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Corvette Z06: Mein Ritt mit Pamelas Rennversion

Ein 80.000 Euro teures Auto ein Schnäppchen zu nennen, mag befremdlich klingen. Chevrolets neues Wunderkind, die Corvette Z06, macht doppelt und dreimal so teuren Konkurrenten das Leben schwer. Sehr schwer.

Von Helmut Werb, Los Angeles

Wenn über 500 Pferde ein Lebendgewicht von gerade mal 1400 Kilogramm bewegen, darf man sich auf extrem gesteigerten Adrenalin-Produktion und Verspannungen im Nackenbereich gefasst machen. Auf der Auffahrtsrampe des Harbor Freeway zum Santa Monica Freeway in Los Angeles drücke ich kurz aufs Gaspedal. Die silbergraue Corvette schwänzelte kurz mit einem Hintern, der JLo Konkurrenz machen könnte. Bis heute weiß ich nicht genau, wie ich den Highspeed-Slalom durch die verwischende Farbtupfer geschafft habe, die bei normaler Freeway-Geschwindigkeit von 55 Meilen pro Stunde (dream on, baby!) als Toyotas, Dodges und Fords erkennbar sind.

Oh, ja! General Motors, sonst als Hersteller langweiliger Mama-SUVs berüchtigt, bringt uns die Muscle Cars zurück. Und Dank dafür!

Eine ur-amerikanische Wuchtbrumme

Die Z06-Gewaltversion der schon als Normalmodell nicht gerade untermotorisierten Corvette ist nicht nur muskelbepackt. Sie ist Mister Universum gepaart mit Martial Arts, Steroid- und Testosteron gedopt, mit Muckis, dass es italienischen Hochpreis-Sportwagen den Atem raubt. Ist ein Ferrari die heißblütige Liebhaberin, die einem bei einem falschen Blick die Augen auskratzt, dann ist die Z06 Corvette Pam Anderson. Eine ur-amerikanische Wuchtbrumme, vorn und hinten wohlbepackt, die einem beim Ritt durch die Pampa die Besinnung vernebelt.

512 PS hat General Motors dem Siebenlitermotor zugezüchtet. Ein im wahrsten Sinne halsbrecherisches Drehmoment von 637 Newtonmetern lässt die Corvette geradezu vor Kraft explodieren. Die 3,9 Sekunden von 0 auf 100 werden durch ein herrlich brachiales Brüllen unterstützt, das bei vollem Durchdrücken des Gaspedals Nachbarn und Wälder bis ins Mark erzittern lässt. Die Zweihunderter-Grenze ist nur einen Zungenschnalzer entfernt, und die Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h nimmt man der Z06 gerne ab, selbst wenn diese Marke auf amerikanischen Strassen rein theoretischen Wert hat. All das gepaart mit einem streng, aber gut zu schaltendem (und perfekt abgestimmten) Sechsganggetriebe und einem Fahrverhalten, das ich gerne mal auf der Nordschleife an die Grenze führen würde (Hello Pam!).

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Reines Adrenalin

Aber in Nichts ist die Corvette Z06 so gut wie in der Produktion reinsten Adrenalins: Ab 2500 Umdrehungen steht so immens viel Saft zur Verfügung, dass der Druck in den Augäpfeln zunimmt und sich ein faustdicker Kloss im Hals bildet. Ein Augenzwinkern zur falschen Zeit und die "Zie-Oh-Six" hat drei Kraftfahrzeuge auf der Highway One verschluckt. Da ist es gut, dass das - ziemlich groß geratene - Lederlenkrad auftretenden Angstschweiß locker aufnimmt.

Geschafft hat die Entwicklungsmannschaft von GM das kleine Wunder mit gehörigem Einsatz von Aluminium, Kohlefaserstoffen und Titan, was die Z06 um 85 Kilo leichter macht als die reguläre Corvette. Die Karosserie ist viagra-extrasteif: Selbst in schnell aufeinander folgenden und extrem hart gefahrenen Kurven in den Bergen nordwestlich von Santa Barbara gibt der Body keinen Laut. Der Wagen klebt geradezu auf der Strasse, die überdimensionierten Bremsen sind hervorragend abgestimmt, was bei dem geringen Gewicht bestimmt keine Kleinigkeit ist, und die unglaublich direkte Lenkung erlaubt es, den Renner millimetergenau auf der Strasse zu halten. Da steht die Corvette Z06 den Lambos, Ferraris und selbst dem Porsche Carrera GT in Nichts nach.

Womit wir beim Preis/Leistungsverhältnis wären. Kosten die oben genannten Exoten den Gegenwert eines Luxusapartment in der Münchner Innenstadt, verkaufen die Strategen die Z06 für gerade mal 79.500 Euros, In den USA ist sie sogar noch mal um eine gute Hypothekenrate günstiger.

Des Lebens kleiner Luxusbedarf

Dabei benimmt sich das erschwingliche Kraftpaket bei nervtötendem Stadtverkehr durchaus gesittet. Selbst beim Stop-and-Go ist im vierten (ja, im Vierten) Gang noch genügend Kraft vorhanden, um altvorderen SL- und Pfeffer-Chauffeuren die geföhnte Frisur zu zerzausen. Des Lebens kleiner Luxusbedarf wird im extrem schlichten Plastikcockpit Rechnung getragen mit einem hervorragenden Navigationssystem, einer Zwei-Zonen-Klimaanlage (wo - um Gottes willen - finde ich in der Enge noch eine zweite Zone?), exzellenten Bose-Sound und dem US-obligatorischen Tempomat, was die Kraftmeierin auf dem Weg ins Büro zur durchaus angenehmen Begleiterin macht.

Dass selbst die sexieste Blondine einige Nachteile mit sich schleppt, weiß jeder Witze-Erzähler. So ist es auch bei der Z06. Den Proll-Komplex hat sie seit wenigen Jahren verdienterweise abstreifen können, aber der Benzinverbrauch treibt selbst umweltunbewusstetsten Republikanern die Schamesröte ins Gesicht. Die Sitze, für "normal"-schnelle Sportwagenfahrten durchaus angebracht, erreichen ihre Grenzen weit vor jenen Querbeschleunigungen, die die Z06 zulässt. Unfeinen Straßenbelag empfindet die Z06 als Zumutung. Bei starken Bodenunebenheiten zittert neben den Zahnkronen schon mal des Fahrers Nervenkostüm: Die schon im Normalbetrieb knochenharte Federung wird zum automobilistischen Waschbrettbauch, wenn der kleine Knopf neben dem Schalthebel gedrückt wird.

Ohne die elektronischen Helferlein wäre die Z06 waffenscheinpflichtig, und ein komplettes Ausschalten der Traktionskontrolle (was nur durch ein paar Trocks möglich ist) dürfte sich bei einem solchen Kraftüberschuss mit Sicherheit unangenehm auf die Versicherungsprämien auswirken. Aber Chevrolet hat eine so genannte "competitive driving mode" zwischengeschaltet. Die lässt neben einer härteren Federeinstellung die Traktionskontrolle recht spät eingreifen, was auf den gewundenen (und Gottseidank ziemlich verkehrsarmen) Canyons rund um Malibu die wunderschönsten Drifts zulässt ... solange kein Highway Patrol Officer in Sicht- und Hörweite ist.

Wissenscommunity

Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?