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Citroen C4: Mit dem Duft von Paris

Der erste Kompakte mit Spurassistent und Parfümzerstäuber bringt Farbe in die Allerweltsklasse. Besonders als Coupé befriedigt der Xsara-Nachfolger den Sinn für das Besondere.

Das Einerlei bei Allerweltsauto wird gern beklagt. Eines sähe aus, wie das andere, das "Besondere" gäbe es in der Kompaktklasse nicht, lautet die Litanei. Nun schickt Citroen mit C4 einen Wagen mit ausgeprägtem Hang zu Raffinesse in das Rennen um die Käufergunst. Die Nachfolge für den in Deutschland eher unglücklichen Xsara tritt ein Wagen an, der den Schuss Extravaganz mitbringt, für den Citroen einst berühmt war.

Wäre der C4 etwas für Sie?

Sieht der klassische Fünf-Türer bereits nicht schlecht aus, so zeigt das dreitürige Coupé, das die Reise aus dem Land der Langeweile wieder ins Reich der Phantasie geht. Es löst die Erwartungen einer glorreichen Vergangenheit ein, als Citroen mit fortschrittlicher Technik und ausgefallenem Design Maßstäbe setzte. In den Dimensionen unterscheiden sich beide Varianten kaum. Das Coupé ist mit 4,27 Meter nur einen Zentimeter länger und vier Millimeter niedriger als die "Limousine". Höhe (1,46 Meter), Radstand (2,61 Meter) und Spurweite sind identisch. Optisch kommt die Limousine wohl gerundet daher, während ein Glasaquarium das Heck des Dreitürers ziert. Auffällig ist diese Lösung allemal. In der sportlichen VTS-Ausführung wird ein überdimensionierter Spoilerflügel draufgesattelt, dann werden die Geschmacksgrenzen strapaziert. In der Front tragen beide Varianten das neue Marken-Gesicht mit einem in den Grill integriertem Doppelwinkel-Logo und bananenförmigen Scheinwerfern.

Kampf dem Duft-Bäumchen

Besonders das deutsche Duft-Bäumchen muss die automobilen Bonvivants aus Frankreich empört haben. Damit versuchen viele Fahrer ihrer rollenden Heimstatt eine persönlich ansprechende Note zu geben. Meist mit fatalen Ergebnissen, denn die Wunderbäumchen verströmen einen Geruch zum Gott-Erbarmen. Die Klientel, die der C4 anspricht, ist über diese Geruchs-Stümperei dank Citroen erhaben. Die anvisierte Kundschaft muss nicht im Geruch ähnlich dem eines Fußpilzsprays umherkutschieren, sie kann sich dank des eingebauten Duftzerstäubers stufenlos von wirklichen Wohlgerüchen inspirieren lassen. Die Nachfüllkartuschen sind zum Preis von zehn Euro für die Doppelpackung in jeder Citroen-Werkstatt zu haben. Doch keineswegs werden die Düften auch dort angemischt, dass lässt man von einem der großen Parfümeure erledigen.

Bewährtes Fahrwerk, bekannte Motoren

Technisch betrachtet besteht der C4 größtenteils aus dem altbekannten Peugeot 307, doch die Baugruppen-Verwandtschaft bleibt dem normalen Kunden verborgen, zu sehen ist sie nämlich nicht. Im Wagen fühlt man sich sofort zu Hause, man sitzt auf jedem Platz bequem. Im Coupé können die Passagiere die hintere Bank auch ohne gymnastische Anstrengungen erreichen.

Durch die fast identischen Abmessungen bieten Coupé und Limousine den gleichen Platz im Innenraum. Der ist für die vorderen Passagiere opulent, ausgewachsene Kinder werden sich auf Dauer auf der Rückbank nicht wohl fühlen. Wühlt man sich unter das Gestühl, dann stören fisselige Teppich-Schnitte den sonst sehr guten ersten Eindruck. Die Motoren sind alte Bekannte aus dem PSA-Regal. Fünf Benzin- und drei Dieselausstattungen stehen zur Wahl. Besonders attraktiv sind die HDi-Turbodiesel mit 110 und 136 PS. Beide sind mit Partikelfilter ausgerüstet und erfüllen die Euro 4-Norm. Mit dem HDi 110 FAP und 110 PS Leistung sollen 40 Prozent der verkauften C 4-Fahrzeuge ausgerüstet werden. Der Common-Rail-Diesel erreicht das maximale Drehmoment von 240 Newtonmetern bereits bei 1750 Umdrehungen pro Minute. Damit kommt der Fünfgang-Fronttriebler auf eine Höchstgeschwindigkeit von 192 Stundenkilometern und benötigt 12,4 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer. Kerniger packt das 136 PS starke Aggregat zu. Mit ihm sind eine maximale Geschwindigkeit von 209 Stundenkilometern und eine Beschleunigung von 10,5 Sekunden möglich. Der kleine Diesel reicht aber vollkommen aus. Er benötigt nach Werksangaben nur 4,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer und entpuppt sich so als Sparwunder.

Viele neue Nettigkeiten

Der Spurhalte-Assistent dürfte für viele C4-Kunden eher uninteressant sein. Von diesem Sicherheitsfeature profitieren Vielfahrer, die eher im größeren C5 zu Hause sein dürften. Eine weitere Novität, mit der sich jeder C4-Faherr anfreunden muss, sitzt im Multifunktionslenkrad. Hier dreht sich nur der Kranz, die Nabe bleibt stehen. Der Vorteil dieser Lösung liegt im Inneren der Nabe verborgen, dort steckt nämlich der Airbag. Wenn er sich - wie bei allen anderen Fahrzeugen - mitdreht, muss der Luftsack kreissymmetrisch geformt sein. Beim C4 kann dagegen ein größerer und besser geformter Luftsack verwandt werden. Daran allerdings, dass sich die allzu zahlreichen Knöpfchen und Rädchen in der Nabe nicht mit dem Lenker mitdrehen, muss man sich erst gewöhnen. Für Fahrer, die bei starken Lenkeinschlägen ohnehin nicht zu Knöpfchen-Spielen aufgelegt sind, ist der Unterschied natürlich minimal. Andere Innovationen sind vielleicht nicht unbedingt notwendig, machen in ihrer Pfiffigkeit aber Freude und sorgen für ein besonderes Fahrgefühl. So der Drehzahlmesser, er sitzt oberhalb der Lenkradnabe und verfärbt sich dunkelrot, wenn man dem Abreglungsbereich zu Nahe kommt. Besonderer Clou: Das digitale Zentralinstrument. Es ist, bei Citroen keine Neuigkeit, mitten auf der Armaturentafel angebracht. Im C4 bietet es eine unerreichte Ablesbarkeit. Der Trick dahinter: Das Display ist aus transparentem Material und wird vom natürlichen Umgebungslicht erleuchtet.

Der Preis ist heiß

Mit 13.790 Euro startet das Basismodell des C4 außerordentlich attraktiv. In Deutschland schlugen sich der Megane von Renault und der 307 von Peugeot mit beachtlichen Erfolgen, nur Citroen hatte bislang keinen Erfolg im Golf-Segment. Der C4 bietet nun gute Voraussetzung, um den kümmerlichen Marktanteil von 0,8 Prozent zu steigern.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.