Faszination: 40 Jahre Hot Wheels Heiße Räder zum Geburtstag


Zum 40. bekommen die Spielzeugautos von Hot Wheels ein besonderes Geschenk: Echte Autodesigner haben alle Hemmungen abgelegt und die Mini-Flitzer ihrer Träume entworfen - mit sehenswerten Ergebnissen.

Heute hängen viele Kids den ganzen Tag am Computer. Doch vor 40 Jahren war die Welt noch in Ordnung: Mädchen spielten mit Puppen, Jungs schossen ihre Spielzeugautos über den Linoleumboden - und drückten sich die Nasen am Schaufenster platt, als in den Spielzeugläden die ersten Hot Wheels-Renner in der Auslage parkten.

2008 werden die berühmten Metallflitzer 40 Jahre alt - und dazu haben sich Autodesigner von Dodge, General Motors, Mitsubishi, Ford, Honda und Lotus mächtig ins Zeug gelegt. Auf Wunsch von Hot Wheels haben sie ihre eigenen Spielzeug-Träume wahr werden lassen.

Die Designmodelle haben den Maßstab 1:5, sollen im nächsten Jahr aber im klassischen Hot Wheels-Maßstab 1:64 (Handy-Format) auch in den Spielzeughandel kommen.

Die Entwürfe der echten Autodesigner können sich sehen lassen. So kreierte Steve Gilmore von Ford zum Beispiel den "Gangster Grin", der aussieht wie ein futuristischer Dienstwagen von Al Capone. GM-Designer Amaury Diaz-Serrano, selbst begeisterter Modellauto-Sammler, schuf den "Chevroletor", eine Kreuzung aus Rakete und Rennwagen.

Die schnittigste Designstudie kommt von Lotus. Der Lotus Concept ist ein offener Zweisitzer, der in seiner Form an einen Raubfisch erinnert. "Für uns Designer war das ein Traumjob", freut sich Russell Carr von Lotus immer noch über die Gestaltung des Modells: "Denn als wir Kinder waren, haben schließlich Hot Wheels-Modelle zum ersten Mal in uns die Leidenschaft für Autos und Design entfacht."

Lotus ist kein Kinderspiel

Die größte Herausforderung war es, die Proportionen und Stilmerkmale des Lotus-Designs so auszuarbeiten, dass sie auch an einem knapp acht Zentimeter langen Spielzeugauto wirken wie bei einem echten Fahrzeug. "Das Modell muss sofort als Lotus erkennbar sein, ohne dass man es erst herumdrehen und den Aufdruck unten lesen muss", sagt Lotus-Designer Steven Crijns. So bekam der Entwurf typische Designelemente von Elise und Exige, etwa die Scheinwerfer und den wie ein Maul geformten Kühlergrill.

Die Verbindung von Hot Wheels zu echten Autobauern hat Tradition. 1968 war das 1:64-Modell der Corvette einige Zeit früher in den Verkaufsregalen zu haben als das echte Auto in den Verkaufsräumen der Autohändler.

Seitdem wurden mehr als 800 Hot Wheels-Modelle und 11.000 Varianten auf den Markt gebracht. Aneinandergereiht würden alle Modelle die Erde fast viermal umrunden. Mehr als 15 Millionen Jungen im Alter von 3 bis 10 Jahren seien leidenschaftliche Sammler und hätten durchschnittlich mehr als 50 Autos, behauptet der Modellauto-Riese und Hot Wheels-Eigner Mattel.

Deutsche mögen's originalgetreu

Im Vergleich zur amerikanischen Hot Wheels-Sammlerszene ist die deutsche allerdings klein. Hierzulande dominiert neben dem Eisenbahn-Maßstab 1:87 vor allem der Maßstab 1:43. Diese Modelle sind etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und meistens nicht als Spielzeug sondern als Sammlerstücke gedacht.

Einer der wichtigsten Global Player in diesem Bereich ist die Firma Minichamps aus Aachen. Die Miniaturen werden in 50 Länder exportiert. Jede Woche kommen elf neue Modelle auf den Markt. Ein 1:43-Modell besteht aus bis zu 60 Teilen, ein 1:18er (etwa so groß wie ein Schuhkarton) bringt es gar auf 400 Teile.

In Deutschland legen Sammler, die den Kinderschuhen entwachsen sind, großen Wert auf absolute Originaltreue. Hot Wheels-Modelle sind vielen zu spielzeughaft. In den USA dagegen zahlen Sammler für die winzigen Renner mitunter wahnwitzige Preise. Seltene Stücke oder Prototypen werden mit mehreren tausend Dollar gehandelt. Der höchste Preis, der jemals für einen Hot Wheel bezahlt wurde, belief sich auf 72.000 Dollar. Diese Summe war vor sieben Jahren einem Sammler der pinkfarbene "VW Beach Bomb" aus dem Jahr 1969 wert. Da wird sich manch einer grün und blau ärgern, der die Spielzeugautos seiner Kindheit auf dem Flohmarkt für ein Butterbrot verramscht hat.

932 Km/h Spitze

Beim Mega-Konzern Mattel ist Hot Wheels heute ein Label, unter dem diverses Spielzeug vermarktet wird. Ein Lizenzvertrag mit Ferrari fuhr dem Unternehmen die roten Renner aus Maranello ins Portfolio – ein Sammelgebiet, mit dem sich immer gutes Geld verdienen lässt.

Für Hot Wheels gibt es sogar eine kleine Radarpistole, mit der man die Geschwindigkeit seiner Modelle messen kann. Bei den "Ferrari Racing Days" am Nürburgring wurden damit winzige Ferrari-Flitzer auf einer Rennbahn gemessen. Der schnellste Hot Wheels-Renner hatte – umgerechnet auf den Maßstab 1:64 – satte 932 km/h auf dem Tacho.

Wenn dass keine heißen Räder sind.

Sebastian Viehmann / pressinform PRESSINFORM

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