HOME

Mazda 3: Sportlicher Golf-Killer

Mazda setzt weiter auf Dieselmotoren und bringt einen 105 PS-Selbstzünder. Macht der 1.5-Liter den Mazda 3 zum Golf-Killer?

Nach elf Sekunden fällt die 100-km/h-Marke

Nach elf Sekunden fällt die 100-km/h-Marke

Der Mazda 3 nimmt im hart umkämpften Kompakt-Segment die Rolle des sympathischen Underdogs ein. Ein schickes Auto, das mit einem vernünftigen Platzangebot durchaus eine Alternative zum Ford Focus, Peugeot 308 und einem Hyundai i30 darstellt. Den Ingenieuren aus Hiroshima sagt man eine technikbesessene Detailverliebtheit nach, die sich im MX-5 zeigt, wo die Tüftler aus Fernost um jeden Zentimeter kämpften, um die Fahrer-Position näher an den Schwerpunkt zu bringen. Ähnlich konsequent treiben die Japaner ihre Idee eines Dieselmotors mit einem extrem niedrigen Verdichtungsverhältnis voran.

Mazda 3 Skyactiv-D 105: Drehzwerg
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 186 km/h

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 186 km/h

Im Gegensatz zu herkömmlichen Selbstzündern wird der Kraftstoff bei diesem Konzept früher in die Brennkammer gespritzt und so der Energiegehalt des Sprits besonders effizient ausgenutzt. Rund 20 Prozent soll die Verbrauchsersparnis laut Mazda im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Aggregaten betragen. Durch die gleichmäßige Verbrennung bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen kommt der Mazda-Dieselmotor auch ohne aufwändige Nachbehandlung aus, erreicht aber dennoch Euro 6. Die Nachteile, wie einen unruhigen Lauf und ein schlechtes Kaltstartverhalten haben die Nippon-Techniker mittlerweile im Griff.

Leichtgewicht in der Kompaktklasse

Beim Mazda 3 soll nun der 77 kW / 105 PS Dieselmotor helfen, den Marktanteil in Deutschland auf zwei Prozent zu heben. Das ist hierzulande fast Toyota-Niveau. Für den kleinen 1.5-Liter-Bruder der Skyactiv-Diesel-Aggregate haben sich die Ingenieure einiges einfallen lassen: Der Zylinderblock ist aus Aluminium gegossen, die Kurbelwelle und die Kolben sind ebenfalls leichter, sodass das Aggregat unterm Strich 50 Kilogramm weniger zum Gesamtgewicht des Fahrzeugs beiträgt, als der 2.2-Liter-Skyactiv-Diesel. Insgesamt bringt der Mazda 3 deshalb nur 1.265 Kilogramm auf die Waage. Ganz ordentlich für ein 4,58 Meter langes Auto. Damit ist es nicht getan: Mit einer variablen Turbinen-Geometrie soll das Ansprechverhalten und die Fahrbarkeit verbessert werden, während sogenannte "Natural Sound Smoother" das Nageln und die Vibrationen unterdrücken sollen. Hinter diesem sperrigen Begriff verbergen sich Dämpfer die quer in den Kolben liegen und durch Gegenschwingungen die Vibrationen reduzieren.

Das Fahrverhalten ist komfortabel

Das Fahrverhalten ist komfortabel


Der Kunstgriff gelingt. Der Vierzylinder dreht freudig hoch, ist im Umdrehungs-Himmel zwar akustisch präsent, aber bei weitem nicht so nagelnd-nervig, wie andere Vertreter dieser Gattung. Obwohl das maximale Drehmoment von 270 Newtonmetern schon bei 1.600 Umdrehungen anliegen soll, lässt sich der Mazda-Diesel etwas Zeit, ehe er zur Sache kommt und jubelt erst dann richtig hoch. Der Punch ist zwar auch in Ordnung, dürfte aber die Konkurrenz nicht aus den Schuhen hauen. Nach elf Sekunden tanzt die Tachonadel in der 100-km/h-Region und die Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h ist ordentlich. Wer entspannt Strecke machen will, ist mit diesem Auto passend motorisiert. Dazu passt auch der moderate Norm Durchschnittsverbrauch von 3,8 Liter pro 100 Kilometer. In der Realität sind es rund zwei Liter mehr.

Solides Ausstattungspaket

Das Sechsgang-Handschaltungsgetriebe lässt sich präzise, wenn auch nicht knackig schalten. Das ist durchaus positiv, weil durch rege Fahrstufenwechsel das Optimum an Sportlichkeit aus dem Drehzwerg-Motor herausgekitzelt wird. Im Inneren bietet der Mazda 3 die gewohnte solide Kost. Die Nakama, was im Japanischen so viel bedeutet, wie verlässlicher Gefährte, -Ausstattungslinie verwöhnt die Insassen mit Leder-Alcantara Sitzen, einer Rückfahrkamera und dem bekannten Infotainment-System, inklusive eines Sieben-Zoll-Bildschirms. Das Bedienkonzept ähnelt mit dem Drehknopf in der Mittelkonsole einem abgespeckten BMW-iDrive, funktioniert aber durchaus gut und eingängig. Die Rückfahrkamera inklusive Parksensoren hilft beim Rangieren, da der Überblick nach hinten nicht gerade überragend ist. Mit einem Kofferraum-Volumen von 419 bis 1.754 Litern kann sich der Japaner vor allem bei umgelegten Rücksitzlehnen sehen lassen.

Mit einem Preis von 25.190 Euro für diese Variante ist der Mazda 3 zwar kein Schnäppchen, bietet aber eine ordentliche Ausstattung. Zum Vergleich: Ein vergleichsweise karg bestückter Peugeot 308 mit dem 73 kW / 99 PS Diesel ist ab 20.650 Euro zu haben und ein Ford Focus Fließheck mit identischer Motorisierung, wie der Mazda, kostet in der Top-Titanium-Ausstattung 25.510 Euro. Der Hyundai i30 1.6 CRDi Style erleichtert die Portokasse um 23.400 Euro.


Mazda 3 im Test: Die sportliche Alternative aus Japan



Video: Fahrbericht Mazda 6


pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.