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Vergleich: Dieselpower: Sixpack statt flotter Achter?

Wieviel Zylinder braucht ein Top-Diesel? Reichen sechs? Oder kommt man gerade in den Premiumklasse um ein Aggregat mit acht Töpfen nicht herum? Wir haben es mit BMW X3 und Range Rover durch exerziert.

Wenn auf der Autobahn Luxus-SUV oder Oberklasse-Limousinen an einem vorbeiziehen, grollt unter deren Haube immer öfter ein Dieselmotor. Doch je größer das Auto, desto größer auch die Erwartungen an sportliche Fahrleistungen. Schon seit einigen Jahre kommt man bei diesem Anspruch mit einem Sechszylinder-Diesel kaum noch aus. Mercedes, BMW oder Audi haben denn auch mit großem Aufwand eine frühe Generation von Selbstzündern mit acht Zylindern entwickelt. Und damit immer noch nicht genug: Volkswagen hat Touareg und Phaeton kurzerhand sogar mit einem selbstzündenden Zehnzylinder ausgestattet. Und Audi bringt noch in diesem Jahr einen Diesel-Q7 mit zwölf Zylindern und Commonrail auf den Markt.

Bleibt die Frage, ob acht Zylinder "sein müssen". Oder ob Leistungen von 250 bis 350 Diesel-PS auch mit einem Sechszylinder zu realisieren sind.

Begriffe wie "Registeraufladung" und "Doppelturbo" machen seit Jahren die Runde. Denn so lassen sich die begehrten Volumendiesel der Sechszylinder-Klasse weiter nutzen. Mit einem Doppelturbo werden aus 220 so problemlos 250 oder bis zu 300 PS.

Das Investment in die Entwicklung eines Achtzylinder-Diesels ist nicht zu unterschätzen. Die meisten Topdiesel haben mit den kleineren Brüdern und ihren vier oder sechs Brennkammern nicht viel gemeinsam.

Anders machte es nur Land Rover. Da der betagte Sechszylinderdiesel des Range Rover aus ehemaliger BMW-Produktion dem gewichtigen Range Rover jede Fahrfreude nahm, wurde der im Markt fest etablierte neue Sechszylinderdiesel aus der gemeinsamen Entwicklung von Ford und PSA schlicht verlängert. Statt sechs Zylindern mit 2,7 Litern Hubraum hatte man mit vergleichsweise geringem Aufwand acht Zylinder mit 3,6 Litern Hubraum gemacht.

Im Vergleich gegen den Register-Diesel von BMW soll der Achtzylinder des Range Rover Sport TD V8 exemplarisch zeigen, wer es besser macht. "Sechs gegen acht" heißt der ungewöhnliche Vergleichskampf.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Auch BMW hat einen Achtzylinder-Diesel im Programm und tritt in der Luxusklasse mit dem 745d gegen Audi A8 4.2 TDI und Mercedes S 420 CDI an. Doch technisch sind die neuen Registerdiesel von BMW die bessere Wahl. Noch in diesem Jahr kommt ein Vierzylinderdiesel mit über 200 PS auf den Markt. Schon seit Herbst 2006 zu haben ist die Dreiliterversion. Seine Glanzrolle spielt der drei Liter große Commonrail-Diesel mit Registeraufladung im BMW X3 sd. In der SUV-Mittelklasse ist kein Fahrzeug sportlicher positioniert. Der 3.0sd leistet 286 PS und schöpft seine Kraft aus zwei Turboladern.

Während BMWs Benziner-Twinturbo auf parallele Aufladung setzt, arbeitet der sd mit einer Stufen-Aufladung. Ein kleiner Lader spricht schneller an, bringt aber nur begrenzte Mehrleistung. Ein großer Lader kann gewaltige Mengen heißer Abgase verarbeiten, setzt sich aber wegen des größeren Trägheitsmoments langsamer in Bewegung.

