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Fahrbericht: Saab 9-3 2.8 Turbo X: Einen rechts, einen links

In Schweden sind die Winter für gewöhnlich lang und die Straßen sind eisig. Um so erstaunlicher, dass Saab, der edelste GM-Ableger in Europa, erst jetzt einen Allradantrieb anbietet. Und auch zunächst nur für den 9-3.

Der 4x4-Antrieb aus dem Hause Haldex, Generation 4, ist technisch aufwendig: "Wir wollten unseren Kunden einen Allradantrieb präsentieren, der uns insbesondere fahrdynamisch weit nach vorne bringt", sagt der Geschäftsführer von Saab-Deutschland, Willi Fey. "Das ist uns mit dem XWD gelungen."

Die Versprechungen sind nach Jahren des Wartens groß. In einem Slalomparcours soll es der neue 9-3 XWD sogar mit sportlichen Kraftprotzen wie einem Porsche 911 oder einem Audi RS4 aufnehmen können. Fey: "Angesichts der Leistungsunterschiede natürlich nicht bei der Ausfahrt, sondern zwischen den Pylonen."

Möglich macht das nicht nur eine variable Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern vor allem auch eine variable Momentenverteilung von bis zu 50 Prozent zwischen linkem und rechtem Hinterrad per elektronischem Sperrdifferential.

Damit hat Saab zumindest das Vorspiel gegen den neuen Über-SUV BMW X6 knapp gewonnen. Der X6 bietet eine ähnliche Technik, ist im Gegensatz zum Saab jedoch erst im Sommer für die Kunden verfügbar. Den Unterschied soll dann nicht nur sein Coupé-Design, sondern auch die Dynamic-Performance-Control machen - eine dynamische Kraftverteilung zwischen den Rädern einer Achse.

Kein Radiergummi mehr

Viel zu lange musste man im Hause Saab auf einen Allradantrieb warten. PS-stark waren die Turbovierzylinder schon immer. Nur mit der Traktion haperte es bisweilen - gerade auf nasser Fahrbahn, Eis und Schnee. Denn bei kraftvollen Drehmomenten und mehr als 200 PS Motorleistung ist der Saab-typische Frontantrieb die schlechteste Wahl – besonders, wenn die Konkurrenz bereits seit längeren 4x4 im Programm hat oder zumindest auf einen Heckantrieb setzt.

Das neue XWD-System ist ein gewaltiger Schritt in eine Zukunft. Schließlich konnte Saab in Deutschland zuletzt gerade mal 4.200 Fahrzeuge verkaufen. XWD könnte da Wunder bewirken und ist für die Neulinge des Jahrs 2008, den neuen Saab 9-5 und den 9-4x, als Option praktisch unverzichtbar. Gleiches gilt konzernintern für den Vectra-Nachfolger Insignia.

Den Allrad-Anfang macht der Saab 9-3 2.8 Turbo X, der Aero X wird im Sommer folgen. Bei steter Geradeausfahrt gelangt ein Großteil der Motorleistung an die Vorderachse – mindestens rund zehn Prozent aber auch nach hinten. Bei Berg- oder Talfahrt, beim Beschleunigen oder bei schnellen Lastwechseln kann die Kraft in Sekundenbruchteilen an die entsprechende Achse – oder das jeweils bevorteilte Hinterrad - gebracht werden.

Das System funktioniert eindrucksvoll - wenngleich noch mehr Kraft an der Hinterachse die Fahrdynamik unterstützen und die nach wie vor spürbaren Antriebskräfte in der Lenkung eliminieren würde.

Anleihen beim X6

Saab bedient sich der variablen Drehmomentverteilung des TTD -des Torque Transfer Device. Es beginnt seine Arbeit, sobald der Hydraulik-Druck die Kupplungsscheiben zusammenpresst. Im Gegensatz zu anderen Systemen steht die Kupplung in jedem Betriebszustand unter Spannung.

Der Allradantrieb des Saab 9-3 2.8 Turbo X lebt von seinem elektronischen Sperrdifferential (eLSD, dem electronic limited slip differential), das die Hinterachse aktiver als bei vielen Konkurrenten arbeiten lässt. In den höher motorisierten 4x4-Modellen wird diese Komponente serienmäßig sein. Wenn später im Jahr die kleineren Vierzylinder der Zweiliterliga folgen, dürfte es eine sinnvolle Option bleiben.

Das gesamte Allradsystem wiegt etwa 80 Kilogramm, die zentrale Einheit mit Verteilerkupplungen und elektronischem Hinterachsdifferenzial bringt knapp 30 Kilogramm auf die Waage.

Beim 206 kW/280 PS starken Saab 9-3 2.8 V6 Turbo ist das Allradsystem eine mehr als sinnvolle Sache. Beim Start sorgen mehr als 20 Sensoren dafür, dass pro Sekunde mehr als 100 Informationen an Motorelektronik und Allradsystem weitergegeben werden. So kommt die Leistung dorthin, wo sie hingehört: auf den Boden.

Bei 2150 U/min steht das maximale Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung. Dank Allradantrieb schafft der Schwede den Spurt von 0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt. Saab verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 10,7 bzw. 10,8 Litern Super auf 100 Kilometern.

Der Basispreis für den Saab 9-3 2.8 Turbo XWD als Limousine liegt bei 46.300 Euro. Der SportCombi kostet mindestens 47.900 Euro. Das durchaus empfehlenswerte Automatikgetriebe hat einen Aufpreis von 2.200 Euro.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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