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IAA 2017 unter Druck: Auslaufmodell Messe

Wer in diesen Tagen über die Internationale Automobil Ausstellung auf dem Frankfurter Messegelände flaniert, dem wird nicht nur auffallen, dass viele Hersteller fehlen. Auch die Wege in den Hallen sind leerer denn je.

Daimler auf der IAA 2017

Daimler auf der IAA 2017

Derjenige, der der Frankfurter IAA zum Beispiel an diesem Montag- oder Dienstagmorgen einen Besuch abstattete, hatte es gut. Die Zeiten, in denen man die Messeneuheiten nicht einmal aus der Nähe betrachten konnte, sind lange vorbei. Auf der 67. IAA herrscht gerade in den Vormittagsstunden gähnende Leere. Ein Abstecher in die Festhalle 1, die vom Daimler-Konzern in wochenlanger Vorbereitung zu einem wahren Autotempel geschmückt worden ist: Hier locken Neuheiten wie der Hypersportwagen von AMG, die überarbeiteten Modelle der S-Klasse und der Ausblick auf eine elektrische Mercedes A-Klasse. Viel los ist nicht. Ein paar Meter weiter in Halle drei werden kleinere Brötchen gebacken und es ist keinesfalls voller, obschon sich hier zahlreiche Marken präsentieren. Audi, einst auf der Agora mit eigenem Messebau einer der IAA-Höhepunkte, hat deutlich Luft aus dem Messeauftritt gelassen und ist ins Konzernkörbchen geklettert. Die Halle drei beheimatet mittlerweile alle Marken des Volkswagenkonzerns. Ein Blick auf den neuen Bentley Continental, den neuen Frischluft-Huracan von Lamborghini oder die visionären Zukunftsstudien von Audi namens Aicon und Elaine. Volkswagen selbst stellt wirklich wichtige neue Modelle längst außerhalb des Messeumfeldes vor und auch Skoda hat die Studie seines elektrischen Vision E bereits vor ein paar Monaten in Shanghai enthüllt.

Auslaufmodell Messe
Daimler auf der IAA 2017

Daimler auf der IAA 2017

Das größte Messe-Tam-Tam bietet in diesem Jahr die Halle 11 am anderen Ende des Messegeländes. BMW zelebriert zusammen mit Mini hier einen Markenauftritt, wie es die IAA bisher nicht gesehen hat. Doch selbst hier tummeln sich zu großen Teilen des Tages nur ein paar Handvoll Zuschauer. Genug, um das mächtige Invest einer IAA zu rechtfertigen? Wohl kaum. Die großen deutschen Marken lassen sich einen Markenauftritt am Main alle zwei Jahre einen Betrag zwischen 15 und 50 Millionen Euro kosten. Die Importeure liefern auf der 67. Internationalen Automobil Ausstellung - für zugegeben deutlich weniger Geld - eine enttäuschende Vorstellung ab. Ein knappes Dutzend Marken sind gar nicht mehr vertreten und die, die noch gekommen sind, haben ihre Neuheiten oftmals schon einige Wochen vor der Messe bei Einzelevents enthüllt. Tesla hat seinen messianisch gefeierten Hoffnungsträger, das Mittelklassemodell Model 3, ebenso erstmals bei einer einzelnen Veranstaltung entblättert wie Nissan seinen neuen Leaf, das aktuell meistverkaufte Elektroauto der Welt. Beide Marken fehlen in Frankfurt. Fiat, Alfa Romeo, Jeep, Chrysler oder Volvo sind auf der IAA ebenso wenig vertreten wie Peugeot oder DS.

