HOME

Opel Mokka 1.7 CDTI: Geräuschvolles Aroma

Der Mokka entwickelt sich immer mehr zu Opels Heilsbringer: Mehr als 100.000 Autofahrer wollen den Kompakt-SUV haben. Doch wie schlägt sich der Rüsselsheimer im Alltag?

Späteinsteiger haben es nicht immer einfach. Das ist bei den Automobilen nicht anders als im echten Leben. Deswegen stand dem Opel Mokka keine leichte Aufgabe bevor, als er sich im vergangenen Jahr aufmachte, dem Rüsselsheimer Autobauer dringend benötigtes Geld in die Kassen zu spülen. Schließlich besetzen Platzhirsche wie der Mini Cooper Countryman, der Nissan Juke oder der Skoda Yeti das Segment. Ganz zu schweigen vom VW Tiguan. Dennoch sind die über 100.000 Bestellungen, die bei Opel für den Mokka eingegangen sind, mehr ein Achtungserfolg.

Bei der Fahrwerksabstimmung hat sich Opel für die komfortablere Seite entschieden. Was immer die Ebene des Asphalts stört, der Mokka steckt es weg. Erst bei wirklich groben Schlägen kommt das Fahrwerk an seine Grenzen und reagiert polterig. So lassen sich auch längere Fahrten entspannt absolvieren. Vor allem, wenn die Komfortsitze verbaut sind. Die 390,- Euro extra sollte man auf jeden Fall beim Kauf einplanen. Die Reisebequemlichkeit geht dabei nicht komplett zu Lasten der Dynamik. Das Fahrwerk ist auch in schnellen Kurven nicht zu weich abgestimmt und nervt daher nicht mit unnötig ausgeprägten Wank- und Neig-Bewegungen. Der Kunde hat die Wahl zwischen einer Version mit Front- und einer mit Allradantrieb. Der 2.000 Euro extra teure Allradler ist das deutlich bessere Paket, weil dieser nicht nur auf regennasser oder vereister Straße ein souveränes Fortkommen garantiert. Das in dieser Klasse typische Untersteuern haben die Rüsselsheimer Ingenieure gut in den Griff bekommen. Ganz im Gegenteil, bei schnellen Kurven lenkt beim 4,28 Meter langen Kompakt-SUV sogar das Heck leicht mit.

Mit dem angejährten 1,7-Liter CDTi ist man dank der 96 kW / 130 PS und einem kräftigen Drehmoment von 300 Newtonmetern bei der Musik dabei. Dazu muss zunächst die 1.700-Umdrehungen-pro-Minute-Hürde genommen werden. Darunter müht sich der Selbstzünder allzu sehr. Das können moderne Aggregate deutlich besser und sind dank des um rund 500 U/min früher einsetzenden Großteil des maximalen Drehmoments fahrbarer. Mit gut angepassten Gangwechseln lässt sich dieses Manko kaschieren, da der Diesel sich höheren Drehzahlen nicht verwehrt. Das würde noch mehr Freude bereiten, wenn die Gangschaltung etwas knackiger wäre. Jenseits der 2.000 U/min-Marke ist dann auch schaltfaules Gleiten möglich. Auch auf schnellen Autobahnetappen steht der Selbstzünder seinem Mann. Aus seiner Arbeitswut macht der Diesel allerdings keinen Hehl und "beglückt" die Insassen mit deutlich vernehmbaren Verbrennungsgeräuschen. Beim Verbrauch verfehlte der Mokka, den ohnehin illusorischen Wert von 4,9 Litern mit 6,7 Litern Diesel auf 100 km deutlich. 0 auf Tempo 100 schafft der Rüsselsheimer in 10,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 184 km/n ausreichend. Ab Tempo 140 wird es jedoch laut und träge auf der Autobahn.

Bei der Bedienung macht der Mokka aus seinen Opel-Genen keinen Hehl. Das fängt bei der überladenen Mittelkonsole an und hört bei der unzeitgemäßen pixeligen Graphik der Info-Anzeigen und dem kleinen Navigationsmonitor auf. Überhaupt ist das Navigationssystem weder in Darstellung, noch Bedienung oder Ausstattung auf der Höhe der Zeit. Immerhin bietet der Opel Mokka 1.7 CDTI eine Reihe von Assistenzsystemen, die das Agieren im Verkehr erleichtern. Darunter einen Auffahrunfall-Warner, eine Verkehrszeichenerkennung, einen Spurhalte-Assistenten und das adaptive Fahrlicht, das für eine optimierte Ausleuchtung der Fahrbahn sorgt. Apropos Sicht. Die Rundumsicht ist aufgrund der hochliegenden, relativ kleinen Fenster und der breiten C-Säulen bescheiden. Wer den Mokka in der Stadt bewegen will und öfters einparkt, sollte dringend die Parkpiepser ordern. Die sind bei der höchsten Ausstattungslinie "Innovation" schon serienmäßig, kosten ansonsten 490 Euro im Paket mit elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel extra. Eine praktische Rückfahrkamera schlägt mit weiteren 290 Euro zu Buche. Die Verarbeitung des Interieurs ist durchwegs solide und auch haptisch ansprechend, da Opel große Flächen des Innenraums unterschäumt.

Platz ist im Mokka vorhanden. Vor allem vorne. Hinten wird es bauraumbedingt schon enger. Vor allem der Mittelplatz ist nur als Notsitz zubetrachten. Ähnliches gilt auch für den Kofferraum, der mit einem Basis-Volumen 356 Litern im hinteren Mittelfeld der Klasse spielt. Legt man die Rücksitze mit einigem Handwerkergeschick um, ergibt das immerhin einen ebenen Ladeboden und eine maximale Kapazität von 1.372 Litern. Der Opel Mokka 1.7 CDTi ist als Fronttriebler ab 23.775 Euro zu haben, die Top-Ausstattung kostet 2.140 Euro mehr, bietet dafür aber Annehmlichkeiten wie eine Zweizonen-Klimaautomatik, das adaptive Fahrlicht und die dringend nötigen Parkpiepser. Mehr als sinnvoll ist der Allradantrieb, der 2.000 Euro kostet. Zum Vergleich: Ein vergleichbarer Skoda Yeti kostet 26.850 Euro bietet aber dafür weniger Ausstattung. Also schmeckt der Mokka auch noch nach einigen Monaten.

Press-Inform / pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.