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Land Rover Studie LRX in Detroit: Elektrisch durch die Vorstadt

Wie groß muss die Not sein, wenn ein Eigentümer ein gut laufendes Unternehmen abstoßen will? Ford braucht dringend Bares, die Geschäfte im Heimatmarkt USA gehen mehr schlecht als recht, und so wird Land Rover über kurz oder lang wohl an den indischen Tata-Konzern veräußert.

Von Von Axel F. Busse

Die Malaise der US-Konzernmutter Ford ficht die englische Traditionsmarke Land Rover nicht an. Mehr als 226.000 Fahrzeuge hat der Allradspezialist im vergangenem Jahr weltweit abgesetzt, und Markenchef Phil Popham hinterließ auf der Autoshow in Detroit nicht den Eindruck, als wolle man sich mit dem erstmaligen Überschreiten der 200.000er-Marke zufrieden geben. In Deutschland konnte Land Rover gegen den Trend des Marktes (minus 9,2 Prozent) einen Zuwachs von 17 Prozent auf mehr als 8100 Exemplare verzeichnen.

Zweite Konzeptstudie in 60 Jahren

Nichts weniger als die Zukunft der Marke soll das schneeweiße Cross-Over-Fahrzeug darstellen, dass Land Rover dort als Weltpremiere zeigt. Erst zweimal in seiner 60-jährigen Geschichte, so betonte Popham, habe die Firma der Öffentlichkeit eine Studie präsentiert. Das erste Mal wurde der Range Rover Sport daraus, ein auch in Deutschland überaus erfolgreiches Modell. Die neue, LRX genannte Studie, könnte eine Art Baby-Freelander werden, denn die Karosserie ist um sechs Zentimeter kürzer als das gegenwärtige Einstiegsmodell der Marke.

Wuchtiger und dynamischer

Auffälliger noch als die geschrumpften Außenmaße ist die coupéhaft abfallende Dachlinie, die gemeinsam mit den nach hinten schmaler werdenden Seitenfenstern die Front des Autos noch wuchtiger und dynamischer erscheinen lässt. Der Beiname "Cross Coupé" für den LRX deutet darauf hin, dass Land Rover an der markentypischen Geländetauglichkeit keine Abstriche zu machen bereit ist. Zwar primär für den Einsatz auf der Straße vorgesehen, soll der Kunde laut Popham auch abseits davon an dem Fahrzeug die Möglichkeiten entdecken können, die er von einem Land Rover erwartet.

Die Modelle Discovery, Range Rover und Range Rover Sport treten in der Gewichtsklasse oberhalb von zwei Tonnen an. Sie sind nicht dafür berühmt, mit vorbildlichen Verbrauchswerten unterwegs zu sein. Will Land Rover aber in dem wichtigen US-Markt seine 2007 gut behauptete Position bewahren, muss ein künftiges Serienfahrzeug auch in der Umweltverträglichkeit punkten. Die beiden Marken Land Rover und Jaguar haben deshalb gemeinsam ein 1,3 Milliarden Dollar schweres Forschungsprogramm initiiert, das alternative Antriebsformen und - gemeinsam mit dem Mineralölkonzern BP - ökologisch unbedenkliche Kraftstoffe entwickeln soll.

Umwelt-Cowboy

Die Studie LRX ist deshalb mit einem fortschrittlichen Hybridantrieb konzipiert. Zusätzlich zu einem zwei Liter großen Selbstzündermotor, der zweckmäßiger Weise mit Bio-Diesel laufen soll, ist an der Hinterachse ein Elektromotor installiert. Der verbessert, so Phil Popham, "sowohl städtische Verbrauchswerte und Geländetauglichkeit". Bis zu einem Tempo von 35 km/h könnte der LRX auf rein elektrischer Basis fahren. Eine elektronische Kraftverteilung kann aber auch dafür sorgen, dass elektrisch erzeugtes Drehmoment im Bedarfsfalle auf alle vier Räder übertragen wird.

Dank dieser Option sei das Vorwärtskommen in unwegsamen Gelände gewährleistet, aber auch ein Verbrauch, der für künftige Emissionsgrenzen gewappnet ist. Laut Land-Rover-Chef Popham soll ein eventuelles Serienfahrzeug auf der Basis der Studie LRX weniger als fünf Liter Kraftstoff je 100 Kilometer verbrauchen bei gleichzeitigem C02-Ausstoß von 120 g/km - also innerhalb der von der EU im vergangenen Jahr aufgestellten Grenzen.

Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft

Der Geländewagen-Hersteller, der in Detroit neben dem LRX den ersten jemals gebauten Land Rover aufgestellt hat und damit den Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft symbolisiert, fühlt sich also gerüstet für kommende Herausforderungen. Auch wenn der neue Eigentümer dann der Hersteller des billigsten Autos der Welt sein sollte.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.