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Range Rover SD V6 Autobiography: Nur schwer zu toppen

Der Range Rover ist eine der wenigen Ikonen, die es in der Autobranche heute noch gibt. Der britische Allrounder ist eine Luxuslimousine, mit der man auch ins harte Gelände kann. Die aktuelle Generation muss sich jedoch gegen aufstrebende Modelle wie BMW X7, Bentley Bentayga, Rolls-Royce Cullinan oder den kommenden Maybach GLS behaupten.

Range Rover SD V6 Autobiography - klassisches Desihn

Range Rover SD V6 Autobiography - klassisches Desihn

Jahrelang, nein besser über Jahrzehnte, war der Range Rover allein auf weiter Flur - nahezu weltweit. Man kannte ihn, er gefiel und viele liebten ihn - egal wie alt er auch war. Doch nur wenige konnten sich ihn leisten. In seiner aktuellen Generation ist er bei Luxusgeländewagen nach wie vor das Maß der Dinge. Der noch junge Rolls-Royce Cullinan maß sich in der Entwicklung ebenso an ihm wie der Bentley Bentayga oder eben der neue BMW X7 und natürlich schauen auch Cadillac Escalade oder Lincoln Navigator ganz offen zum Range. Denn Design, Luxusausstattung und nicht zuletzt Understatement suchten seit Anfang der 1970er Jahre ihresgleichen. "Der Range Rover ist Vorreiter und Vorbild aller Luxus-SUV. Er vereint wie kein Zweiter höchste Leistungsfähigkeit auf jedem Terrain mit kompromisslosem Luxus, Souveränität und Stil", so Nick Collins, Baureihenleiter bei Jaguar Land Rover. Doch jetzt muss JLR aufpassen, dass der Range Rover nicht unter de Räder kommt, denn die Konkurrenz hat imposant aufgerüstet und stellt den Koloss mittlerweile bei Image, Antrieb und nicht zuletzt den Fahrerassistenzsystemen in den Schatten.

Nur schwer zu toppen
Range Rover SD V6 Autobiography - klassisches Desihn

Range Rover SD V6 Autobiography - klassisches Desihn

Der Auftritt des Range Rover ist nach wie vor eine echte Schau. Er ist mächtig, aber nicht gewaltig; imposant, aber nicht Angst einflößend und dynamisch, aber nicht sportlich. Die jüngsten Überarbeitungen haben ihm gut getan, denn endlich gibt es das lange Jahre überfällige Matrix-LED-Licht vorne, das die Ausleuchtung deutlich verbessert. Trotzdem hat die Fernlichtautomatik bisweilen Probleme, den Gegenverkehr und speziell vorausfahrende Fahrzeuge auszurastern. Die Lichtausbeute selbst ist dagegen vorbildlich. Außen hat sich beim Range Rover ansonsten kaum etwas getan und das ist fraglos eine gute Nachricht, denn so einen großen Geländewagen so zurückhaltend zu belassen, ist alles andere als einfach.

Nachdem der Range Rover im Innern angesichts einer deutlich innovativer anstürmenden Konkurrenz ins Hintertreffen geraten war, hat man durch die jüngste Modellpflege aufgerüstet. Die Instrumente selbst könnten filigraner und technischer sein, doch besonders die neuen Bedienmodule in der Mittelkonsole sehen nicht nur exzellent aus, sie bedienen sich auch gut. Ebenfalls klasse: die neuen Schalter am Lenkrad, deren Touchfunktion sich je nach Menüpunkt variabel anpasst. Besser und nicht zuletzt schicker auch die Bedienung der elektrischen Sitzverstellung, bei der man im Vergleich zu vielen anderen Herstellern auch bestens sieht, was man wie bedient. Unverändert exzellent bleiben beim Range Rover sein Raumangebot und die entsprechende Verarbeitung. Leder, Hölzer und Bedienelemente - abgesehen von den nach wie vor nicht überzeugenden Lenkstockhebeln mit betagtem Ford-Charme fasst sich alles klasse an. Auch wenn es besser geworden ist, kann allein das Navigationssystem nicht vollends überzeugen. Hier fahren speziell die Systeme von BMW oder Audi trotz der mittlerweile nachgezogenen Vernetzung in einer anderen Liga.

