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Hintergrund: Englands neue Stromer: Electric Island

Während sich die großen Hersteller beim Thema Elektroauto einen Wettbewerb im Ankündigen liefern, stellen kleine Firmen in England immer mehr Stromer auf die Räder – und bekommen Unterstützung von der Politik.

Die Insel macht Ernst: Bis 2020 sollen nach dem Willen des britischen Premierministers Gordon Brown alle im Königreich verkauften Neuwagen Elektro- oder Hybridautos sein, berichtet die Zeitung Telegraph.

Damit zog Brown auch Kritik auf sich – unter anderem, weil sparsame Diesel bei Überlandfahrten Hybridautos in Sachen Sparsamkeit oft überlegen sind. Wie der Sender Sky News berichtet, will der Premierminister außerdem öffentliche Ladestationen für Elektroautos an tausenden Straßen in Großbritannien aufstellen lassen. Gleichzeitig setzt England auf moderne Atomkraftwerke, um sich bei der Energieerzeugung unabhängiger zu machen.

Noch muss man selbst im grünen London in der mautpflichtigen City lange warten, bis ein G-Wiz, Think oder Nice Mega City vorbeisurrt – geschweige denn einer der 100 Elektro-Smarts, die zurzeit in einem Pilotprojekt in der Praxis getestet werden. Die Zahl der kleinen Stromer wächst aber stetig, und mit ihr die Variantenvielfalt. "Es muss eine Auswahl an Elektroautos für verschiedene Transportbedürfnisse geben. Man kann den Leuten nicht sagen: Nimm den oder keinen", sagt Evert Geurtsen von Nice.

Bei Nice gesellen sich zum bekannten Mega City gleich mehrere Neuheiten. Aus Italien kommt der e500 – ein von der Firma Micro-Vett zum Elektroauto umgebauter Fiat 500. Der Wagen soll eine Reichweite von 112 Kilometern haben und 96 km/h erreichen. In Vorbereitung ist zudem ein Elektro-Transporter auf Basis des Fiat Fiorino.

Globalisierung macht's möglich

Der Winzling MyCar dagegen soll als reines Stadtauto mit einem Kampfpreis von 8995 Pfund dem Smart Konkurrenz machen. Der SLC (Super Light Electric Concept) sieht ein bisschen wie ein gequetschter Smart Roadster aus. Der Fiberglas-Flitzer wiegt weniger als 400 Kilo, soll 160 km/h schnell sein und den Sprint von 0 auf 100 km/h in vier Sekunden schaffen. Ob er das auch nach dem zehnten Ampelspurt wegen der starken thermischen Belastung der Akkus noch kann, ist allerdings die Frage. Der SLC ist bislang ohnehin nur ein Concept Car.

Den viertürigen Ze-O dagegen will Nice ab September ausliefern. Er ist mit Klimaanlage, CD-Radio, elektrischen Fensterhebern und zwei Airbags ausgerüstet. Nice verspricht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, eine Reichweite von 105 Kilometer und eine Aufladezeit der Batterien von 5 bis 8 Stunden. Der Viertürer kostet 13.995 Pfund, umgerechnet rund 17.800 Euro. Gegen Aufpreis sind demnächst Lithium-Ionen-Akkus zu haben, die eine größere Reichweite ermöglichen.

Beim Quiet Car 2 stecken die neuen Kraftspender optional schon unter der Haube. Das Unternehmen ist gerade mal ein halbes Jahr alt und hat auf der London Motor Show schon einen Viertürer präsentiert. Die elektrischen Radnabenmotoren an den Hinterrädern kommen aus Italien, das Chassis von Lotus. Die Karosserie stammt vom chinesischen Kleinwagen Hafei Lobo.

"Wir haben ein passendes Fahrzeug für unser Projekt gesucht, sind nach Shanghai gefahren und haben zwei Autos direkt bei einem Händler gekauft. Wir haben ihm noch 250 Pfund extra in die Hand gedrückt, dafür hat er uns den kleinen Benzinmotor samt Antriebsstrang ausgebaut", erzählt Quiet Cars-Chef Vaughan Richmond.

Think Grün

Schwierig sei es gewesen, mit dem Prototypen Hafei zu einer Kooperation zu bewegen. "Die waren erst sehr misstrauisch, wollten uns nicht einmal Fotos in ihrer Fabrik machen lassen. Ich habe dann erzählt, dass ich in England 90 Pfund bezahle, wenn ich meinen Mercedes auftanken will. Da sahen sie langsam ein, warum wir in Europa solche Autos brauchen und dass eine Zusammenarbeit für beide Seiten lohnend ist", berichtet Richmond weiter.

Der Innenraum des Quiet Car 2 erschreckt etwas mit billigen und dürftig verarbeiteten Plastikwüsten und die Crash-Sicherheit des Autos bleibt trotz Fahrerairbag vage. Die Akkus zum Beispiel befinden sich unter der Fronthaube. Doch immerhin sieht das Quiet Car 2 wie ein richtiges Auto aus, bietet vier Personen Platz, soll in drei Monaten auf den Markt kommen und 12.995 Pfund kosten. Die Linkslenker-Version für andere europäische Länder steht auch schon parat.

Think aus Norwegen hat ebenfalls eine neue Modellgeneration entwickelt. Der City ist nach Angaben des Unternehmens das weltweit einzige Elektroauto, das einem Crashtest unterzogen wurde – zu den Ergebnissen macht das Unternehmen allerdings keine Angaben. Das Wägelchen soll eine Reichweite von 200 Kilometer haben und rund 100 km/h schnell sein. Der Think City sei zu 95% recyclebar, verlautet das Unternehmen.

"Das Auto bereitet Fahrspaß, ist billig im Unterhalt, sieht gut aus, hat eine hohe Reichweite und ist extrem umweltfreundlich. Das alles ist für viele Leute interessant, die gerade dabei sind, ihre Herangehensweise ans Autofahren neu zu überdenken", glaubt Think U.K.-Chef Richard Blundell.

Sebastian Viehmann, London / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.