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VW Passat Alltrack: Landlust-Charme im Vertreterwagen

Neben den klassischen SUV gewinnen rustikal geschminkte Kombis an Bedeutung. Nun schickt VW den Passat Alltrack auf die Schlechtweg-Tour.

Dort noch Auto fahren, wo andere nicht mehr weiter kommen. Dies ist unter anderem ein Grund, warum seit Jahren geländetaugliche SUV (Sport Utility Vehicles) in der Zulassungsstatistik nur einen Weg kennen: den nach oben. Erfüllen diese Autos doch noch immer ein wenig das Klischee von Verwegenheit, Coolness und Abenteuer. Wen stört es da, dass sich ihr Alltag eher vor der Kita als in der Kalahari abspielt? Nach gleichem Muster ist die wachsende Zahl der auf Off-road getrimmten Kombis gestrickt. Ihr rustikaler Look spricht vor allem Männer an, als dies die biederen Normalversionen mit dem Image eines Pamper-Bombers tun. Das bestätigen die Erfolge von Audis Allroad-Modellen A4 und A6. Noch früher kam allerdings der japanische Allradspezialist Subaru auf diese Marketing-Idee und verpasste seinem Legacy den Beinamen "Outback". Pragmatischer gingen die Schweden vor. Sie nennen ihren Volvo V70 im Gelände-Look schlicht "XC", was für "Cross Country" steht.

Mehr als nur 4Motion

Europas größter Autobauer Volkswagen hat nun entdeckt, dass sich eigentlich auch der Passat Variant für diese Transformation bestens eignen würde. Wer weiß, mit welchem Aufwand weltweit Namensrechte durchforstet werden müssen, kann die Wolfsburger nur beglückwünschen, noch einen passenden und zudem gut klingenden gefunden zu haben: "Alltrack". Auf die bereits verwendete Bezeichnung "Cross" wie bei Golf, Polo oder Touran verzichtet Wolfsburg beim Passat.

So steckt unter der drei Zentimeter höher gelegten Karosserie des Alltrack der Allradantrieb des Tiguan. Kein Passat 4Motion. Bei normaler Fahrt verteilt die Haldex-Kupplung 90 Prozent der Kraft zu den Vorderrädern. Das spart Sprit. Je nach Situation kann aber auch im Bruchteil einer Sekunde alle Kraft an die Hinterachse geleitet werden. Zusätzlich verfügt der Passat Alltrack noch über ein gesondertes "Offroad-Funktionspaket", das für den normalen Passat 4Motion nicht zu bekommen ist. Es beinhaltet unter anderem einen Bergabfahr-Assistenten. Ist der Offroad-Modus eingeschaltet und fährt der Passat nicht schneller als 30 km/h, so übernimmt bei Gefällen von über zehn Prozent Neigung die Elektronik die Geschwindigkeitsregelung der Fahrt bergab. Der rechte Fuß darf ruhen. Wer jetzt denkt, "das bisschen bergab kann ich doch alleine", täuscht sich. Besonders auf Schnee erwies sich bei einer ersten Testfahrt Kollege Computer als wertvoller Helfer und hielt den Alltrack über ESP bestens in der Spur.

Eine weitere Besonderheit des Offroad-Pakets beim Passat Alltrack ist die geänderte Motorcharakteristik. Der Passat reagiert nicht mehr so spontan auf den Gasbefehl, was im unübersichtlichen Gelände ein Vorteil ist. Auch das Doppelkupplungsgetriebe DSG schaltet später.

Weil VW glaubt, der Passat Alltrack würde häufig von Kunden eingesetzt, die auch Hänger ziehen, kommen nur drehmomentstärkere Vierzylinder-Motoren zum Einsatz. Bei den Benzinern sind dies der 1,8-Liter-TSI mit 160 PS und das Zweiliter-Pendant mit 200 PS. Beim Diesel steht der Zweiliter-TDI mit 140 PS und 170 PS zur Auswahl.

Auf Wunsch auch ohne Allrad

Wenn Volkswagens neuer Outdoor-Spezialist Ende März zu den Händlern rollt, zahlt der Kunde 2.750 Euro Aufpreis gegenüber einem normalen Passat Variant 4Motion in der Comfortline-Ausstattung. Was sich zunächst nach viel anhört, entpuppt sich bei näherer Betrachtung fast als Schnäppchen. In Wirklichkeit sind es nur 350 Euro, die man für das Rundum-Abenteuer-Paket extra bezahlen muss. Denn serienmäßig besitzt die Alltrack-Variante neben dem soliden Unterfahrschutz aus Metall eine silberfarbene Dachreling, eine Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer und eine Reifendruckkontrolle.

So ganz konsequent auf Funktion ausgelegt ist der Passat Alltrack dann aber doch nicht. Experten in der Produkt- und Marketingabteilung des Wolfsburger Konzerns haben über Jahre schon das Kundenverhalten studiert und festgestellt, dass viele zwar mit der schicken Gelände-Optik fahren möchten, aber nicht unbedingt einen Allradantrieb benötigen. Auch sie kommen bei VW auf ihre Kosten. Die jeweilige Einstiegsmotorisierung als Benziner und Diesel ist auch mit Frontantrieb und manuellem Getriebe erhältlich. Die Preisliste beginnt bei 33.450 Euro.

Michel Specht/MID / MID
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.