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Fahrbericht: Suzuki Alto 1.0: Wolle Rose kaufe?

Drei Jahre bevor der Tata Nano in Europa aufschlägt, kommt der neue Suzuki Alto. Der ist nicht ganz so billig, dafür aber ein richtiges Auto mit allem, was dazugehört. Wirklich schön fährt sich der Alto allerdings nicht.

Welche Zielgruppe mag wohl auf einen Farbton wie "Fortune Rose Pearl Metallic" stehen? 18 bis 29 Jahre alt, meist weiblich, Einkommen eher niedrig - so umreißt Suzuki die angepeilte Kundschaft für den neuen Alto. Den gibt es natürlich nicht nur in Schweinchenrosa - aber der Fokus liegt klar auf der Damenwelt.

Schon der erste Alto von 1979 verdankte seinen Erfolg dem weiblichen Geschlecht, das sich damals in Japan den Platz am Volant eroberte. Die mittlerweile fünfte Alto-Generation ist die dritte, die in Indien vom Band läuft. Klein ist der Indo-Japaner nicht nur bei den Abmessungen (3,6 x 1,6 x 1,4 Meter) sondern auch sonst: Beim Verbrauch (mit Schaltgetriebe im Schnitt 4,4 Liter pro 100 Kilometer), bei den Steuern (dank Euro 5 bis Ende 2010 steuerfrei, danach immer noch extrem günstig), bei der Versicherung (Vollkasko-Typklasse 13) und natürlich beim Preis (ab 8.900 Euro, und zwar brutto – also vor Abzug der Abwrackprämie).

Aber: So klein die Karosse, so groß die Nachteile. Vom Platzangebot des Alto darf man nicht zuviel erwarten. Große Passagiere sitzen recht unbequem hinter dem Lenkrad, wenn man den korrekten Abstand zum Volant einhalten will – die Kunststoffverkleidungen unter der Lenksäule sind im Weg. Die Fond-Plätze sind Personen über 1,80 Meter nicht zuzumuten, weder an Knie noch am Kopf steht ausreichend Lebensraum zur Verfügung.

Die Türinnenseite ist hinten nur zum Teil mit Kunststoff verkleidet, in Höhe des Kopfes begrüßt nacktes Blech die Mitfahrer. Zur Frischluftzufuhr gibt es hinten nur Ausstellfenster, was in dieser Fahrzeugklasse allerdings üblich ist. Das Cockpit wird von reichlich Hartplastik belagert und ist abgesehen von ein paar praktischen Staufächern längst nicht so freundlich, farbig und pfiffig wie etwa beim Ford Ka oder Fiat 500.

Bringen Sie Geduld mit

Der Kofferraum des Alto ist sehr eng, sehr klein und sehr unbrauchbar für alles, was über das Format eines Rucksacks oder einer Sporttasche hinausgeht. Auch solchen Kummer ist man freilich von Cuore, C1 & Co. gewohnt. Geöffnet wird das Gepäckabteil des Alto mit dem Autoschlüssel oder einem Hebel, der sich im Fußraum direkt neben der Tankklappen-Entriegelung befindet. Und wenn man die Rücksitze umklappt, werden aus 129 Litern Stauraum immerhin 774 Liter.

Die einzige Motorisierung für Suzukis Zwerg ist der Einliter-Dreizylindermotor mit 50 kW/68 PS und mageren 90 Newtonmetern Drehmoment. Für die Stadt ist das ausreichend. Dass es mit gleichem Hubraum und gleicher Zylinderzahl auch flotter geht, beweist der Daihatsu Cuore (51 kW/70 PS). Der beschleunigt nicht nur auf dem Papier drei Sekunden schneller als der Alto, sondern fühlt sich in praktisch allen Lebenslagen auch spritziger an.

Sobald im Suzuki die Tachonadel über 80 geht oder sich ein Berg auch nur ankündigt, bleibt dem Motörchen die Spucke weg. Während der kaum größere Suzuki Splash dank 86 PS auf Autobahn und Landstraße gar keine schlechte Figur abgibt, ist der Alto wirklich nur etwas für die - flache - City.

Auch der Fahrkomfort des kleinen Suzuki ist keine Offenbarung. In schnellen Kurven ist der Alto recht gut beherrschbar und schrubbt nicht so schnell über die Vorderräder wie manch anderes Zwergen-Auto. Doch das Fahrwerk poltert geräuschvoll und unausgewogen über jede Bodenwelle. Ein Lichtblick sind die Bremsen, die trotz Trommeln an der Hinterachse kräftig zupacken.

Boom dank Abwrackprämie

Für das 8900 Euro teure Basismodell ist das lobenswerte Sicherheitspaket (ESP sowie zusätzlich zu Front- und Seiten- noch Vorhang-Airbags, Serie ab Club-Ausstattung) leider nicht lieferbar. Eine Klimaanlage gibt es ab Club-Ausstattung (9900 Euro). Ein höhenverstellbarer Fahrersitz, CD-Radio oder Nebelscheinwerfer sind erst im Top-Modell Comfort an Bord (10.900 Euro). Teurer wird es dann aber nur noch, wenn man Metalliclack oder Automatik (1300 Euro) haben möchte. Zum Vergleich: Der Daihatsu Cuore Top (70 PS) kostet 11.490 Euro, der Hyundai i10 1.1 Style (67 PS) 11.190 Euro, der Citroën C1 Style (68 PS) 10.750 Euro und der Kia Picanto Cool (65 PS) 11.775 Euro.

Der Alto steht ab April beim Händler. Suzuki sieht nicht nur wegen ihm optimistisch ins Krisenjahr 2009 und erwartet für seinen deutschen Markt ein leichtes Zulassungsplus von rund drei Prozent. "Natürlich sind auch wir ein Nutznießer der Umweltprämie", sagt Suzuki-Sprecher Axel Seegers. Die Neuzulassungen sind im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent gestiegen. Bis zum 31. März legt Suzuki zur Umweltprämie sogar noch 580 Euro Bonus drauf, so dass sich ein Kundenvorteil von mehr als 3000 Euro ergibt.

Dass die Gewöhnung der Kunden an Niedrigpreise weit unter 10.000 Euro für die Händler zum Problem werden könnte, weiß man auch bei Suzuki. "Wir gehen aber davon aus, dass selbst nach dem Auslaufen der Umweltprämie die Nachfrage im A- und B-Segment ungebrochen hoch sein wird", versichert Seegers.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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