Was waren das für glorreiche Autozeiten, als die Messe Motorama in den 50er Jahren durch die USA und die Menschen mit Fahrzeugen und Innovationen fesselte. Wenn eine Motorama in eine amerikanische Stadt kam, gab es kein Konkurrenzprogramm. Vater, Mutter, Kind und die Großeltern - da musste jeder hin. General Motors hatte Motorama im Jahre 1949 ins Leben gerufen und so die Idee von Alfred P. Sloan weiterentwickelt, der technische Innovationen seit den 30er im Hotel Waldorf Astoria der Öffentlichkeit nahebrachte. Die amerikanische Bevölkerung sollte nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Lust auf Autos bekommen. So wurden nicht nur Neuheiten, sondern insbesondere auch Studien, Prototypen oder spektakuläre Einzelstücke in Szene gesetzt. Bei der Erstauflage nach dem Zweiten Weltkrieg kamen bereits mehr als 600.000 Besucher. Nach dem lokalen Erfolg ging Motorama ab 1953 auf Tour durch die Vereinigten Staaten. US-Klassiker wie die Corvette, Cadillac Le Mans oder die Fiberglas-Modelle wurden so zu Legenden. Das Publikum strömte und kaufte in den Wochen danach bei lokalen Händlern die Neuheiten.

Doch diese Zeiten sind vorbei - einmal mehr auf der ehemaligen Leitmesse IAA. Die ist fraglos nach wie vor ein Aushängeschild für die deutsche und europäische Autoindustrie und setzt ein Ausrufezeichen hinter Deutschland und Europa als wichtigen weltweiten Industriestandort. Doch die Begeisterung und die Sexiness, dass es tolle Autos erstmals auf der IAA zu bestaunen gab, ist Vergangenheit. Über die Neuigkeiten informiert man sich längst am eigenen Computer, auf dem Tablet oder schaut sich auf dem eigenen Smartphone erste Bildshows und Filmchen an. Das erspart einem den Aufwand auf die Messe zu reisen und nicht zuletzt den Eintritt, der mit 4,50 bis 16 Euro jedoch alles andere als überteuert erscheint. Mehr als anschauen, staunen, glotzen ist in Frankfurt allerdings nicht. Das Mitmachprogramm ist überschaubau und dünn, wobei es auf anderen Automessen in Detroit, Paris, Shanghai oder Genf nicht anders aussieht. Speziell eine Automesse erscheint auch deshalb mehr denn je als Auslaufmodell. Da erscheint es schon sinnvoller, wichtige Neuheiten bei einzelnen Events ins rechte Licht zu rücken oder andere Großveranstaltungen mit mehr Unterhaltungswert zu besuchen.

Da locken Events wie die Consumer Electronic Show in Las Vegas, die bei den Autoherstellern kurzzeitig gehypt wurde; nun aber wieder ins zweite Glied zurückzufallen scheint. BMW enthüllte sein 600 PS starkes Sportmodell M5 vor kurzem als kunterbunten Testballon auf der Gamescon in München - einer trendigen Spielemesse. Mercedes zieht es seit Jahren zu den Fashion Weeks in New York und Berlin, während gerade kleinere Autohersteller nur allzu gerne Abstecher zu norditalienischen Möbelmessen machen. In welche Richtung es zukünftig laufen könnte, zeigt der Innovationskongress South by Southwest (SXSW), der alljährlich im Frühjahr in Austin / Texas stattfindet. Hier präsentieren sich verschiedenste Konzerne innerhalb der City in kurzzeitig angemieteten Häusern, Hotels, Kongresssälen und lässigen Partys. Eintritt kostet fast nichts und die "Messebesucher" können sich in der Innenstadt aussuchen, was und wen sie besuchen. Alles "free floating." Mitmachen? Dringend erwünscht! Arbeiten und Feiern geht dabei ohne Umschweife ineinander über, während die Konzerne ihre Botschaften scheinbar problemlos beim Adressatenkreis unterbringen. Mercedes hat auf der IAA in diesem Jahr mit dem Me-Kongress erstmals eine Partnerveranstaltung mit der South by Southwest gemacht, während BMW am Vortag der Messe eine TED-Konferenz in der eigenen Messehalle veranstaltete. Vielleicht ist das ein Weg, dass die Messen nicht untergehen. So wie sich aktuell präsentieren, sind sie von vorgestern - und wie.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.