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Fahrbericht: Mercedes-Benz E 350 CGI: Beste Unterhaltung

Ein langweiligeres Auto als eine E-Klasse kann man sich kaum vorstellen - abgesehen vielleicht vom Golf. Auch die neue Mercedes E-Klasse bleibt ohne Überraschungen. Das aber auf beeindruckendem Niveau.

Mercedes-Benz will die neue E-Klasse als emotionales Produkt erscheinen lassen. Chefdesigner Gorden Wagener schwärmt denn auch - zum Beispiel von den "diamantenähnlich geschliffenen Scheinwerferaugen". Bei der neuen E-Klasse darf Mercedes nichts riskieren. Dieser Schuss muss sitzen, denn die Modellreihe repräsentiert neben dem kompakten VW Golf das ureigen deutsche Auto: solide, innovativ, (stil)sicher, zeitlos - und eben auch alles andere als überraschend.

Überraschen darf er auch nicht. Denn anders als etwa bei Sportwagen geht es bei der E-Klasse seit je her nicht um das kleinste gemeinsame Vielfache sondern um den größten gemeinsamen Teiler.

Kein Zweifel: Schnell wird sich auch das neue und durchaus sehenswert gestylte Modell in das Straßenbild von Frankfurt, Rom, Tokio oder Los Angeles einfügen. Eine E-Klasse gehört auf den Straßen dieser Welt einfach dazu. Taxler lieben den schwäbischen Dauerläufer trotz einiger Probleme in der Vergangenheit ebenso wie aufstrebende Geschäftsleute, für die es (noch) nicht zur Mercedes S-Klasse gereicht hat.

Die Qualitäten des neuen E-Modells sind eindrucksvoll. In Sachen Sicherheit gibt es - abgesehen vom Müdigkeitswarner - nichts wirklich neues, aber alles eben in einer perfekt anmutenden Symbiose. Spurwechsel- oder Nachtsichtassistent, Abstandstempomat oder ein sich an die Umgebung anpassendes Lichtsystem lassen in Sachen Fahrsicherheit zusammen mit alt bekannten Sicherheitssystemen wie Airbags oder ESP keine Wünsche offen. Zumindest, sofern man in der Optionsliste eifrig gestöbert hat.

Neue Diesel

Umso überraschender, dass sich zu dem bestens abgestimmten Hightech-Wirrwarr wie seit Jahr und Tag noch eine per Fuß und Hand zu bedienende Feststellbremse gesellt. Die gibt es elektronisch bereits ein paar Klassen drunter in Modellen wie dem Ford Focus oder bei Toyota.

Mit Hochdruck haben die Motor-Ingenieure daran gearbeitet, den gewaltigen Rückstand gegenüber dem Hauptkonkurrenten BMW aufzuholen. Das Ergebnis kann sich besonders beim drehmomentstarken E 250 CDI oder dem souverän abgestimmten Direkteinspritzer E 350 CGI fahren lassen. Der 350er Benziner läuft seidenweich und ist drehmomentstark. Seine Leistung von 215 kW/292 PS merkt man ihm trotz 365 Nm (bei 3.000 Touren) jedoch zu keiner Zeit an. Dafür aber läuft er nahezu geräuschlos. Eine Turboaufladung würde ihm Flügel verleihen und den Durst trotzdem im Zaum halten.

Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der 1,8 Tonnen schwere Hecktriebler mit dem CGI in 6,3 Sekunden. Der Vorwärtsdrang wird bei 250 km/h abgeregelt. Den Durchschnittsverbrauch gibt Mercedes mit 8,8 Liter Super auf 100 Kilometer an. Viele Kunden hätten angesichts des Wettbewerbsdrucks eine Start-Stopp-Automatik erwartet. Die gibt zumindest zum Marktstart aber nur in der überschaubaren Zahl von Vierzylinder-Zulassungen mit Handschaltung.

Ein gutes Stück aufgeholt haben die Schwaben bei den Dieseltriebwerken. Hier passt der 242 km/h schnelle E 250 CDI mit seinen 150 kW/204 PS und 500 Nm Drehmoment prächtig in die neue Flottenlimousine. Er soll sich trotz üppiger Leistungsdaten als Automatikversion mit 6,2 Litern Diesel zufrieden geben. Groß ist der Rückstand der Schwaben jedoch noch bei den prestigeträchtigen großen Selbstzündern. Während Hersteller wie BMW oder Jaguar hier mit ebenso kraftvollen wie sparsamen Doppelturbos enteilt sind, hat die neue E-Klasse mit dem E 350 CDI nicht viel mehr als bisher im Angebot.

Sanfte Sänfte ...

Große Klasse sind nicht nur das beeindruckend souverän abgestimmte Fahrwerk, sondern insbesondere auch das flüsterleise Geräuschniveau und die exzellenten Sitze. Ihnen fehlt es an jeglicher Härte, trotzdem sitzt man alles andere als schwammig oder weich. Etwas mehr Oberschenkelauflage dürfte es für groß gewachsene Insassen jedoch trotzdem noch sein.

Schalter, Bedienelemente das Design des Innenraums – hier gibt es nichts zu bemängeln. Wieso sich die Zeitanzeige im Armaturenträger derart üppig dimensioniert neben dem Tachometer aufbauen muss, bleibt allerdings das Geheimnis der Interieurabteilung. Besonders hochwertig präsentiert sich der E 350 CGI mit dem optionalen Exklusivpaket. Hier sitzt man auf weichem Nappa und lässt seine Augen über ein mit Leder bezogenes Armaturenbrett und einen Alcantara-Dachhimmel gleiten.

Auch im Fond kann man standesgemäß reisen. Vor allem dann, wenn man sich für die viersitzige E-Klasse-Version mit fester Mittelkonsole, Komfortsitzen und DVD-Entertainmentsystem entscheidet. Das Ambiente hat schon auf den ersten Blick Wohlfühlcharakter. Warmes Licht, weiches Leder und bequeme Reisekopfstützen.

... üppige Preise

Die neue Mercedes E-Klasse ist genau das, was sie schon immer war - deshalb ist sie so erfolgreich.

Das zeigt sich auch bei der Preispolitik. Serienmäßig gibt es nur Hausmannskost - jeder Luxus kostet extra. "Unser erwartetes Volumenmodell dürfte in Deutschland der E 220 CDI werden", sagt Bernd Stegmann vom Mercedes-Produktmanagement. "Doch auch der E 250 CDI dürfte sich großer Beliebtheit erfreuen."

Die nicht enden wollende Preisspirale beginnt mit dem E 220 CDI für 41.590 Euro. Der 250er CDI kostet rund 3.000 Euro mehr. Für die perfekte Kombination mit dem Sechszylinder des E 350 CGI muss man mindestens 51.943 Euro rechnen. Klimatisierte Ledersitze, Festplattennavigation, Hightech-Licht und weitere Annehmlichkeiten kosten pro Modell mindestens weitere 15.000 Euro.

Einst konnte es sich Mercedes erlauben, seine Kunden bei der Markteinführung eines neuen Modells mit einer Salami-Taktik hinzuhalten. Doch der Druck der Konkurrenz aus dem In- und Ausland ist mittlerweile groß. So kommt in den nächsten Wochen bereits die Coupé-Version, die rund um Stuttgart schon völlig ungetarnt unterwegs ist und zur IAA folgt das Doppel Kombi und Cabriolet.

Wer aus der angenehmen Monotonie der neuen E-Klasse ausbrechen will, der kann dies schon eher: Der E 63 AMG feiert seine Weltpremiere bereits in vier Wochen auf der New York Autoshow.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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