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Suzuki SX 4 1.9 DDiS: Frischlings Abenteuer

"Cross" ist in - mit einem Hauch "Geländeoptik" möchten sich viele schmücken, manche auch ganz ohne jede Offroadfähigkeit. Beim Fachmann Suzuki kann man Allrad und ansprechende Optik bekommen, ohne gleich in einen monströsen SUV zu steigen.

Von Gernot Kramper

Mächtig wie ein großer Jeep wirkt der SX 4 wahrlich nicht. Anstatt eines Geländeelefanten steht da ein flinkes Rallyewiesel. Wen wundert es? Der SX4 rangiert in der Größe der unteren Kompaktklasse, will sagen: Er entspricht einem Polo. Mit Allrad und der Ausstattungslinie "Comfort" besitzt er die begehrte SUV-Optik: Rammschutz rundum, Seitenbeplankung und eine markante Dachreling. Damit wirkt der kleine Wagen schon sehr erwachsen. Große Fenster und eine leicht überhöhte Karosserie bewirken innen wie außen eine gewisse Stattlichkeit. Crossover kann man eben auch mit "hochgelegter Mini-Kombi" übersetzen. Das Straßenmodell kommt ohne Schutzleisten und Kunststoffbeplankungen aus und wirkt deutlich fader. Der Liebling ist ganz klar, die Geländeausführung.

Gefühlter Sportsgeist

Ausgestattet mit dem 1.9-Liter Diesel Triebwerk aus dem Fiatregal enttäuschen die Fahrleistungen nicht. 120 PS reichen für einen 1,4 Tonnen schweren Wagen allemal aus. Das SX4-Fahrwerk stammt vom Swift. Entsprechend agil verhält er sich. Normalerweise schaltet der Allradantrieb die hintere Achse automatisch zu, das spart Sprit, beim Durchstarten lässt sich die leichte Verzögerung der Kraftverteilung aber durchaus spüren. Auf Wunsch lässt sich der Allradantrieb permanent mit dem Sperren des Mitteldifferentials fixieren. Auf Schotter und bei Glätte bringt das zusätzliche Traktion, bei mehr als flotter Schrittgeschwindigkeit schaltet der SX4 wegen der Spannungen im Antriebstrang in den normalen 4WD-Status zurück. Eine Untersetzung besitzt der SX4 übrigens nicht. 19 Zentimeter Bodenfreiheit zeigen: Er wurde nicht für echtes Offroad-Gelände entwickelt, sondern soll auf unbefestigten Wegen besser zurechtkommen. Obwohl sich der Swift sportlich "anfühlt", sprechen die nackten Zahlen eine andere Sprache. 180 km/h Spitze und 11,2 Sekunden für den Hunderter-Sprint sind keine Traumwerte. Im Tagesbetrieb fühlte man sich jedoch keineswegs "unterversorgt". Im Zusammenwirken mit dem etwas ruppigen Federungskomfort produziert der knurrige Diesel einen permanenten Geräuschteppich.

Solide, aber dröge

Der ganze Wagen nennt sich "Urban Cross Car" - etwas mehr Style und Pfiff könnte man da schon erwarten. Denn innen verwöhnt der Suzuki nicht mit überflüssigem Luxus, sondern setzt auf gute Verarbeitung und Solidität. Dazu sitzt man selbst hinten ziemlich angenehm. Die zweite Reihe lässt sich umklappen und bietet dann ein Ladevolumen von bis zu 1.045 Litern.

Trotz der inneren Größe denkt man beim SX4 nicht zuerst an ein rationales Familienauto. Das liegt nicht zuletzt am Preis. Etwa 21.000 Euro sind zwar durchaus angemessen, aber für einen Wagen dieser Größe nicht gerade wenig. Die Kunden müssen sich daher dem Allrad und Crosstrend gewachsen zeigen und dürfen nicht jeden Cent zweimal umdrehen.

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Nicht mit dem Cent rechnen

Das Fahren mit dem SX 4 bereitet Freude, und keineswegs fühlt man sich mit ihm irgendwie unterprivilegiert. Aber Hand aufs Herz: Die Entscheidung für das Top-Modell kann man nur treffen, wenn Allradantrieb und die Geländefähigkeit auch benötigt werden. Auf dem Land und im Gebirge ergibt das Paket sicherlich Sinn. Wer in der Stadt nur ins Büro gondeln möchte, muss für die flotte Optik tief in die Tasche greifen.

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