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Neuvorstellung: Dodge Challenger SRT8: The Muscle-Protz

Als Dodge den neuen Challenger im Retro-Design vorstellte, waren Musclecar-Fans im siebten Himmel. Nun kommen die ersten Challenger auf die Straße – als SRT8 mit 425 PS und für umgerechnet 26.000 Euro.

Manche Autohersteller sind wie Alkoholiker: Sie versprechen hoch und heilig, ihre Sucht nach Leistung im Griff zu haben. Doch sobald man mal nicht hinschaut, folgt sofort der Griff zur Pulle. Auf der Detroit Motor Show haben Chrysler und Konsorten schön brav ihre Öko-Studien mit Elektromotoren vorgestellt und anerkennenden Applaus geerntet. Doch wie die US-Branche wirklich tickt, zeigen Autos wie der Dodge RAM und jetzt der Challenger SRT8.

"Diese Neuauflage eines amerikanischen Klassikers liefert Performance mit qualmenden Reifen und hat ein Design, nach dem sich die Leute umdrehen", freute sich Dodge-Sprecher Mike Accavitti bei der Präsentation des Autos in Chicago.

Und so sehr sich die Designer auch bemühen: Kein politisch korrektes Brennstoffzellen-Auto kann derzeit auch nur annähernd die Faszination wecken, die Dodge mit dem neuen Challenger auf die Straße bringt. Die runden Doppelscheinwerfer blitzen böse unter der Haube hervor und erinnern ebenso wie die schwarzen Rallye-Streifen und die Lufteinlässe in der Haube an den legendären Vorgänger von 1970.

Für quietschende Reifen sorgt bei der Neuauflage ein 6,1 Liter großer HEMI-V8-Motor mit 425 PS. Den Sprint von 0 auf 60 Meilen (ca. 96 km/h) soll der Challenger in fünf Sekunden schaffen, die berühmte Viertelmeilen-Distanz in weniger als 14 Sekunden. Dodge verspricht ein "Weltklasse-Handling" und besonders leistungsfähige Bremsen.

Die Kraftübertragung übernimmt eine elektronisch gesteuerte Fünfgangautomatik. Neben reichlich Hubraum und Power soll der Challenger SRT8 auch über eine zeitgemäße Komfort-Ausstattung verfügen. "Es gibt ein Navigationssystem, Keyless Go, ein Festplatten-Entertainment-System und eine Freisprecheinrichtung", kündigt Dodge-Sprecher Accavitti an.

Drängler wird von Polizei überrascht.

Der fünf Meter lange Hecktriebler läuft in einer limitierten Auflage in einer Chrysler-Fabrik in Kanada vom Band. Der Challenger steht im Frühjahr bei den US-Händlern und soll 37.995 Dollar kosten - umgerechnet rund 26.000 Euro. Das Retro-Musclecar wird es in den drei Farben HEMI Orange, Silber-metallic oder dem Zungenbrecher "Brilliant Black Crystal Pearl Coat" geben.

Die Legende lebt

Mit dem SRT8 als dem ersten Serien-Challenger belebt Dodge eine Legende wieder, die mittlerweile fast vierzig Jahre alt ist. Der originale Challenger wurde von 1970 bis 1974 gebaut, das erste Modell bleibt aber bis heute das berühmteste. Genau wie der Plymouth Cuda baute der Challenger auf der "E-Body"-Plattform des Chrysler-Konzerns auf.

Gedacht waren Cuda und Challenger als Chryslers Antwort auf die Verkaufsschlager Ford Mustang und Chevrolet Camaro. Beim Challenger - englisch für Herausforderer - spiegelte sich das sogar im Namen wieder. Die Technik der beiden Autos war weitgehend identisch, die Karosserien trotz der Ähnlichkeiten eigenständig.

Der Challenger wurde als Hardtop und Cabrio angeboten, eine Auswahl von neun verschiedenen Motoren vom harmlosen Sechszylinder bis zum HEMI V8-Kacher, 18 Lackierungen, 16 Ausstattungslinien und verschiedene Rallyestreifen-Designs ließen dem Käufer eine schier unermessliche Fülle von Optionen.

Darunter war auch das R/T-Paket. "Road & Track" heißt übersetzt etwa "tauglich für Straße und Rennpiste". So waren unter anderem ein hölzernes Dreispeichen-Lenkrad und eine Sportfederung an Bord, außerdem ein V8-Motor mit mehr als sechs Litern Hubraum.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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