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Mercedes S 600 Pullman: Auf der Regierungsbank

Wer weiß, welch historische Entscheidungen schon im Fond eines Mercedes S600 Pullman ausgehandelt wurden? Über Jahrzehnte war er die Staatskarosse schlechthin. Ende 2008 kommt nun der Neue.

Fast alle großen Staatenlenker der vergangenen Jahrzehnte haben ihre vom Regieren ermüdeten Beine irgend wann mal im opulent dimensionierten Fond eines Pullman-Mercedes ausgestreckt. Willy Brandt war von ihm ebenso begeistert wie der Schah von Persien. Der russische Präsident Putin ist ein glühender Verehrer und wird regelmäßig in einer schwer gepanzerten Pullman-Flotte auf W140-Basis durch Moskau chauffiert. Nicht zu vergessen die halbe afrikanische Diktatoren-Riege. Wenn in der Tagesschau ein Staatsbesuch durchs Bild rollte, dann winkten die Insassen schon in den 60er und 70er Jahren huldvoll zumeist aus einem dunklen Mercedes S600.

Nachdem sich die Stuttgarter Autobauer in den vergangenen Jahren nach Leibeskräften bemüht haben, die Marke Maybach in der Welt der Schönen, Reichen und Mächtigen zu etablieren, steht derzeit wieder die Entwicklung eines neuen Pullmans im Vordergrund. Der kommt Ende 2008 und steht garantiert bei keinem Mercedes-Händler. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler, verspricht: "Der neue Mercedes-Benz S600 Guard Pullman setzt eine große Tradition fort und wird weiterhin höchstes Niveau in Sachen Schutz, Komfort und Repräsentation bieten."

Nicht in erster Linie Protzomobil

Der S600 Guard Pullman, so die offizielle Bezeichnung, soll nicht in erster Linie als Protzomobil auf den Glimmerboulevards dieser Welt unterwegs sein sondern ist als offizielles Regierungsfahrzeug gedacht. Auf Basis der langen Version des S600 entsteht derzeit eine gepanzerte Pullman-Limousine mit deutlich verlängertem Radstand. Denn keiner weiß es besser als Mercedes-Benz: Das Regierungsgeschäft ist ein einträgliches.

In den vergangenen Jahren haben Marken wie Audi, BMW, Jaguar, Cadillac, Jaguar und Range Rover ihre Hausaufgaben gemacht und eigene Regierungsfahrzeuge rund um den Globus platziert. Daher ist die Entwicklung einer neuen Pullman-Luxuslimousine alles andere als sinnfrei. Zwar ist man mit den langen Maybach-Versionen 62 und 62S im Hause DaimlerChrysler zumindest theoretisch st(a)attlich aufgestellt - doch die Klientel von Maybach und Pullman kommt sich kaum in die Quere. Welcher Staatsmann zumindest im Westen wird schon seinen Bürgern die die Steuern erhöhen, die Sozialleistungen kürzen - und sich einen symbolträchtigen Maybach bestellen? Der Pullman kommt unterm Strich zwar auch nicht billiger - aber die Öffentlichkeit merkt's nicht so.

Der Pullman schützt vor bewaffneten Angriffen

Und ist an ihn als Staatskarosse eh gewöhnt - siehe Tagesschau. Sicherer zu machen ist er ohnehin. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Hochpanzerung wächst weltweit von Tag zu Tag. Derzeit hat Mercedes hier offiziell nur die G- und S-Klasse im Angebot. Zu wenig staatstragend. Der neue Pullman schützt vor Gewehrprojektilen aller Art ebenso wie vor Handgranaten und diversen anderen Sprengsätzen. Zusätzliche Sicherheits-Features sind Reifen mit Notlaufeigenschaften, ein selbst dichtender Tank und eine Feuerlöschanlage. Angetrieben wird der 600er von einem 517 PS starken Zwölfzylinder. Der alte S600 Pullman musste mit müden 250 PS auskommen.

Als Pullman-Wagen wurden seit mehr als acht Jahrzehnten ursprünglich Reisezugwagen mit luxuriöser Großraumeinrichtung bezeichnet, ehemals gefertigt von der amerikanischen "Pullman Palace Car Company". Doch seit vielen Jahrzehnten ist der Begriff "Pullman" untrennbar auch mit Mercedes-Benz verbunden.

Charakteristisch langes Passagierabteil

Zur Legende wurde der S600 Pullman, der Staatsgäste der deutschen Regierung jahrzehntelang durch Bonn, zur Villa Hammerschmidt oder quer durchs Land chauffierte. Charakteristisch war neben der zumeist tiefschwarzen Lackierung der extrem langen Radstand und das gewaltige Passagierabteil, das durch eine Wand von Fahrer und Beifahrer abgetrennt war. Im herrschaftlichen Fond fanden vier Passagiere in vis à vis angebrachten Einzelsitzen bis dahin unerreichte Sitzverhältnisse.

Bereits das erste Mercedes-Benz Automobil, das 1928 ab Werk zum Sonderschutz-Fahrzeug aufgebaut wurde, war eine lange Pullman-Version des Typs W 08/460 Nürburg. Ihm folgten der 770 K, der unter anderem dem japanischen Kaiser Hirohito sicheren Schutz vor Angriffen aller Art bot.

Erholung vom Regierungsgeschäft

Der neue S600 Pullman ist mit seinen umfangreichen Panzerungen nicht nur eine Festung auf Rädern. Die rollende Regierungsbank ist auch ein mobiles Hightech-Büro. Freuten sich Konrad Adenauer in seinem 300er Mercedes noch über eine analoges Telefon und Helmut Schmidt über ein Faxgerät in der mächtigen Mittelkonsole, so wird der ab Ende 2008 verfügbare Pullman des dritten Jahrtausends keinerlei Wünsche offen lassen: Satellitentelefon, Computer, gesicherte Telefonleitungen und Massagesessel sind nur einige der Ausstattungsdetails. Nicht mal hier lässt sich also künftig vom anstrengenden Regierungsgeschäft Erholung finden.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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