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Ford GT 40: Nachschlag

80 Fahrzeuge wollte Ford nach Europa schicken. 80 mal V8-Power, 500 PS und Retro-Look. Viel zu wenig. Bis zum 21. November registrierten die Manager der blauen Niere alleine 2.150 Kaufanfragen aus der alten Welt.

80 Fahrzeuge wollte Ford nach Europa schicken. 80 mal V8-Power, 500 PS und Retro-Look. Viel zu wenig. Bis zum 21. November registrierten die Manager der blauen Niere alleine 2.150 Kaufanfragen aus der alten Welt. Folgerichtig wird das europäische GT-40-Kontingent aufgestockt. Nun sind es schon 101 Wagen, für die man sich bis zum siebten Dezember bewerben darf. Ausgewählt wird dann nach einen streng geheimen und total ausgeklügelten Verfahren.

Die wenigen Glücklichen dürfen sich auf einen echten Ferrari-Killer freuen.

Ist Fords GT 40 eine gute Geldanlage?

Der Legende verpflichtet

Ganz dem Retro-Boom verpflichtet, haben die Ford-Ingenieure feinste Sportwagen-Technik unter die klassische Hülle des alten GT 40 gepresst. Dabei legten die Proportionen des Klassikers zwar kräftig zu, die eigentliche Linienführung blieb fast unangetastet. Der "Neue" ist gut einen halben Meter länger als sein Vorgänger, in der Höhe überragt er ihn um zehn Zentimeter.

Klassische Linien

Das Größenwachstum schadet dem bulligen Auftritt der neuen "Pistensau" in keinster Weise. Die vom mächtigen Lufteinlass geprägte Front des Supersportlers duckt sich flach in den Fahrtwind, in den Seitenkästen stecken mächtige 19-Zoll-Räder. In der Seitenansicht fallen vor allem die großen Kühlluft-Einlässe auf. Kiemen, die das V8-Untier im Heck mit reichlich Sauerstoff versorgen sollen. Nicht minder beeindruckend das Heck des renovierten Klassikers. GT-typisch bullig und mit extrem hoher Abrisskante, beherbergt es neben dem Triebwerk auch noch eine beeindruckende Auspuffanlage und nicht minder sehenswerte Alufelgen. Unter dem Ganzen steckt ein Rahmen aus Aluminium, der dem guten Stück die nötige Steifigkeit verleihen soll.

Für das Duell mit PS-Protzern der Gegenwart ist der GT 40 bestens gerüstet. Im Stummel-Heck wummert ein scharf gemachter Achtzylinder-Motor, der in seiner Basisausführung auch die über zwei Tonnen des Lincoln Navigators über die Highways schiebt. Um dem drehzahlfaulen V8 den rechten Nachdruck zu verleihen, werden die acht Töpfe von einem Kompressor zwangsbeatmet. Nicht weniger als 500 PS schöpfen die vier Ventile pro Zylinder aus den 5,4-Litern Hubraum. Ein fester Griff am Lenkrad ist selbst bei niedrigen Drehzahlen empfehlenswert. Denn bereits bei knapp über 3000 Umdrehungen pro Minuten liegt die volle Leistung von 680 Newtonmeter an den Hinterrädern an. Und die werden nicht durch irgendwelche elektronischen Schleuderverhinderer im Zaum gehalten.

Bremsbeläge aus Keramik

Wer die wilden Beschleunigungsorgien ins Gegenteil umkehren möchte, sei unbesorgt, das richtige Werkzeug ist an Bord. Über allen Rädern wachen Scheibenbremsen mit sechs Bremskolben und Belägen aus Keramik, die sich im Einsatz mit innenbelüfteten und gelochten Bremsscheiben auseinandersetzen müssen.

Technische Daten

Motor

Achtzylinder-V-Motor mit Turbolader

Hubraum

5.409 ccm

Leistung

500 PS / 370 kW

Länge/Breite/Höhe

4.643/ 1.953/ 1.125 Millimeter

Bremsen

Scheibenbremsen rundum, ABS

Grundpreis

Mindestens 150.000 Dollar

Mit einer kleinen Auseinandersetzung im Gespräch mit dem Bankberater sollten sich zukünftige GT-40-Kunden gefasst machen. Der Super-Ford kostet in Amerika knapp unter 150.000 Dollar. Bei den europäischen GTs kommen noch die Kosten für den Transport und einige Umbauten hinzu. Dennoch eine gute Geldanlage. Der erste Ford GT 40 wurde im Rahmen des Concours d' Elegance am 17 August in Californien für einen guten Zweck versteigert. Für 557.500 Dollar.

Jochen Knecht
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.