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Peugeot 308 RC Z: Coole Kaffeebohne

Peugeot plant einen Sportwagen in der Audi-TT-Klasse - nur deutlich günstiger. In zwei Jahren soll der 308 RC Z serienreif sein. Das Concept Car, über eine Million Euro teuer, stand schon jetzt für ein paar Testrunden bereit.

Von Michael Specht

Normalerweise stellen sich die Automobilhersteller ja ziemlich zimperlich an, wenn es um ihre sündhaft teuren Studien geht. "Don’t touch!", "Bitte nicht berühren!" steht oft auf einem kleinen Schild hinter dem Seitenfenster. Auch das Hineinsetzen und Fummeln an allen Schaltern treibt den Verantwortlichen stets die Schweißperlen auf die Stirn. Und die Frage "Kann man den mal fahren?" bringt dann das Herz endgültig zum Stillstand.

Bei Peugeot ist es gerade umgekehrt. Hier heißt es: "Wollen Sie den Wagen einmal fahren?" Gemeint ist der 308 RC Z, jene Flunder, die schon auf der IAA in Frankfurt vergangenen September für Aufsehen sorgte und im März in Genf ein zweites Mal gezeigt wird. Die doppelte Präsentation kann man getrost als Wink mit dem Zaunpfahl werten. Peugeot wird solch ein Auto bauen. Schon in zwei Jahren soll der flache 2+2-Sitzer in Serie gehen.

Der 308 RC Z (das RC steht für Rallye Championship, das Z ist eine Reminiszenz an den alten Rallye-Kleinwagen 104 Z) bildet damit die sportliche Speerspitze der 308-Baureihe. Auch technisch baut das Coupé auf der Großserientechnik des 308 auf. Nur so ist es überhaupt möglich, den 4,28 Meter kurzen Sportler preisgünstig zu positionieren. Der Einstieg könnte bei unter 30.000 Euro beginnen, über zehn Prozent niedriger als Audi seinen TT anbietet.

Raumgefühl wie im Audi TT

Ein leichtes TT-Gefühl beschleicht einen auch, sobald man hinter dem Lenkrad des 308 RC Z sitzt. Die Kabine ist ähnlich knapp geschnitten, das Layout des Cockpits in Teilen gleich. Gestartet wird glücklicherweise mit einem klassischen Zündschlüssel und nicht per albernen Starterknopf. Unter der Carbon-Haube erwacht ein potentes Turbo-Triebwerk zum Leben. Es ist der 1,6-Liter-Motor aus der Kooperation mit BMW. Im 207 RC leistet der Direkteinspritzer bereits 175 PS, hier sind es stramme 218. Damit ist der kleine Vierzylinder das zurzeit stärkste Aggregat in der gesamten Peugeot-Palette.

Obwohl es sich um ein Millionen Euro teures Einzelstück handelt und wir es auf der Schwarzwald-Hochstraße nur recht zivil bewegen durften (es soll schließlich noch auf die Messe), viel Mühe, den nur 1200 Kilo leichten 308 RC Z auf Touren zu bringen, hat der Motor nicht. Die Gasannahme ist äußerst direkt und auch der Sound klingt so, wie man es von einem Auto mit diesem Aussehen erwartet. Zusammen mit der leichten Sechsgangschaltung und der präzisen Lenkung legt der Peugeot ein knackiges Fahrverhalten an den Tag, ohne dabei den Komfort auf der Strecke zu lassen. Groß dimensionierte Brembo-Bremsen bringen den Wagen, wenn nötig, extrem schnell zum Stehen.

Auf dem Papier verspricht Peugeot ambitionierte Fahrleistungen: 235 km/h Spitze, von Null auf 100 km/h in sieben Sekunden und der Zwischensprint im fünften Gang von 80 auf 120 km/h soll in nur 7,5 Sekunden erledigt sein. Weil der Vierzylinder momentan zu den wirtschaftlichsten Aggregaten gehört, die auf dem Markt sind, bleibt auch der Verbrauch in sozialverträglichen Grenzen: 6,7 Liter pro 100 km.

Die Dachmulde nennt Peugeot "Kaffeebohne"

Auf Anabolika-Anbauten wie Schweller und Spoiler kann der 308 RC Z glücklicherweise verzichten. Designer Boris Reinmöller gelang eine zurückhaltende und puristische Karosserie mit einer geschickten Aerodynamik. Zwar sieht das Auto von schräg oben so aus, als hätte ein umgestürzter Baum seinen Abdruck hinterlassen (intern heißt das Dach "Kaffebohne"), doch die Mulde im Dach und in der Heckscheibe hat durchaus ihren Grund: Ein Heckspoiler kann so entfallen. Und dass letztlich Sportwagen durchaus auch für nützliche Dinge geeignet sind, zeigt der Kofferraum des 308 RC Z. 415 Liter passen schon so hinein, was selbst bei einer weiblichen Doppelbesetzung für ein langes Wochenende reichen dürfte. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, soll sich sogar ein Mountain-Bike im Peugeot verstauen lassen.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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