Bleibt die Frage, welche Motorisierung die richtige für den über 2,4 Tonnen schweren Offroadkönner ist, der mit seiner Bodenfreiheit von bis zu 30 Zentimetern, bis zu 90 Zentimetern Wattiefe, variabler Luftfederung und allen möglichen Offroadprogrammen nahezu überall hinkommt. Wer wirklich sportlich unterwegs sein will, kommt um den aufgeladenen V8-Benziner mit seinen bollernden 565 PS und entsprechendem Vortrieb nicht herum. Die Idealbesetzung bleibt wohl der V8-Diesel, der angesichts der Fahrzeugmasse jedoch deutlich mehr Leistung offerieren dürfte. Die Konkurrenz leistet in dieser Liga nunmehr 400 bis 450 PS und da sind 340 PS eben nicht allzu viel. Insbesondere deshalb nicht, weil dem Range Rover SD V8 mittlerweile die auf 275 PS erstarkte V6-Dieselvariante im Nacken hängt, der zwar weniger Image, aber kaum schlechtere Fahrleistungen bietet.

Der Range Rover SD V6 leistet mit seinem aufgeladenen V6-Diesel 202 kW / 275 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Aus dem Stand beschleunigt der fünf Meter lange Geländewagen in beachtlichen 7,9 Sekunden, schafft jedoch eine Höchstgeschwindigkeit von etwas blassen 209 km/h. Dabei hält sich der Normverbrauch nur auf dem Papier mit 7,7 Litern zurück, denn in der Realität ist unter zehn Litern Diesel auf 100 Kilometern nichts zu holen und wer flott unterwegs ist, braucht mindestens 11,5 Liter Diesel. So würde dem Luxuskoloss auch der größere Tank der Supercharged-Version gut stehen, die mit 104 Litern deutlich mehr als der Diesel (86 Liter) bietet. Und wenn man schon bei den leistungsstärkeren Modellen wildert, dann wäre auch die größere Bremsanlage eine Versuchung, die den Durchmesser 349 / 325 auf 380 / 365 Millimeter erweitert und für eine bessere Verzögerung sorgen würde.

Unverändert verrichtet das Achtstufen-Automatikgetriebe von ZF seine Arbeit so unauffällig, sodass man hier kaum etwas verbessern könnte. Wem die aktuelle Gangart zu gemächlich daherkommt, der kann mit einem Wechsel auf das Sportprogramm für ein spontaneres Ansprechverhalten des Gaspedals sorgen. Sein sehr üppiges Übergewicht von fast 2,5 Tonnen kann der Brite zwar auch auf diese Weise nicht ganz vertuschen, doch der Range Rover ist ohnehin ein entspannter Luxuscruiser und kein Sportgerät. In schnellen Kurven bleiben die Wankbewegungen nervig und bringen den Range Rover SD V6 mächtig ins allerdings sichere Untersteuern, bis man die Gangart verlangsamt. Bei der exzellenten Geräuschdämmung bekommen die Insassen auf den komfortablen Luxussesseln kaum etwas von der vorbeifliegenden Umgebung oder dem Tempo mit und blicken entweder entspannt nach draußen oder auf die beiden Bildschirme des Font-Entertainments.

Der Basispreis für den gut ausgestatteten Range Rover SD V6 liegt bei 103.100 Euro und damit rund 15.000 Euro unter dem imageträchtigeren Achtzylinder, der allerdings kaum mehr Dynamik bietet. Wer mehr Platz benötigt, dürfte sich in die 5,20-Meter-Langversion vergucken, die im Fond mit deutlich mehr Reisekomfort lockt. In Sachen Ausstattung sollte es zumindest der Range Rover Vogue sein, der für 110.600 Euro unter anderem 20-Zoll-Radsatz, Matrix-LED-Scheinwerfer, beheizte / elektrische Sitze vorne wie hinten sowie Spurverlassenswarnung und ein exzellentes Soundsystem hat. Noch immer nicht genug Luxus? Dann gibt es immer noch den Range Rover Autobiography, der sich ganz nach Kundenwunsch auch noch mit Einzelwünschen ausstaffieren lässt.

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Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.