Mit dem Twinturbo hat BMW die Lösung gefunden: Bei niedrigen Drehzahlen dreht nur die kleine Schaufel ihre Runden, wird mehr Drehzahl verlangt, schaltet der große Bruder dazu. Das maximale Drehmoment des 3.0sd – 580 Newtonmeter – liegt bereits bei 1750 Umdrehungen an. Der Reihensechszylinder schnurrt seidenweich und ist gerade auch bei hohen Drehzahlen extrem leise. Vor allem beim Überholen auf der Landstraße bietet der Twinturbo in Verbindung mit der serienmäßigen Sechsgang-Automatik sportwagenähnliche Fahrleistungen.

Für den Überholspurt von 80 auf 120 km/h vergehen weniger als sechs Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Der Sprint von 0 auf 100 geht in 6,6 Sekunden über die Bühne. Der Verbrauch des 3.0sd ist mit dem des normalen 3.0d Automatik nahezu identisch – 11,3 Liter innerorts, 8,7 Liter im Gesamtdurchschnitt lauten die Werksangaben. Real sind es knapp 9,5 Liter Diesel, die durch die Einspritzdüsen jagen.

Zunächst mag es überraschen, dass der Range Rover TD V8 zwar acht Zylinder, aber nur 3,6 Liter Hubraum und gerade mal 272 PS bietet. Kein Wunder also, dass der sonor und bullig grollende Achtzylinder im direkten Vergleich gegen den X3 3.0 sd seine liebe Mühe hat. Schließlich wiegt der Brite rund 700 Kilogramm mehr als der Bayer aus Graz. 200 kW/272 PS und ein maximales Drehmoment von 640 Nm zeigen, dass ein anderer Wind weht, als beim nur drei Liter großen Vorgänger-Aggregat des Td6, der nicht einmal 180 PS an beide Antriebsachsen brachte.

Mit einem Spurt von 0 auf 100 km/h in 9,2 Sekunden, 209 km/h Spitze und einem Verbrauch von 11,1 Litern Diesel auf 100 Kilometern liegt der sportliche Range Rover jedoch nur im Mittelfeld. "Der neue Motor bietet 54 Prozent mehr Leistung und eindrucksvolle 64 Prozent mehr Drehmoment", sagt der deutsche Land Rover-Geschäftsführer Jeffrey L. Scott.

Die Fahrleistungen sprechen insoweit klar für den Registerturbo des BMW X3 sd, der sich jedoch auch im Range deutlich schwerer tun dürfte.

Hangelt sich Land Rovers aktueller Achtzylinder gerade noch mit kaum mehr als 270 Pferden durch die Gegend, so arbeitet man ebenso wie beim kleineren 2,7d (Sechszylinder) bereits mit Hochdruck an einer Hubraumerweiterung. Dann dürften Vier-Liter- und 300-PS-Marke fallen - und man spielt im Achtzylinderkonzert von Audi, BMW und Mercedes mit. Doch die Technik und der Vorteil des größeren Hubraums sind nicht nur bei schweren Fahrzeugen und beim Anhängerbetrieb wichtig: Bei Luxusfahrzeugen wie diesen geht es nicht zuletzt auch um das Image.

Die Signale der großen Hersteller unterscheiden sich kaum: Bei Luxuskarossen und großen SUV wird man mittelfristig wohl kaum auf Acht-, Zehn- oder gar Zwölfzylinder verzichten. Volkswagen bekannte sich mit der jüngsten Touareg-Modellpflege deutlich zum Zehnzylinder. Und Audi hat den Q7 V12 TDI bereits lauffähig auf der Straße. Auch bei BMW, Land Rover und Mercedes-Benz gibt es nur Kopfnicken auf die Frage nach Acht- oder Mehrzylinderdieseln.

Einig ist man sich jedoch ebenso, dass das Volumengeschäft langfristig in der Vier- und Sechszylinderklasse abgewickelt wird und die größeren Diesel mehr imageträchtige Aushängeschilder sind. Es geht schließlich nicht zuletzt auch um den Preis: Der BMW X3 3.0 sd startet bei 50.300 Euro und liegt damit auf Augenhöhe mit Audi Q7 3.0 TDI Quattro oder Mercedes ML 320 CDI. Mit dem Achtzylinderdiesel startet der Range Rover Sport SE bei 67.700 Euro.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.