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Praxistest: Renault Laguna Grandtour 2.0: Die blaue Laguna

Mit schickem Ambiente und einem attraktiven Preis empfiehlt sich der Renault Laguna Grandtour als Business-Kreuzer oder Familienkombi. Ein Automatik-Benziner unter der Haube muss es jedoch nicht unbedingt sein.

Wer französische Langstrecken-Flieger liebt, kommt am Grandtour kaum vorbei. 60% aller Laguna-Piloten entscheiden sich für den Kombi. Vier Erwachsenen bietet er reichlich Platz. Für 400 Euro Aufpreis gibt es das "Storage"-Paket mit Gepäckraumeinteilung und einer getrennt zu öffnenden Heckscheibe. Die erweist sich zum Einladen kleinerer Gegenstände oder Einkaufstüten als praktisch - zumal die Heckklappe des Laguna ganz schön schwer geraten ist. Komfortabel ist das Sitzkonzept: Per Hebel im Kofferraum klappen die Rücksitze automatisch um und schaffen eine ebene Ladefläche.

508 (maximal 1593) Liter lässt der große Franzose im Gepäckabteil verschwinden. Zum Vergleich: Der Passat Variant schluckt 603 Liter, der Skoda Octavia Combi 580 Liter, ein Citroën C5 Tourer 533 Liter, das T-Modell der C-Klasse 485 Liter und der Audi A4 Avant 480 Liter. Bei umgelegten Rücksitzen steigt das Laguna-Stauvolumen auf 1593 Liter. Das Beladen bereitet durch die niedrige Ladekante und die breite Öffnung keine Probleme.

Nie mehr zu schnell

Die Verarbeitung des Interieurs hinterlässt einen tadellosen Eindruck. Die Bedienung geht größtenteils problemlos vonstatten, hat jedoch auch ihre Tücken. Die Navi-Fernbedienung in der Mittelkonsole zum Beispiel lässt sich während der Fahrt eigentlich sehr komfortabel bedienen, da man den Arm aufstützen kann und mit einem kleinen Drehregler die Menus wechselt. Für viele Funktionen, darunter auch den Karten-Zoom, stehen allerdings rings um den Regler verstreute Tasten zur Verfügung, so dass man oft auf das Bedienfeld schauen muss.

Die Radio-Fernbedienung mit dem kleinen Bedienungssatelliten am Lenkrad ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase angenehmer als jede Lenkradtasten-Fernbedienung.

Auch den ab der Dynamique-Ausstattung serienmäßigen Tempopiloten möchte man bald nicht mehr missen: Per Knopfdruck schaltet man zwischen Tempomat und Begrenzer um. Letzterer sorgt dafür, dass die Geschwindigkeit nicht über ein gewähltes Limit steigt. Wird der Wagen dennoch schneller, weil zum Beispiel bergab die Motorbremse nicht ausreicht, blinkt eine Anzeige am Instrumententräger.

Träge und trinkfreudig

Das Motorenangebot reicht vom 1.6-Liter 110 PS-Benziner bis zum 2.0 16V Turbo (204 PS) und vom 1.5-Liter Diesel (110 PS) bis zum 2.0 dCi (178 PS). Der Zweiliter-Turbomotor leistet mit Handschaltung 204 PS bei einem maximalen Drehmoment von 300 Newtonmetern, für die Automaten-Version wurden Leistung und Drehmoment auf 170 PS und 270 Newtonmeter gedrosselt.

Das ist immer noch kräftig - doch Motor und 6-Stufen-Automatik bilden keine wirklich harmonische Einheit. In der Regel sind die Schaltübergänge weich und ruckfrei, Aber selbst im manuellen Modus geht der Gangwechsel ziemlich träge vonstatten. Der Franzose taugt durchaus zum flotten Reisewagen, aber 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h reißen trotzdem niemanden vom Hocker. Für die Höchstgeschwindigkeit von 220 Km/h braucht der Franzose viel Anlauf.

Den Durchschnittsverbrauch gibt Renault mit 8,9 Litern an - unser Testwagen genehmigte sich im Schnitt ein bis 2 Liter mehr. Selbst außerorts verbrauchte er selten weniger als 8 Liter. Bei forscher Fahrweise fordert die automatische Turbo-Lagune gar 11 bis 12 Liter.

Wenig Grund zur Klage gibt es beim Fahrwerk. Der Grandtour liegt ruhig und sicher auf der Straße, in schnellen Kurven lässt er sich trotz einer leichten Wankneigung kaum aus der Ruhe bringen und der Federungskomfort ist in allen Lebenslagen exzellent. Nur bei Querfugen lässt die hintere Verbundlenkerachse gelegentlich zarte Schläge zu den Passagieren durch. Die Lenkung ist sehr leichtgängig, aber nicht unangenehm schwammig.

Faire Preise und gute Ausstattung

Die Preise des Grandtour starten bei 21.500 Euro (Expression 1.6, 110 PS), den 2.0 Turbo (170 PS) gibt es ab 27.150 Euro. Die Automatik ist beim Turbo immer an Bord, nur beim Top-Modell GT gibt es die Handschaltung. Die wichtigsten Komfortextras sind ab Dynamique-Ausstattung an Bord, beim Top-Modell Initiale (33.400 Euro) bleiben dann keine Wünsche mehr offen: Von der Volllederausstattung über Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht bis hin zum Navigationssystem ist alles an Bord, was man bei der deutschen Konkurrenz in dieser Preislage meistens teuer dazukaufen muss.

Wer einen flotten Luxus-Laguna sucht und keinen Diesel will, der dürfte unterm Strich am besten mit dem 30.500 Euro teuren GT bedient sein. Der ist mit Handschaltung nicht nur etwas agiler und sparsamer als die Automat-Lagune, sondern bietet auch eine reichhaltige Ausstattung inklusive Leder-/Alcantara-Polsterung, Einparkhilfe, Bi-Xenonscheinwerfern mit Kurvenlicht, elektrisch beheiz- und verstellbaren Sitzen, Klimaautomatik, Tempopilot und Nebelscheinwerfern. Zudem sorgt die serienmäßige elektronische Vierradlenkung für einen deutlichen Dynamik-Gewinn.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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