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Sportage 2.0 CVVT AWD: Asiatisches Schaukelpferd

Der Kia Sportage 2.0 CVVT AWD bietet viel Auto für einen angemessenen Preis. An dem Getriebe könnte ein endgültiger Kauf allerdings scheitern.

Er ist ein echter Hingucker. Der Kia Sportage in dem sehr wirkungsvollen Farbton Techno-Orange Metallic schreit förmlich nach Aufmerksamkeit. Zusammen mit dem verchromten Kühlergrill wirkt der SUV sportlich, edel und äußerst reizvoll. Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen reizvoll ist die von Kia angebotene Herstellergarantie von sieben Jahren, beziehungsweise 150.000 Kilometern. Sowohl von außen als auch seitens der Garantie scheinen keine Fakten gegen den Kauf eines Kia Sportage 2.0 CVVT AWD zu sprechen. Hinzu kommt der angemessene Preis für die vollausgestattete Spirit-Version in Höhe von 28.460 Euro. Doch leider reißt der schicke Südkoreaner diese Vorteilsburg während der ersten Probefahrt mit seinem schlechten Getriebe bis auf die Grundmauern wieder ein.

Der mit 163 PS auf dem Papier ordentlich motorisierte Sportage mit einem 2,0 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotor lässt bei jedem Hochschaltvorgang die bis zu fünf Insassen zählende Besatzung zu Kopfnickern werden. Denn das manuelle Fünfgang-Getriebe, das im Bedarfsfall bis zu 194 Newtonmeter an alle vier Antriebsräder verteilt, gönnt sich in jedem Drehzahlfenster eine viel zu lange Antriebspause. Ob mit Zwischengas oder ohne, kurz vor dem roten Bereich oder im unteren Drehzahlbereich, der Vortriebsverlust von einer gefühlten Sekunde ist nicht zu vermeiden. Auf diese Art und Weise verliert auch die PS-Zahl jegliche Sportlichkeit. Der Name ist beim Sportage 2.0 CVVT AWD leider nicht Programm. Wer sich bis in den fünften Gang geschaukelt hat wird feststellen, dass die mit 182 Kilometern pro Stunde angegebene Höchstgeschwindigkeit nur im Optimalfall zu erreichen ist. Den auf 7,6 Liter Benzin bezifferte Normverbrauch zu treffen, ist da schon fast leichter - aber nur fast. Zehn Liter sind realistischer. Den Sprint aus dem Stand bis Tempo 100 absolviert er in 10,7 Sekunden.

Im Gegensatz zum Getriebe verhält sich das Fahrwerk mit serienmäßigem ESP gut durchdacht und angenehm abgestimmt. Der 4,44 Meter lange, 1,86 Meter breite und 1,64 Meter hohe Kia fährt sich, einmal den richtigen Gang gefunden, dann doch sportlicher und agiler als nach den ersten Eindrücken zu erwarten war. Sein Leergewicht von 1.525 Kilogramm in Kombination mit dem für SUV typisch erhöhten Schwerpunkt machen ihm auch in schnell gefahrenen Kurven nicht zu schaffen. Er bleibt präzise in der Spur, was seiner elektrisch unterstützten Servolenkung zu verdanken ist, und lässt nur wenig Seitenneigung zu. Maßgeblichen Anteil an seiner Agilität hat seine zum Vorgänger um neun Zentimeter verlängerte und um sechs Zentimeter flachere Karosserie mit verbesserter Aerodynamik. In der Stadt macht sich zudem der um einen Meter kürzer gewordene Wendekreis von nun elf Metern positiv bemerkbar.

Das Einparken erleichtert neben den laut piependen und auch optisch unterstützenden Parksensoren die Rückfahrkamera an der Heckklappe. Sie überträgt ihre Bilder auf den sieben Zoll großen Bildschirm in der Mittelkonsole. Der berührungsempfindliche Bildschirm dient neben der Heckansicht auch zur Darstellung des Navigations- und Entertainmentsystems. Hier fällt auf, dass Einstellungen wie die Stummschaltung des Navigationssystems nicht abgespeichert werden können, sondern nach jedem Neustart erneut vorgenommen werden müssen. Dafür punktet jedoch der Rest des wegweisenden Systems. Es ist einfach zu bedienen. Der Touchscreen funktioniert ansatzlos und der Klang der verbauten Anlage ist einfach regel- und konfigurierbar. Hinzu kommt, dass sich in der ersten Reihe des Kia Sportage auch groß gewachsene Personen wohlfühlen können, ohne Angst um ihre Köpfe zu haben.

In der zweiten Sitzreihe sollte die 1,90 Meter-Körpergröße nicht überschritten werden. Für den Fall, dass dieses Reihe komplett frei bleibt, kann der im Rohzustand wenige 564 Liter Platz bietende Kofferraum auf ausreichende 1.353 Liter erweitert werden. Wem das nicht reicht, der kann zusätzlich einen 1,9 Tonnen schweren Anhänger hinter sicher her ziehen. Richtig angenehm sind beim vollausgestatteten Kia Sportage der schlüssellose Zugang und auch das Starten über den Startknopf. Wer schon mal mit vollbepackten Armen, sei es mit Einkaufstüten oder Kleinkindern, vor einer verschlossenen Tür seines Fahrzeugs stand, wird dieses serienmäßige Smart-Key-System zu schätzen wissen.

Abgesehen vom Seekrankheit erzeugenden manuellen Fünfgang-Getriebe und einer regelmäßig zu konfigurierenden Navigationsstimme bietet der Kia Sportage 2.0 CVVT AWD eine gute SUV-Alternative. Vor seinen direkten Konkurrenten wie zum Beispiel dem Hyundai ix35 muss er sich nicht verstecken. Lediglich auf den spritfressenden Allradantrieb dürfte im Alltagsgeschehen durchaus verzichtet werden.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.