber alternativen Antrieben. In keinem Land der Welt gibt es mehr Hybridautos. Und geht es nach Gouverneur Arnold Schwarzenegger, sollen in Kalifornien bald auch Elektro- und Brennstoffzellenautos in großer Zahl umhersurren. Mr. Ex-Universum möchte den "Golden State" am liebsten zum "Zero-Emission-State" machen.

Um zügig Erfahrungen zu sammeln, wie sich der MINI E im täglichen Gebrauch bewährt gibt BMW 500 Exemplare in Kundenhand, hauptsächlich in Kalifornien. Aber auch New York und New Jersey sind dabei. In was für ein Wespennest die Münchener Marketing-Strategen gestochen haben, zeigt die Nachfrage. Trotz der recht teuren Leasingrate von monatlich 850 Dollar ließen sich schon wenige Tage nach Freigabe der Internetseite über 10.000 Amerikaner registrieren. "Wir haben mit einer guten Resonanz gerechnet", sagt Projektleiter Ulrich Kranz", aber nicht in diesem Ausmaß." Die Aspiranten scheinen zu ahnen, was sie im Mini E erwartet: Eine neue Form von Fahrspaß und das Gefühl, schon heute mit einem Antrieb von Morgen unterwegs zu sein. Der Blick ins Cockpit zeigt zunächst nichts Ungewöhnliches. Nur der Drehzahlmesser fehlt. Stattdessen ein Instrument, das anzeigt, wie viel Saft noch in Batterie ist. Den Tritt aufs "Gaspedal" setzt der 205 PS starke E-Motor augenblicklich in Vortrieb um und schießt, nur begleitet von einem dezenten Surren, wie ein Sportwagen nach vorn. 8,5 Sekunden von null auf 100 km/h verspricht BMW. Ein Getriebe benötigt der Mini E nicht, denn Elektromotoren haben den unschlagbaren Vorteil, schon ab dem Stand das volle Drehmoment parat zu haben. Jeder Heimwerker kennt dieses Phänomen von seinem Akku-Schrauber. Niedrigste Drehzahl, stärkste Kraft.

Sicher hätte für die Stadt, dem Hauptrevier eines jeden Elektroautos, auch die Hälfte der Leistung gereicht. Doch Projektleiter Kranz verteidigt das elektrische Power-Paket. "Wir wollten auf jeden Fall die DNA des Mini Cooper erhalten." Nicht gerade einfach, wenn im Kreuz ein Kühlschrank großer Batterieblock von 260 Kilo sitzt. Doch nur bei aggressivem Fahrstil zerrt es an den Vorderrädern und die Lenkung braucht einen festen Griff, um den Engländer sauber in der Spur zu halten.

Ebenso beeindruckend wie das Gasgeben, ist auch das Gaswegnehmen. Kaum ist der Fuß vom Pedal, bremst der E-Motor den Mini nachdrücklich runter. Ein entspanntes Ausrollen zur roten Ampel, so wie man es von einem Benzinmotor kennt, ist damit nicht mehr möglich, kommt aber dem Energiehaushalt zugute. Der gewonnene Strom fließt in die Batterie zurück.

Ihr Einbau hinter den Vordersitzen macht den Mini E allerdings kompromisslos zum Zweisitzer. In den verbleibenden Kofferraum passt höchsten noch eine Sporttasche. Jeder Smart hat mehr Platz. Diese wenig alltagstaugliche Raumlösung symbolisiert nur all zu deutlich eines der größten Nachteile des Elektroautos: seine nach wie vor geringe Reichweite. Auch wenn BMW stolze 250 Kilometer verspricht, schon allein unsere 16 Kilometer lange Testfahrt durch den dichten Verkehr von Los Angeles saugte laut Anzeigeinstrument zehn Prozent Leistung aus den über 5000 Lithium-Ionen-Zellen.

Heißt: Spätestens nach rund 150 Kilometer braucht der Stromer Hilfe aus dem Netz. Sind Heizung oder Klimaanlage an, geht die Reichweite nochmals stark zurück. Um nach voller Entladung nicht zehn Stunden an der Steckdose hängen zu müssen, spendiert BMW den Testpersonen des Mini E für ihre heimische Garage eine so genannte Wall-Box. Mit dieser Power-Station sollen die Akkus dann in gut zwei Stunden gefüllt sein.

In welchem Modell es von BMW später ein Serien-Elektroauto geben wird, möchte Ulrich Kranz nicht verraten. Der Mini in seiner jetzigen Form wird es jedenfalls nicht sein. Sicher ist: Die Münchener arbeiten innerhalb ihres "Projekt i" an einem so genannten Mega City Car. Dieses Stadtgefährt ist aller Wahrscheinlichkeit 2013 fertig, bzw. muss fertig sein. Dann nämlich greift für BMW in Kalifornien das ZEV-Gesetz (Zero Emission Vehicle) und zwingt die Münchener, einige Tausend Null-Emissions-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Ansonsten dürfen in diesem US-Bundesstaat auch keine konventionellen Autos mehr verkauft werden.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.